Parvizimilani war bereits an mehreren Standorten in Deutschland tätig, zuletzt zwei Jahre in Fulda. Nun leitet er das Milani Medicus Center in der Breitenbacher Straße 7-9. Das Zentrum ist auf die Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen der Wirbelsäule spezialisiert. Nach einer Untersuchung und entsprechenden Diagnostik wird für jeden Patienten ein individuell auf den Befund abgestimmtes Behandlungskonzept erstellt. Zum Leistungsspektrum gehören konservative Therapieverfahren, Schmerztherapie und Infiltrationen ebenso wie operative Eingriffe an der Wirbelsäule. Ergänzt wird das Angebot durch CT-Diagnostik und Anästhesie.
Für operative Behandlungen stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Besonders hebt Parvizimilani die Möglichkeiten der minimalinvasiven Chirurgie hervor. Dadurch könnten Patienten bereits kurze Zeit nach einem Eingriff wieder aufstehen und laufen. Insgesamt arbeiten 26 Beschäftigte in der Praxis. Für Patienten stehen elf Betten zur Verfügung. Der Neurochirurg möchte künftig auch Patienten aus dem Ausland in Schlüchtern behandeln. „Schlüchtern wird bekannter und internationaler“, kündigte er an.
Bürgermeister Möller dankte zugleich dem bisherigen Praxisinhaber Dr. Sonchai Tiyaworabun für dessen langjährige medizinische Arbeit. Darüber hinaus habe sich dieser immer wieder im sozialen Bereich der Stadt engagiert. Möller zeigte sich erleichtert darüber, dass für die Praxis ein Nachfolger gefunden wurde. Besonders mit Blick auf die geplanten Operationsmethoden begrüßte er die Pläne, Patienten aus dem In- und insbesondere aus dem Ausland nach Schlüchtern zu holen. Der angestrebte „Gesundheitstourismus“ könne nach Einschätzung des Bürgermeisters nicht nur der örtlichen Hotellerie zugutekommen, sondern auch für die weitere Entwicklung der Stadt von Bedeutung sein.
Kritisch äußerte sich Möller zur Kassenärztlichen Vereinigung (KV), mit der er in dieser Angelegenheit bereits Kontakt aufgenommen hatte. Zwar verfüge die Praxis über eine Kassenzulassung. Die vertragsärztliche Genehmigung für die Magnetresonanztomographie (MRT) sei bislang jedoch abgelehnt worden. Eine Intervention des Bürgermeisters sei mit einem „Dreizeiler“ zurückgewiesen worden.
Möller kündigte an, bei der Kassenärztlichen Vereinigung erneut vorstellig zu werden. Aus seiner Sicht benötigt die Region dringend einen weiteren MRT-Sitz.
