Campus 24.09.2026

Hochschule wird zum Treffpunkt der Simulationsmedizin

Fulda (jah) – Wie lassen sich medizinische Abläufe sicherer machen, ohne dass Fehler erst am echten Patienten auftreten? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigt sich das InSiM 2026 an der Hochschule Fulda. Das interdisziplinäre Symposium bringt Fachleute aus Medizin, Pflege und weiteren Gesundheitsberufen zusammen, um Simulationstrainings weiterzuentwickeln und Erfahrungen auszutauschen.

Fotos: Janosch Hensel

Bereits zum 23. Mal findet das „Interdisziplinäre Symposium zur Simulation in der Medizin“ (InSiM) statt – in diesem Jahr erstmals an der Hochschule Fulda. Von Donnerstag bis Freitag stehen Vorträge, Workshops, Diskussionen und der Austausch zwischen den verschiedenen Berufsgruppen auf dem Programm. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Simulation dazu beitragen kann, die Patientensicherheit zu verbessern.

Für Prof. Dr. Benjamin Ewert, Dekan des Fachbereichs Gesundheitswissenschaften der Hochschule Fulda, passt das Symposium besonders gut zum Profil der Hochschule: „Interdisziplinarität genießt am Fachbereich Gesundheitswissenschaften einen hohen Stellenwert“, betonte Ewert bei der Eröffnung des InSiM auf dem Hochschulcampus. Dabei gehe es nicht nur darum, verschiedene Fachrichtungen nebeneinander zu betrachten. „Es ist gerade die Zusammenarbeit, das gemeinsame Üben, das Reflektieren, das Verbessern der gemeinsamen Arbeit“, betonte er.

Genau dieses gemeinsame Arbeiten verschiedener Gesundheitsberufe bildet einen Schwerpunkt des InSiM. Pflegefachkräfte, Physiotherapeuten und Mediziner sollen bereits in der Ausbildung lernen, auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten. „Es ist selbstverständlich, dass Physiotherapeuten, Pflegefachkräfte und eben auch Medizinerinnen in der Ausbildung zusammenarbeiten, ohne unnötige Hierarchien“, sagte Ewert.

Das Programm ist entsprechend breit angelegt. Neben mehreren Keynotes und Plenarvorträgen gibt es Workshops und Arbeitskreise zu Themen wie Simulation in der Ausbildung, Virtual Reality, Teamtraining, Schauspielpatienten, Simulationsanzügen oder Telenotfallmedizin. Auch strategische Fragen spielen eine Rolle: In einer Podiumsdiskussion geht es darum, wie Simulation langfristig im Gesundheitswesen verankert werden kann und welchen Beitrag sie angesichts von Personal- und Qualifikationsmängeln leisten könnte.

Auch die Industrieausstellung ist fester Bestandteil des Symposiums. Dort können sich die Teilnehmer über aktuelle Entwicklungen und technische Möglichkeiten informieren. Für InSiM-Gründer und -Organisator Dr. Marcus Rall soll dabei ausdrücklich der Austausch im Vordergrund stehen. „Dieser Austausch ist essenziell, nutzt die Gelegenheit und kommt mit den Leuten ins Gespräch“, betonte Rall bei der Eröffnung. Die Industrieausstellung sei nicht nur eine Präsentationsfläche, sondern solle auch dazu beitragen, gemeinsam herauszufinden, welche Lösungen für Ausbildung und Simulation benötigt werden. Rall bedankte sich zugleich bei der Hochschule Fulda und den zahlreichen Referenten, Organisatoren und Ausstellern. Das InSiM werde seit einigen Jahren mit einem eigenen Organisationsteam vorbereitet.

Neben den Vorträgen und Workshops bietet das Symposium auch Raum für Forschung und Vernetzung. Zur festen Struktur gehört eine Posterausstellung, in der Forschungsarbeiten, laufende Projekte und Entwicklungsvorhaben aus dem Bereich der medizinischen Simulation vorgestellt werden. Auch Networking und der persönliche Austausch spielen über die beiden Kongresstage hinweg eine wichtige Rolle.

Für Dekan Benjamin Ewert ist das InSiM deshalb nicht nur eine Veranstaltung mit zahlreichen Fachvorträgen. Er wünschte den Teilnehmern „viele neue Impulse, interessanten Austausch und hoffentlich die ein oder andere Lösung, Inspiration für das kommende Wintersemester, aber natürlich auch darüber hinaus“ – etwa für die eigene Forschungsarbeit und zur Erweiterung der Netzwerke.

inSiM 2026 an der Hochschule Fulda. Fotos: Janosch Hensel