Handball 11.09.2026

Männer – HSG „heiß wie Frittenfett“ – TVH startet mit Ambitionen

Osthessen (jah) – Die Handball-Saison steht vor der Tür: Am Wochenende geht es in den osthessischen Sporthallen wieder um Punkte für die hiesigen Teams. Im Männerbereich gehen in Regional- und Oberliga drei Mannschaften aus der Region an den Start. Der TV Hersfeld will in der Regionalliga bestehen, für die HSG Großenlüder/Hainzell und den TV Flieden geht es in der Oberliga Nord respektive Süd um Zählbares. Den Auftakt macht der TVF bereits am Freitagabend (20.15 Uhr) gegen die HSG Groß-Bieberau/Modau II.

Der aktuelle Kader des TV Flieden, mit dem der Klassenerhalt in der Oberliga Süd gelingen soll. Foto: Verein

In der vergangenen Saison trafen die HSG Großenlüder/Hainzell (in blau) und der TV Hersfeld noch aufeinander, nach der Meisterschaft kämpft der TVH nun in der Regionalliga um Punkte. Archivfoto: Christine Görlich

Regionalliga

Als einziges Regionalligateam der Region geht der TV Hersfeld in die neue Spielzeit: Nach der souveränen Meisterschaft in der Oberliga konnten die Festspielstädter ihren Kader zusammenhalten und verstärkten sich mit den Youngstern Julian Ley und Jonas Lüder, die aus dem Melsunger Raum zum TVH wechselten. „Sie sind auch nicht nur als Ergänzung eingeplant, sondern sollen uns sofort wirklich weiterhelfen“, betont Michael Stock, der das Traineramt gemeinsam mit Kai Hüter bekleidet und im Sommer Dragos Negovan beerbt hat: „Es herrscht eine große Euphorie in Bad Hersfeld. Wir wollen natürlich den Flow mitnehmen aus der Aufstiegssaison, durch die souveräne Meisterschaft wurden aber auch gewisse Erwartungen geweckt. Man hat aber in der Vergangenheit gesehen, dass sich die Aufsteiger in der Regionalliga immer arg schwer tun – das ist nicht mit der Oberliga vergleichbar“, ordnet Stock ein. Die größte Umstellung dürfte für den TVH wohl der Einsatz von Haftmitteln sein – aber der Regionalliga kommt Harz zum Einsatz. „Wir haben uns deswegen extra für eine längere Vorbereitung entscheiden. Es wird da sicherlich noch das eine oder andere Problem geben, aber ich denke, dass wir das schnell in den Griff kriegen werden“, betont Stock: „Ich habe einen sehr guten Eindruck von der Mannschaft, wir sind mit der Vorbereitung absolut zufrieden und die Jungs haben das sehr gut angenommen.“ Das Ziel sei dennoch klar: So schnell wie möglich die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einfahren: „Der Klassenerhalt kann nur das Ziel sein, das ist mit der Truppe aber auch machbar, da mache ich mir wenig Gedanken. Wir wollen das erste Heimspiel positiv gestalten gegen einen starken Gegner, und nach fünf oder sechs Spieltagen lässt sich dann ein erstes Fazit ziehen.“ Zum Auftakt wartet mit Hüttenberg II ein starker Gegner, wie Stock vermutet: „Sie spielen mit einer offenen Abwehrvariation, da müssen wir geduldig bleiben und dürfen nicht zu hektisch agieren. Es gilt, die Konter zu unterbinden und selbst aus einer guten Deckung heraus zu agieren.“

 

Oberliga Süd

„Ich denke, wir können uns sicher sein, dass wir nicht um die Meisterschaft mitspielen werden“, schmunzelt Fliendens Meistertrainer Dominic Di Meglio vor dem Auftakt. Der TVF lieferte sich bis zum Saisonende ein Kopf-an-Kopf-Duell mit dem TV Langenselbold, konnte nach 22 Siegen aus 26 Partien aber die Meisterschaft in der Bezirksoberliga Offenbach-Hanau unter Dach und Fach bringen – und freut sich nun auf die Oberliga: „Es geht für uns auch darum, uns für die letzte Saison und den Aufstieg zu belohnen.“ Doch das Team aus dem Königreich will das Abenteuer Oberliga natürlich nicht nur genießen, auch wenn nur der Klassenerhalt das vordergründige Ziel sein kann. „Wir haben in der Vorbereitung gesehen, dass wir uns vor keinem verstecken müssen“, erläutert Di Meglio und führt als Beispiel den Test gegen die HSG Großenlüder/Hainzell heran, der lange ausgeglichen verlief: „Wenn jeder zu 100 Prozent dabei ist, brauchen wir uns vor keinem zu verstecken. Gegen Großenlüder haben wir lange gut mitgehalten. Es liegen jetzt drei Monate Vorbereitung hinter uns, in denen die Jungs gut mitgezogen haben. Wir freuen uns jetzt darauf, dass es losgehen kann – und das auch noch in heimischer Halle vor unseren Fans“, blickt Di Meglio voraus, der generell eine ausgeglichene Liga erwartet: „Es ist eine starke Klasse, in der Bruchköbel wahrscheinlich der Favorit ist. Sie sind nur knapp abgestiegen und auch größtenteils zusammengeblieben. Aber es wird viele gute Leistungen brauchen, um in der Klasse zu bleiben – und noch bessere, um oben mitspielen zu können.“ Der TVF verstärkte sich im Sommer mit Felix Ebert und Johannes Kulla von der MSG Neuhof/Eichenzell, dazu findet das Training in der neuen Saison gemeinsam mit der zweiten Mannschaft statt – sodass Di Meglio und sein Trainerteam beständig über 20 Spieler im Training begrüßen können. Zum Auftakt geht es mit Groß-Bieberau/Modau II gegen einen Mitaufsteiger. „Eine gute Standortbestimmung für uns“, wie Di Meglio sagt: „Da sehen wir dann wirklich, wie der aktuelle Stand bei uns ist.“

 

Oberliga Nord

Bei der HSG Großenlüder/Hainzell ist auf der Trainerbank alles beim Alten geblieben: Sebastian Peppler hat beim Vorjahresfünften nach wie vor das Ruder in der Hand und will mit seinem Team die ordentliche Vorsaison bestätigen – die HSG peilt erneut einen Platz unter den ersten Fünf an, muss allerdings ohne Michael Blinzler auskommen, der seine Karriere beendet hat. Darüber hinaus fehlt in Lukas Dimmerling zum Saisonstart ein weiterer wichtiger Spieler mit Schulterproblemen. Neben zwei externen Neuzugängen setzt die HSG genauso wie Flieden auf die Integration der Spieler aus der eigenen Reserve. „Wir hatten so zwischen 30 und 35 Spieler im Training, da kann man natürlich gut arbeiten. So blicken wir auf zehn Wochen der Vorbereitung zurück, die wirklich Spaß gemacht haben“, erläutert Sebastian Peppler: „Der Kader ist ansonsten in weiten Teilen zusammen geblieben. Wir haben ein bisschen was am System geändert, mal schauen wie sich das vorne und hinten entwickelt. Aber insgesamt sind wir sehr, sehr zufrieden. Die Jungs sind heiß wie Frittenfett, dass es jetzt endlich wieder losgeht.“ Im Gegensatz zum TV Flieden und dem TV Hersfeld startet die HSG auswärts – bei einem unangenehmen Gegner: Es geht zur HSG Fuldatal/Wolfsanger, einem Team, dass Peppler und Co. bereits in der Vergangenheit Probleme bereitete. „Aber auch bei denen hat sich viel getan, wir werden schauen, was passiert. Am Ende dürfen wir das auch nicht heißer kochen, als es ist. Wenn wir unser Ding durchziehen, haben wir gute Chancen, dort zu bestehen“, blickt Peppler voraus, für den die HSG Baunatal nach Platz zwei im Vorjahr in dieser Saison der große Favorit ist. „Wesertal sehe ich dicht dahinter, die haben sich gut entwickelt und eine stabile Truppe. Dazu kommen unangenehme Teams wie eben Fuldatal und Dittershausen – und wir“, schmunzelt Peppler: „Ich denke, das sollten die ersten Fünf sein – entsprechend sollte das auch unser Ziel sein.“