Lokales FD 25.09.2026

Krisenvorsorge – Fuldaer DRK-Präsidentin: Realität ernst nehmen

Berlin (pm/gü) – Bevölkerungsschutz und Krisenvorsorge - zwei Themen, die immer mehr an Bedeutung gewinnen. „Auch bei uns in Deutschland und wir müssen vorbereitet sein: Alle sind gefragt! Dafür braucht es aber Vernetzung zwischen Bevölkerung und Politik, Bundeswehr, Feuerwehren und Hilfsorganisationen“, sagt Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Fulda, und fordert, Hürden zu brechen. Die Rotkreuz-Präsidentin war Teil einer hochkarätig besetzten Diskussionsrunde am Donnerstagabend in der Hessischen Landesvertretung in Berlin.

Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion. Foto: DRK Fulda.

Eine veränderte Sicherheitslage, Extremwetter, mögliche Stromausfälle und Angriffe auf Kritische Infrastrukturen stellen Staat und Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Krisen können sich überlagern und gegenseitig verstärken. Vor diesem Hintergrund hatte das Hessische Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz zur Veranstaltung „Bevölkerungsschutz: Eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung“ in die Hessen-Botschaft eingeladen. Gastgeber war Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck (CDU).

Zu Beginn haben Kai Sauer, Botschafter der Republik Finnland in Berlin, und Staatsminister Poseck mit Impulsvorträgen Einblicke in unterschiedliche Aspekte gesellschaftlicher Resilienz und Krisenvorsorge gegeben. An der anschließenden Diskussion hat Innenminister Roman Poseck mit Experten gesprochen. Auf dem Podium saßen Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, Vizepräsidentin des Deutschen Roten Kreuzes a.D. und Präsidentin des DRK-Kreisverbandes Fulda, Thomas Silberhorn MdB, Mitglied des Innenausschusses des Deutschen Bundestages, Norbert Fischer, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen, sowie Prof. Dr. Lars Gerhold von der Technischen Universität Braunschweig, Lehrstuhl Psychologie soziotechnischer Systeme und Wissenschaftlicher Leiter des Forschungsforums Öffentliche Sicherheit. Moderiert wurde der Abend von Gunnar Töpfer vom Hessischen Rundfunk.

 

Impuls zur Sensibilisierung für Krisenvorsorge in Berliner Hessen-Botschaft

„Resilienz und Krisenvorsorge sind in diesen krisenhaften Zeiten das Gebot der Stunde“, betonte Innenminister Roman Poseck und führte weiter aus: „Die geopolitische Lage, Cyberangriffe, hybride Bedrohungen, Unwetter und Stromausfälle stellen uns vor neue Herausforderungen. Auf diese müssen Staat und Gesellschaft reagieren. Mir war es deshalb wichtig, nach der ersten Resilienzwoche in Hessen einen weiteren Impuls zur Sensibilisierung für Krisenvorsorge in der Landesvertretung Berlin zu geben.“ Zuvor hatte der finnische Botschafter Sauer deutlich gemacht, wie umfassend Sicherheit in seinem Land gesehen wird. Die Bevölkerung sei in die Themen umfassend eingebunden.

„Wir können von den skandinavischen Ländern weiter viel lernen und die Themen Sicherheit und Resilienz gemeinsam betrachten. Wenn wir beiden Gesichtspunkten bestmöglich Rechnung tragen, stärken wir auch das Vertrauen in den Staat“, so Poseck, der das Thema „Bevölkerungsschutz“ zur Chefsache erklärt hat. Und er betonte weiter: „Es kommt auf jeden Einzelnen an. Wer weiß, was bei einem Stromausfall zu tun ist, Warnmeldungen richtig einordnet, einen angemessenen Vorrat zu Hause hat oder nach einem hilfsbedürftigen Nachbarn schaut, leistet einen wichtigen Beitrag. Je besser sich die Menschen und ihre Nächsten auf eine Krise vorbereitet haben, desto stärker werden auch unsere Einsatzkräfte entlastet.“

Für Rotkreuz-Präsidentin Schenck zu Schweinsberg sind Bevölkerungsschutz und Resilienz gesamtgesellschaftliche Aufgaben. „Als DRK sind wir schon sehr gut aufgestellt, aber wir müssen noch besser werden und vor allem die Menschen mitnehmen. Es geht nicht darum, in Panik zu verfallen, sondern die Realität ernst zu nehmen, Verantwortung zu übernehmen und handlungsfähig zu bleiben.“

Gipfel zum Bevölkerungsschutz in Berlin. Fotos: DRK Fulda.