Am Mittwochvormittag erfuhren die Halbfinalisten in einer Live-Schalte von ihrer Finalteilnahme. Das Improtheater Fulda konnte demnach die Jury in der Kategorie „Gesellschaftliche Wirkung“ überzeugen und ist einziger Finalteilnehmer aus Osthessen. In dieser Kategorie sind neben dem Improtheater noch Projekte aus Heuchelheim und Frankfurt nominiert worden.
Michael „Shaggy“ Schwarz erzählt nach der erfreulichen Nachricht: „Ich hatten ich auf Anraten einiger Freunde und Bekannte für das Halbfinale beworben, dort durfte man fünf Minuten pitchen. Es waren zwölf Unternehmen dabei, und drei sind ins Finale gekommen“. In der Kategorie Gesellschaftliche Wirkung ist sein Improtheater wohl perfekt aufgehoben: „Es geht darum, was man tut und wie positiv die Wirkung davon auf unsere Gesellschaft ist“, so Schwarz. In einer Phase, als es ihm selbst nicht gut ging, hatte sich der Fuldaer mit dem Improtheater selbstständig gemacht und nahm die Bedingungen an: „Das, was Impro ausmacht“. Genau das habe ihm persönlich „total geholfen“, und nun möchte er es weitergeben: Improtheater bestehe nicht nur aus Kursen, sondern es stecke viel mehr dahinter: „Selbstbewusstsein stärken, Kommunikation, eine andere Fehlerkultur“, zählt er auf: „Natürlich Lachen, Kreativität und Flexibilität“. Mit seinem Improtheater besuche er auch die Kinder- und Jugend-Psychiatrie und hilft Kids, die Opfer von Gewalt geworden sind. Außerdem arbeitet Schwarz auch mit Menschen mit Beeinträchtigungen. Und das ist einzigartig: „Von der Zahl der Teilnehmenden sind wir das zweitgrößte Improtheater in Deutschland“, berichtet er stolz. Doch was die Therapie und Pädagogik angehe, sei das Fuldaer Improtheater bundesweit ganz vorne: „Das macht in Deutschland niemand so“. Sein Unternehmen ist mit der Zeit gewachsen, unter anderem habe Schwarz den Weg einer Teilnehmerin begleitet, die anfangs introvertiert war, und mittlerweile Trainerin ist. „Es wächst weiter“, so der Inhaber stolz. Nun darf Schwarz dies beim Finale des Hessischen Gründerpreises vorstellen und beweisen.
Zwölf Unternehmen stehen im Finale des 24. Hessischen Gründerpreises
Beim Halbfinale des Hessischen Gründerpreises im Sheraton-Hotel Offenbach haben zwölf von 48 Unternehmen das Finale erreicht. Für den Wettbewerb waren im Frühjahr 205 Bewerbungen eingegangen. Während die Vorauswahl im Juni auf Basis eingereichter Unterlagen erfolgte, durften die 48 Halbfinalisten nun im September mit Pitches vor einer Jury antreten und sich kritischen Fragen stellen.
„Die 205 Bewerbungen stellen einen neuen Rekord dar – ein wunderbares Zeichen von Optimismus in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld“, findet Elisabeth Neumann, Projektleiterin Hessischer Gründerpreis bei der KIZ SINNOVA gGmbH, die den Preis unter der Schirmherrschaft des Hessischen Wirtschaftsministers Kaweh Mansoori ausrichtet. „Nun haben zwölf von ihnen das Finale erreicht. In diesem Jahr sind erneut sehr viele Unternehmen dabei, die nicht in den hessischen Groß- oder Universitätsstädten gegründet oder übernommen wurden. Dieser Trend setzt sich fort, die Mehrzahl der zwölf Finalisten kommt nicht aus Großstädten. Ganz besonders freut mich, dass sich ein weiterer langjähriger Trend beim Hessischen Gründerpreis auch in diesem Jahr fortsetzt, und zwar bis ins Finale: fünf der zwölf Finalisten werden von mindestens einer Unternehmerin geführt.“
Wettbewerbsablauf, Preise, Beteiligung
Im ersten Schritt reicht das Ausfüllen des Bewerbungsformulars. Mit diesen Informationen wählt eine Jury in den vier Kategorien „Innovative Geschäftsidee“, „Zukunftsfähige Nachfolge“, „Gesellschaftliche Wirkung“ sowie „Gründung aus der Hochschule“ die jeweils zwölf überzeugendsten Unternehmen für das Halbfinale aus. Diese 48 Halbfinalisten pitchten am 17. September vor einer großen Jury, drei pro Kategorie ziehen ins Finale ein. Die zwölf Finalisten treten bei der Fachtagung für Multiplikatoren der Hessischen Gründungsszene am 6. November in Offenbach gegeneinander an. Am Abend werden die Preisträger im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung ausgezeichnet. Seit 2020 ergänzt ein Online-Voting das Finale, an dem seither über 20.000 Menschen teilgenommen haben. Der Hessische Gründerpreis verteilt keine Geldpreise. Zu gewinnen gibt es große öffentliche Aufmerksamkeit, exklusive Netzwerkkontakte, hochwertige Expertentrainings und Workshops sowie ein professionelles Unternehmensvideo. Zudem sind wir vorschlagsberechtigt für den Deutschen Gründerpreis, bei dem Unternehmen aus unserem Wettbewerb in den vergangenen Jahren beachtliche Erfolge verzeichnen konnten. Zu den vielfältigen Netzwerken, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen beim Hessischen Gründerpreis erwarten, gehört auch ein aktives Alumni-Netzwerk und eine Roadshow durch ganz Hessen, die bei etablierten Unternehmen und Partnern Station machen. Jedes Jahr dokumentiert der Preis auch die hohe Bedeutung, die Startups, Gründer und Nachfolger bei der Schaffung von Arbeitsplätzen haben. Die 205 Unternehmen im Wettbewerb 2026 beschäftigten zusammen 1384 Menschen.
