„Aus jeder Perspektive sieht man etwas anderes“, sagte Claudia Kleinert, eine deutsche Fernsehmoderatorin, die die Laudatio hielt. Für sie wäre ein Perspektivenwechsel in der heutigen Zeit mit den sozialen Medien und der künstlichen Intelligenz besonders wichtig. Das große Thema der Malerei ist das Postinternetzeitalter. Der Maler Antonio Marra zeige dabei eine besondere Art der Malerei. „Was wir sehen, ändert sich mit jedem Schritt“, sagte Kleinert.
Bilder mit strahlenden Farben und vielen symmetrischen Details werden aus allen Richtungen von den Gästen angesehen. Marra entwirft Leinwände mit einer lamellenartigen Struktur, die mit unterschiedlichen Farben bemalt werden. Es entwickeln sich Bildgefüge, die sich überlagern und wieder neue Farbkompositionen auslösen. „Unser Verstand hat hier nichts zum Festhalten“, sagte Kleinert.
„Der Schöpfer stand im Visier seiner eigenen Schöpfung“, sagte Marra. Er stellte sich vor, was die Bilder mit ihm machen, wenn er im Mittelpunkt des Raumes steht. „Eine außergewöhnliche Aura“, erzählte er. Die Bilder hätten den Maler angeschaut und etwas hinterlassen: „Was wir schaffen, entwickelt eine Wirkung auf uns.“
Für Martina Sauerbier, Kulturbeauftragte, waren die Bilder, die sich verändern, etwas ganz Besonderes, weshalb sie Marra fragte, ob er sie in dem Museum ausstellen wolle. „Die Werke fordern uns auf, unsere eigenen Überzeugungen zu hinterfragen“, freute sie sich. „Es ist mir eine große Ehre und Freude, dass ich da bin“, sagte Marra. Laut Sauerbier seien bereits einige Kontakte geknüpft und aufgebaut worden.
Ein Familientag findet am 11. Oktober um 15 Uhr statt. „Es wird immer sehr gut angenommen. Man versucht auch, mit den Kindern künstlerisch zu sein“, so Sauerbier. Zudem wird ein Kunstfrühstück am 25. Oktober ab 10 Uhr angeboten.
Die Ausstellung läuft voraussichtlich bis zum 9. Januar im Museum Modern Art in Hünfeld.
