Ein Hauch von Nostalgie, der Geruch von Benzin und das unverkennbare Röhren historischer Motoren prägten die Veranstaltung. Pünktlich fiel der Startschuss für den elften Histo-Bergcup, der sich schon in den ersten Stunden als absoluter Publikumsmagnet erwies. Rund 180 Fahrerinnen und Fahrer aus dem gesamten Bundesgebiet verwandelten die abgesperrte Kreisstraße in Richtung Großenlüder in eine spektakuläre Wertungsstrecke. Der veranstaltende Automobilclub Lauterbach im ADAC und die Freiwillige Feuerwehr Lütterz zogen bereits am Vormittag eine durchweg positive Zwischenbilanz, da zahlreiche Motorsportfans die Naturtribünen entlang der Strecke säumten, um die historischen Schätze hautnah in Aktion zu erleben.
Lütterz war damit der Mittelpunkt von Young- und Oldtimerbesitzern, die, wie es der Veranstalter ausdrückt, „Freude am Umgang mit historischem Kulturgut auf Rädern haben“. Entsprechend handelt es sich beim Histo-Bergcup auch nicht um ein klassisches Rennen auf Bestzeit. Es gehe hauptsächlich darum, dem Publikum „historische Motorsportfahrzeuge zu präsentieren“. Wie weiter vom veranstaltenden Verein zu erfahren war, soll der sportliche Ehrgeiz trotzdem nicht zu kurz kommen: „Im Klassik-Motorsport herrscht die Auffassung vor, dass historische Rennautos und Motorräder besser auf der Piste fahren und brummen, als im Museum verstauben sollen.“ Bewertet werden dann die gleichmäßigsten Fahrzeiten, für die es auch Pokale gibt.
Unter den vielen Teilnehmern befinden sich auch etliche Lokalmatadore aus dem osthessischen Raum. Besonders im Fokus standen die beiden Fuldaer Uwe Müller, der mit seiner klassischen Alfa Romeo Giulia Super die Blicke auf sich zog, und Fred Kronberg, der in einem spritzigen Alfa Romeo 145 an den Start ging. Beide Piloten schlossen sich für dieses Heimrennen dem AC Lauterbach an und zeigten im Cockpit schon bei den Trainingsläufen am Samstag absolute Präzision. Da es beim Histo-Bergcup im Sinne des Gleichmäßigkeitswettbewerbs nicht um die absolute Bestzeit, sondern um das exakte Reproduzieren der eigenen Fahrzeit geht, legten die Fahrer von Beginn an eine beeindruckende Millimeterarbeit am Gaspedal hin. Im Fahrerlager rund um das Dorfgemeinschaftshaus Lütterz herrschte zeitgleich eine, familiäre Atmosphäre. Hier nutzten die Besucher bei freiem Eintritt die Gelegenheit, den Mechanikern über die Schulter zu schauen, Benzingespräche zu führen und die automobilen Raritäten aus nächster Nähe zu bestaunen. Für den Abend stand ein großes Livekonzert im Festzelt am DGH an. Am Sonntag geht das Spektakel bereits ab 9 Uhr mit den entscheidenden Wertungsläufen in die nächste Runde. Während des gesamten Wochenendes herrscht Ausnahmezustand in Lütterz. In fast jedem Hof standen am Samstag Fahrzeuge, die Freiwillige Feuerwehr des Ortes kümmert sich um Bewirtung und Verkehrsregelung.
