„Das Handwerk hat goldenen Boden, mehr als je zuvor“, sagte Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer. Besonders die fortschreitende künstliche Intelligenz fördere die Bedeutung des Handwerks auch in der Zukunft. „Wir haben in diesem Jahr schon erheblich gesteigerte Zahlen in der Ausbildung im Handwerk. Die jungen Menschen erkennen, dass viele Jobs von der KI übernommen werden“, sagte Krämer. In der Region Fulda sei das Handwerk laut Krämer besonders stark: „Sie finden uns überall, ohne Handwerk geht kein Tag von statten“.
Gerade das individuelle Handwerk würde laut Krämer immer bleiben: „Man muss es Menschen erst einmal Nahe bringen, da die Kinder in ihrer Kindheit nicht mehr handwerklich geprägt werden“. Die Messe soll Jugendlichen Perspektiven aufzeigen und die Möglichkeiten des Handwerks darlegen. „Ideen kann man viele haben, entscheidend ist die handwerkliche Umsetzung“, betonte auch Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und bedankte sich bei allen Mitwirkenden. Eine Besonderheit gab es auch zu sehen: eine Metalllilie, angelehnt an das Stadtwappen und Symbol von Fulda. Die Firma Hahner Technik stellte die Lilie in Übergroße her und die Stadt Fulda bot einen Euro für jedes Jahr seit der Klostergründung und ersteigerte das Kunstwerk so. Der Erlös geht an die Kinder-Akademie Fulda, wo zukünftig Metallworkshops stattfinden werden.
„Nachher passiert noch vieles mehr, lasst euch überraschen“, blickte Thomas Kirchhof, Parzeller-Verlagsleiter und Mitorganisator auf das Programm des Tages. Im Mittelpunkt des Wochenendes steht insbesondere das eigene Ausprobieren. Ob das Errichten einer Steinmauer, das Gestalten von Mosaiken, das Pflastern eines Wegs oder die Arbeit mit Schiefer – die Möglichkeiten sind vielfältig. Bei den Metallbauern findet ein virtuelles Schweißen statt und Metallrosen werden gefertigt. Auszubildende der Zimmerer, Maurer und Fliesenleger bauen während der Messe zudem gemeinsam zwei Schachtische für die Stadt Fulda, darunter auch einen barrierefreien. Ein weiteres Highlight bieten die Kfz- und Karosseriebauer an mit einem Formel-1-Fahrsimulator. „Wir freuen uns auf die Zeit hier. Das ist eine Besonderheit für Kinder und ihre Eltern“, sagte Kay Funke, Kfz-Kraftfahrzeugtechnikermeister und Serviceberater im Autohaus Krämer. Die Bäcker- und Fleischerinnung präsentiert einige kulinarische Beispiele. „Für mich ist das eine Herzensangelegenheit“, so Kirchhoff zu den Handwerksbetrieben. Ziel sei eines zu zeigen, „wie stark, innovativ und unverzichtbar unser Handwerk ist“. Auch Krämer sagte: „Wir leben in einer tollen Region, in einer tollen Stadt mit tollen Akteuren. Wir alle sind Fulda und verantwortlich für Fulda“.
Die Handwerksmesse rund um den Universitätsplatz in Fulda ist auch am Sonntag nochmal von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
