„Im Rahmen meiner praktischen Tätigkeiten habe ich wiederholt erlebt, wie stark die Arzt-Patient- Beziehung unter Zeitmangel und begrenzten Ressourcen leidet, insbesondere im ländlichen Raum. Genau hierin sehe ich meine persönliche Motivation: Ich möchte dazu beitragen, diese Beziehung wieder zu stärken. Mein Ziel ist es, insbesondere für ältere Patientinnen und Patienten eine verlässliche Ansprechpartnerin und Orientierungshilfe zu sein und so einen Beitrag zur Sicherung der medizinischen Versorgung in der Region zu leisten“, erklärt die 24-Jährige zu ihren Vorstellungen. Ihre Faszination zur Medizin entstand durch ihre Hausärztin: „Ihr Engagement, ihre Menschlichkeit und ihr Verantwortungsbewusstsein haben mich nachhaltig beeindruckt. Zudem bin ich eng mit meiner Heimat, trotz meines Studiums in Berlin, verbunden, weshalb es mich besonders gereizt hat, mich für dieses Stipendium zu bewerben.“
„Es freut uns als Landkreis, dass junge Menschen, die zur Ausbildung oder zum Studium ‚in die Welt ziehen‘, wieder in den Landkreis zurückkommen wollen. Mit dem Medizinstipendium unterstützen wir Studierende und kümmern uns aktiv, um ärztlichen Nachwuchs für unseren Landkreis zu gewinnen“, fasst Landrat Torsten Warnecke zusammen. Für Dr. Martin Ebel, Vorsitzender der Hausarztakademie im Landkreis, ist die Gewinnung von Nachwuchs elementar: „Perspektivisch müssen wir junge Menschen noch mehr für die Allgemeinmedizin begeistern. Die Entwicklung ist seit kurzem wieder etwas positiver. Das Medizinstipendium ist ein weiteres Instrument, wovon nachhaltig der Landkreis profitieren wird. Alle Beteiligten freuen sich, dass wir nun das erste Stipendium vergeben konnten.“
Informationen zum Medizin-Stipendium
Um sich für das Medizin-Stipendium bewerben zu können, müssen Studierende aus dem Landkreis kommen oder einen Bezug zur Region haben. Zudem muss der erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung erfolgreich abgelegt sein. Studierende verpflichten sich darüber hinaus dazu, im Anschluss an ihr Studium eine Weiterbildung im Kreis zu absolvieren und hier vier Jahre lang als Facharzt/Fachärztin oder Hausarzt/Hausärztin tätig zu sein. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind und ein Studierender vom Auswahlgremium für das Stipendium ausgewählt wurde, bekommt er vom Kreis finanzielle Unterstützung. Während des gesamten Studiums, das für maximal acht Semester bis zum Ende der Regelstudienzeit gewährt wird, erhält der Stipendiat oder die Stipendiatin 900 Euro monatlich. Weitere Informationen gibt es unter: www.hef-rof.de/medizin-stipendium
