Lokales FD 18.09.2026

Hilfen unter einem Dach – Verbund feiert Eröffnung am Gallinisiring

Fulda (gü/pm) – Große Freude bei beim Verbund Region Fulda – am Freitagmittag wurde die Neueröffnung des Standorts am Gallasiniring 8 gefeiert. In dem ehemaligen Kasernengebäude sind mehrere Einrichtungen der Jugendhilfe eingezogen, unter anderem eine neue stationäre Eltern-Kind-Einrichtung und das Projekt Leif, das sich speziell an Familien aus der Stadt Fulda richtet. In den Grußworten wurde unter anderem auf die zahlreichen Herausforderungen während des Umbaus geblickt, die von vielen Kleinigkeiten mit zu einem Bombenfund reichten.

Foto: Jasha Günther.

„Für uns ist das hier mehr als ein Gebäude. Es ist ein Ort für Kinder, Familien und Jugendliche, die hier ein Zuhause auf Zeit finden“, sagte Julia Tesic, Regionalvertretung Region Fulda beim Verbund. Vorstand Jonas Prill sprach von einem echten Meilenstein nach vielen ereignisreichen und spannenden Jahren und richtete einen großen Dank an die Mitarbeitenden, die die Idee, die verschiedenen Expertisen zu bündeln, mit Begeisterung mitgetragen und das Projekt mit großem Engagement unterstützt hätten. „Es wurde etwas Großartiges geschaffen“, sagte Verbund-Geschäftsführer Uwe Braun: „Es ist genau der Ort geworden, den wir uns vorgestellt haben.“

Eigentümerin der Immobilie ist die Stadt Fulda. Stellvertretend für Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld war Stadtrat Franz-Josef Heimann zur Eröffnung gekommen. „Es war eine Win-Situation für alle“, sagte er: „Die Stadt Fulda hat dieses Gebäude erworben und es war wichtig, es einem sozialen Zweck zuzuführen.“ Er bat darum, das Gebäude mit Leben zu füllen. Bevor der Verbund einziehen konnte, war das Gebäude aufwendig saniert und modernisiert worden. Auf die aufreibenden Jahre blickte Franziska Röder vom Architekturbüro Möller Vey + Partner, für die es von Anfang an ein Herzensprojekt gewesen sei. An Herausforderungen mangelte es nicht – von der Planung, die als temporäres Zuhause gedachten Räume sollten wohnlich, aber nicht zu wohnlich werden – bis zrm Fertigstellung. „Es war sicherlich das verrückteste Projekt, das ich bisher hatte“, sagte Röder. Die Ausläufer der Coronazeit, der Ukrainekrieg und politische Umentscheidungen, zum Beispiel beim Thema Wärmetechnik, sorgten für sich immer wieder verändernde Rahmenbedingungen und dazu kamen noch einige Überraschungen im Gebäude, zum Beispiel Asbestfunde, von denen einer einen großen Wasserschaden nach sich zog. „Der Gipfel war dann noch der Bombenfund, der genau hier war, an einer Stelle, an der wir alle schon 100-mal vorbeigegangen waren“, sagte Röder.

Umso größer war nun die Freude über die Eröffnung. Auf rund 950 Quadratmetern sind Schlafzimmer, Küchen, Esszimmer, Wohnzimmer, Entspannungsräume, Büros und einiges mehr entstanden – von der kühlen Kasernenlook ist nichts mehr übrig. Hinzu kommt noch ein dem ganzen Haus, in dem sich auch eine Arztpraxis und der VdK befinden, zur Verfügung stehender Multifunktionsraum ein Stockwerk tiefer.  

 

Eltern-Kind-Einrichtung als neues Jugendhilfeangebot

Seit August erweitert die Eltern-Kind-Einrichtung kurz ElKi die Jugendhilfelandschaft für Familien in Fulda und der Region. Das stationäre Angebot richtet sich an Mütter und Väter sowie Schwangere, die gemeinsam mit ihren Kindern leben und dabei intensive pädagogische Unterstützung benötigen. Eltern werden dabei begleitet, Sicherheit im Umgang mit ihrem Kind zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen und ihren Alltag zunehmend selbstständig zu gestalten. Gleichzeitig erhalten die Kinder einen geschützten und entwicklungsfördernden Lebensraum. „Außergewöhnlich ist, dass es keine Mutter-Kind-Einrichtung ist“, sagte Stefan Mölleney, Leiter des Amts für Jugend, Familie und Senioren der Stadt Fulda: „Hier ist es auch möglich, dass Väter mit ihrem Kind kommen.“ Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Eltern-Kind-Bindung. Das Angebot könne dazu beitragen, Krisen zu stabilisieren und eine Trennung von Eltern und Kindern beziehungsweise eine Inobhutnahme des Jungendamts zu vermeiden, berichtete Tesic. Insgesamt stehen 14 Plätze zur Verfügung, so dass je nach Zahl der mitgebrachten Kinder bis zu sieben Familien aufgenommen werden können.

Neben der Eltern-Kind-Einrichtung befinden sich in den neuen Räumen zwei ambulante beziehungsweise teilstationäre Einrichtungen und eine weitere stationäre Wohngruppe des Verbunds. Die Einrichtungen arbeiten mit unterschiedlichen Zielgruppen und Aufträgen und jede verfügt über einen eigenen, klar abgegrenzten Berich und behält ihre Eigenständigkeit. Insgesamt besteht das Team aus 35 Mitarbeitenden. Träger ist der Verein „Verbund sozialpädagogischer Kleingruppen“, der insgesamt 22 Einrichtungen in den Regionen Kassel, Gudensberg, Fulda und Bremen betreibt. Der Verein ist konfessionslos und parteipolitisch unabhängig und einer humanistischen Grundhaltung verpflichtet. „Hier darf jeder so sein, wie er ist“, sagte Tesic. Der Verbund Region Fulda ist aus dem 1962 gegründeten Familienkinderheim am Ebersberg und der 1971 eröffneten Lehrlingswohngruppe Gichenbach hervorgegangen.