Ein zentraler Fokus lag im Bereich der Bauleitplanung und Infrastruktur. Für rege Diskussionen sorgte ein Bauantrag am Petersberger Weg/Ecke Dr.-Dietz-Straße unterhalb des Klinikums, wo der Neubau einer größeren Wohnanlage mit insgesamt 28 Einheiten geplant ist. Die Genehmigung soll beschleunigt im Rahmen des sogenannten „Bauturbos“ der Bundesregierung erfolgen. In kleineren Wohneinheiten sollen dort künftig Klinikmitarbeitende, Studierende und Senioren zeitgemäßen Wohnraum finden. In der vorbereitenden Sitzung des Bauausschusses hatten sich zwei Drittel der Mitglieder enthalten. Dort sorgte, so Thomas Grünkorn, die dortige Verkehrs- und Parksituation bei den Anwohnern für Bedenken. Grünkorn bestätigte dabei, dass Einigkeit bestand, dass prinzipiell neuer Wohnraum benötigt wird und der augenblickliche Zustand des Grundstücks auch von den Anwohnern kritisch gesehen wird. Weiter bemängelte er: „In der Entscheidung waren wir Zeitdruck ausgesetzt. Dazu sehen wir auch den Bauträger in der Pflicht.“ Auch Christoph Erb (CDU) bemängelte, dass die Gemeindevertreter nicht frühzeitig genug eingebunden wurden: „Die Größe des Objekts passt nicht unbedingt zum Umfeld. Die Verkehrs- und Parksituation müssen wir uns anschauen und dann darauf achten, dass entsprechend der Baugenehmigung gehandelt wird.“ Bürgermeister Timo Zentgraf verteidigte das schnelle Verfahren auch in der Sommerpause als echten Bürokratieabbau: „Auch in kürzerer Zeit kann man zu Entscheidungen kommen.“ In der Baugenehmigung seien ausreichend Stellplätze entsprechend der gemeindlichen Satzung in einer Tiefgarage ausgewiesen. Das Gebiet sei das einzige in der Gemeinde mit Anwohnerparkausweisen für den öffentlichen Parkraum. Er schlug vor zu prüfen, dass diese für das neu geplante Gebäude nicht ausgestellt werden. Uneingeschränkte Zustimmung versprachen Uwe Raffler (Grüne), insbesondere weil seine Partei Innenraumverdichtung anstelle neuer Baugebiete bevorzuge, und Jürgen Plappert (FDP): „Neuer Wohnraum ist wichtig. Das Projekt fügt sich gut in die Umgebung ein.“ Letztlich stimmten alle Fraktionen außer der CWE dem Bauantrag einstimmig zu.
Weiter berieten die Mandatsträger über den „Batteriespeicher Künzell“ im Ortsteil Dirlos, der durch den Abschluss eines Durchführungsvertrages konkretisiert werden soll. Insgesamt 6,4 Hektar bisherige Landwirtschaftsfläche werden dafür benötigt, um einen „Beitrag zur regionalen Energieinfrastruktur und zur Integration erneuerbarer Energien in das Stromversorgungssystem“ zu leisten. Weiter beschloss die Gemeindevertretung den Plan zur Neugestaltung der Freizeitanlagen am Sportplatz Pilgerzell. Ein gestellter Förderantrag wurde nicht genehmigt. Durch den Verzicht auf das dort noch geplante Beachvolleyballfeld verringern sich die Kosten erheblich. Bürgermeister Zentgraf verwies dabei auf das neue Beachvolleyballfeld der Stadt in den Fuldaauen, welches in wenigen Minuten erreichbar sei. Beide Vorschläge wurden ohne Gegenstimmen genehmigt.
Ein neues Angebot soll es im Künzeller Friedhofswesen geben. In einem sogenannten „Memoriam-Garten“ sollen Urnen- und Reihengräber angeboten werden. Im neuen Grabfeld wird die Grabpflege einheitlich durch ein Gartenbauunternehmen für die gesamte Liegedauer gewährleistet. Bei einem Memoriam-Garten soll, so ein Anbieter, der Fokus auf Harmonie, Schönheit und gleichzeitig auf Nachhaltigkeit gelegt werden. Dadurch, dass es keine klaren Abgrenzungen zwischen den Gräbern gibt, soll eine gemeinschaftliche Atmosphäre entstehen. Die Namen der Verstorbenen werden dort auf individuellen Grabmalen innerhalb des Memoriam-Gartens verewigt. Auch dieser Beschluss erfolgte einstimmig.
