Lokales FD 30.09.2026

Köchin aus Hofbieber will bei internationalem Wettbewerb ins Finale

Frankfurt/Hofbieber (pm/gü) – Kateryna Boniakevych aus dem Restaurant Lothar-Mai-Haus in Hofbieber tritt am 27. Oktober beim deutsch-österreichischen Vorentscheid der S.Pellegrino Young Chef Academy an. Mit ihrem Wettbewerbsgericht „Roots Beyond Borders“ will die Jungköchin ins internationale Finale einziehen.

Kateryna Boniakevych. Fotos: S.Pellegrino

Das Wettbewerbsgericht „Roots Beyond Borders“

Von Hofbieber auf die internationale Bühne: Boniakevych gehört zu zehn Nachwuchstalenten aus Deutschland und Österreich, die sich für den regionalen Vorentscheid des S.Pellegrino Young Chef Academy Awards qualifiziert haben. Ende Oktober geht es nun für sie um den Einzug ins internationale Finale. Dafür bringt sie ein Gericht mit, das viel über ihren eigenen Lebensweg erzählt. „Roots Beyond Borders“ verbindet ukrainische Traditionen mit dem wilden, erdigen Charakter deutscher Wälder. Es erzählt von ihren Wurzeln, ihrem Leben in Deutschland und davon, welche Köchin sie in Zukunft sein möchte.

Zwischen ukrainischen Wurzeln und deutschen Wäldern

Im Mittelpunkt von „Roots Beyond Borders“ steht Hirsch. Boniakevych kombiniert das Wildfleisch mit Zutaten, die an Wald, Natur und Saison erinnern. Pilze spielen dabei eine zentrale Rolle: Steinpilze, Pfifferlinge und Portobello treffen unter anderem auf Bärlauch, Sauerampfer und Kräuter. Dabei verbindet die junge Köchin diese regional geprägten Aromen mit Erinnerungen an ihre ukrainische Herkunft. Mohn, Hirse und Brynza greifen Zutaten auf, die Teil ihrer kulinarischen Prägung sind. So entsteht ein Gericht, das nicht zwischen zwei kulinarischen Welten wählen muss, sondern beide miteinander verbindet.Auch optisch holt Boniakevych den Wald auf den Teller. Eine Mousseline aus Maispoularde wird in Form einer Baumrinde zubereitet und ums Hirschfleisch gelegt. Im Inneren versteckt sich eine Füllung mit Pfifferlingen, geräucherter Pflaume und Bärlauch. So wird der Wald nicht nur über den Geschmack, sondern auch über die Präsentation Teil des Gerichts. 

Ein Gericht über Ankommen und Weitergehen

Hinter „Roots Beyond Borders“ steht eine sehr persönliche Idee. Boniakevych versteht das Gericht als Spiegel ihres Weges zwischen ihren ukrainischen Wurzeln und ihrem heutigen Leben in Deutschland. Erinnerung und Veränderung gehören dabei für sie zusammen. Die ukrainischen Einflüsse bleiben Teil ihrer kulinarischen Identität. Gleichzeitig prägen regionale und saisonale Produkte sowie die Natur ihrer neuen Heimat ihre heutige Küche. Der wilde Charakter des Hirschs und die erdigen Pilzaromen schlagen dabei die Brücke zu den deutschen Wäldern. Mit ihrem Wettbewerbsgericht möchte Boniakevych zeigen, wie aus unterschiedlichen Einflüssen eine eigene kulinarische Handschrift entstehen kann. Ihre Vorstellung für die Zukunft: persönliche Geschichten mit einer bewussten und modernen Küche erzählen. 

Bewusst mit Lebensmitteln umgehen

Zu diesem Ansatz gehört für Boniakevych auch ein möglichst bewusster Umgang mit den eingesetzten Produkten. Für „Roots Beyond Borders“ arbeitet sie mit regionalen und saisonalen Zutaten und verfolgt einen Zero-Waste-Gedanken. Das zeigt sich auch bei der Zubereitung. Knochen und Abschnitte von Hirsch und Poularde werden beispielsweise für eine kräftige Consommé weiterverarbeitet. Auch Zwiebelschalen erhalten eine neue Funktion: Getrocknet und fein gemahlen werden sie als Bestandteil eines knusprigen Elements eingesetzt. So verbindet Boniakevych in ihrem Wettbewerbsgericht („Signature Dish“) persönliche Herkunft mit Naturverbundenheit und dem Anspruch, verantwortungsvoll mit Lebensmitteln umzugehen.

Zehn Talente kämpfen um den Finaleinzug

Am 27. Oktober trifft Boniakevych in Frankfurt am Main auf neun weitere Kochtalente aus Deutschland und Österreich. Sie alle treten mit einem selbst entwickelten Signature Dish an. Gefragt sind dabei nicht nur handwerkliches Können und Kreativität. Auch die persönliche Haltung und kulinarische Vision hinter dem Gericht spielen eine entscheidende Rolle. Über den Einzug ins internationale Finale entscheidet eine hochkarätige Jury mit insgesamt zehn Michelin-Sternen: Christian Bau vom Victor’s Fine Dining, Andreas Krolik vom Lafleur, Julia A. Leitner vom Coda, Martin Stopp vom Atama und Nathalie Leblond vom Les Deux.