Lokales FD 28.09.2026

Klimaschutz und Hitzeanpassung Themenschwerpunkte im Kreistag

Hünfeld (sk) – Länger anhaltende Dürreperioden, hitzebelastete Klassenzimmer und offene Personalfragen: Im Fuldaer Kreistag standen bei der Sitzung am Montag in Hünfeld mehrfach Klima-Themen im Mittelpunkt.

Foto: Stefan Krug.

Die FDP/FGG-Fraktion beantragte eine umfassende Prüfung, wie die Schulen in Trägerschaft des Landkreises künftig besser an länger anhaltende hohe Temperaturen angepasst werden können. Neben baulichen Lösungen soll dabei auch der bedarfsgerechte Einsatz von mobilen Klimageräten und fest installierten Klimaanlagen analysiert werden. In der Aussprache zu diesem Vorhaben meldete sich Helmut Schönberger (Grüne) mit deutlicher Kritik zu Wort. Er prognostizierte, dass die nachträgliche Anpassung an das Klima „ein ziemlich teures Thema in den nächsten Jahren werden“ werde, und nutzte die Debatte für eine Abrechnung mit der Mehrheitsfraktion: Die Grünen hätten schließlich seit Jahren Anträge zum Klimaschutz gestellt – doch immer, wenn es Geld gekostet habe, sei dagegen gestimmt worden. „Die Kassen sind nicht leer, die Frage ist, wofür wir Geld ausgeben“, so Schönberger, der in diesem Zusammenhang von teils „luxuriösen Schulen“ im Landkreis sprach. Für die Zukunft äußerte er die Hoffnung, dass die inhaltlichen Anregungen der Grünen endlich angenommen werden, anstatt notwendige Klimamaßnahmen erst im Nachhinein teuer zu bezahlen.

Landrat Bernd Woide hielt dieser Kritik ein klares Statement entgegen und verteidigte die bisherige Schulbaupolitik des Landkreises: „Natürlich war früher Digitalisierung, Mensen und vieles andere kein Thema bei Schulen. Wir bemühen uns, das sachgerecht zu lösen. Aber das kostet halt alles Geld.“ Auch den pauschalen Vorwurf beim Klimaschutz ließ Woide nicht gelten. Er betonte, dass beim Thema Klimaschutz vieles letztlich nur global gelöst werden könne; was der Kreis im Rahmen seiner Möglichkeiten jedoch tun könne, werde bereits konsequent umgesetzt. Als konkrete Beispiele für das kommunale Engagement nannte der Landrat den kontinuierlichen Ausbau der Radwege, wie sie so nirgends im Land Hessen zu finden seien, sowie die Investitionen in die regionale Biomethananlage. Woide appellierte insbesondere daran, dass der Kreis gerade bei Schulen eine Verantwortung habe. Hier müsse sachgerecht und mit Maß vorgegangen werden – gerade angesichts der explodierenden Sozialkosten, welche der Kreis leisten müsse, ohne auf deren Höhe Einfluss zu haben. Angenommen wurde der Prüfantrag einstimmig. 

Ergänzt wurde dieser ökologische Fokus durch einen weiteren großen Themenblock der Sitzung, der ebenfalls ganz im Zeichen des Klimaschutzes und der Klimafolgenanpassung stand, wobei drei zusätzliche Anträge zur Beratung an den Ausschuss für Landwirtschaft, Nachhaltigkeit und Klimaschutz überwiesen wurden. Die SPD-Fraktion forderte einen umfassenden Bericht zur Unterstützung der heimischen Landwirtschaft bei Dürre und Hitze, um die Betriebe langfristig widerstandsfähiger gegen Ertragseinbußen zu machen. Parallel dazu beantragten die Grünen/Volt-Fraktion die Vorstellung aktueller Hitzeschutzkonzepte für die Bevölkerung, die Bediensteten sowie die kreiseigenen Gebäude, um den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiken extremer Sommertage zu begegnen. Weiter brachte die CWE einen Antrag zur Erarbeitung eines systematischen Konzepts zur Trinkwassereinsparung in allen Liegenschaften des Landkreises ein, da sommerliche Dürreperioden auch in der Region Fulda bereits zu ersten akuten Wassernotständen geführt hatten. Da es sich dreimal um Anträge handelte, die erst einmal keine Haushaltsmittel beanspruchen, fiel es dem Kreistag leicht, jeweils fast einstimmig bei Enthaltung der Freien Wähler zuzustimmen. 

Nahtlos in diese Debatte fügte sich auch der Antrag zum „Klimaschutzmanagement“ von Kerstin Wingenfeld für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/Volt ein, in dem eine dringende und qualifizierte Nachbesetzung der seit Januar 2026 vakanten Stelle der Klimaschutzmanagerin gefordert wurde; andernfalls bestehe die Sorge, dass die Bedeutung des Themas in der Region ins Hintertreffen gerate. Frank Schüßler (AfD) erteilte dem Vorhaben eine deutliche Absage und forderte eine inhaltliche Kehrtwende: „Wir brauchen keinen Klimaschutz, sondern Klimaanpassung.“ Zudem warf er den Antragstellern parteipolitische Postenklientel vor und betonte: „Die Grünen sind sehr gut darin, einen Posten zu schaffen und gleich mit eigenen Leuten zu besetzen.“ Da der Kreistag für konkrete Stellen- und Personalbesetzungen der Kreisverwaltung rechtlich jedoch nicht zuständig ist, wurde das Ansinnen zur weiteren Beratung direkt an den Kreisausschuss überwiesen.