„Meine beste Freundin hatte die Bilder für die Miss-Osthessen-Wahl eingereicht, ohne sie hätte ich mich das wahrscheinlich gar nicht getraut“, sagt Alice Meckbach. Für die Bad Hersfelderin nahm dann nach der gewonnenen Wahl alles seinen Lauf: mit Fotograf Salih Usta hatte sie ihre erstes eigenes professionelles Fotoshooting. Danach bewarb sie sich mit den Bildern erfolgreich bei einer Casting-Agentur. „Das hat dann den Stein so richtig ins Rollen gebracht“, so Meckbach.
Die 27-Jährige finanzierte sich durch das Modeln nebenbei ein Kommunikationsdesign-Studium in Potsdam. Im März dieses Jahres hatte Meckbach ihren Bachelor dann in der Tasche und reiste anschließend drei Monate durch China. „Es macht mir sehr viel Spaß, man lernt so viele Leute kennen und erlebt so viel“, berichtet Meckbach. Einmal shootete sie für eine Autokampagne in der Wüste, wo es nicht einmal Toiletten gab. Der Modeljob ermögliche ihr viele bleibende Erinnerungen: „Ich habe so viele schöne Orte gesehen“. Auch ein vorheriger Job ist ihr sehr in Erinnerung geblieben: „Mit 13, 14 kaufte ich immer Gesichtsmasken, dann modelte ich für die Marke und sah mich online selbst“, meint Meckbach, die sich bis heute darüber freut.
Jedoch habe die Modelbranche auch einige Seiten, die von den Vorstellungen eines glamourösen Lebens abweichen würden. „Die Maße ist noch immer ein Ding, weshalb ich soweit nur Werbung mache“, erzählte Meckbach. Bei vielen Jobs und speziellen Marken werde häufig noch auf bekannte Schönheitsideale wie die „90-60-90-Regel“ gesetzt, Die Models werden danach gemessen und teilweise seien sie dann immer noch zu dick, was zu einem sehr hohen Druck führe. In der Werbung wären die Regeln nicht so kompliziert, laut Meckbach.
Essen spiele selbstverständlich eine große Rolle bei den Models. Meckbach habe auch schon erlebt, wie sich Models übergeben mussten. „Die Vergleiche untereinander sind total krass, alle wollen immer dünner sein, viele sind so dünn, dass es nicht mehr gesund ist“, meinte Meckbach. Das Thema „Diversity“ sei in vielen Marken noch nicht vertreten, denn Körperformen- und Größen spielen noch immer eine große Rolle. Aber auch Models, die vom Schönheitsideal abweichen dürften, würeden einen hohen Druck verspüren: „Bei Plus size Models wird gesagt, dass sie mehr essen und trotzdem in shape sein sollen“, erklärt Meckbach.
Das Model findet eine Sache besonders wichtig: „Nicht zu früh anfangen, im Charakter gefestigt sein und schon wissen, was man möchte“. Meckbach setzt auch auf mentale Stärke: sich selbst treu bleiben und ein gesundes Verhältnis zu allen Komponenten des Modellebens entwickeln. „Ich versuche mich einfach so wie ein gesunder Mensch zu verhalten, mir selbst nicht so viel zu verbieten“, sagt sie.
Aktuell arbeitet Meckbach vollzeit in einer Werbeagentur, das Modelleben allein sei ihr zu unsicher, da nie klar sei, ob sie die Jobs bekomme oder nicht. Die ehemalige Miss Osthessen weiß aber genau, dass sie auch damit weitermachen will: „Das mit dem Modeln geht weiter.“ Sie kanns sich auch vorstellen, ins Ausland zu gehen, um dort Auftrage anzunehmen. Mit dem Fuldaer Fotografen Salih Usta, bei dem sie ihr erstes Shooting hatte, steht sie bis heute in Kontakt.
