Fußball 22.09.2026

Hessenpokal – HSV verspielt Führung und verliert im Elfmeterschießen

Hünfeld (jah) – Der Hünfelder SV ist über sich hinaus gewachsen, musste sich am Ende aber doch geschlagen geben: Die Mannschaft von Trainer Benjamin Fuß hat sich nach einem beherzten Auftritt aus dem Fußball-Hessenpokal verabschiedet, gegen Regionalligist FSV Frankfurt setzte es im Achtelfinale eine 3:6 (2:2, 2:0)-Niederlage nach Elfmeterschießen.

Jannis Maul (links) und Marcel Dücker (Mitte) mussten mit dem Hünfelder SV eine bittere Niederlage verkraften. Archivfoto: Christine Görlich

Für die Hünfelder war es ein Bonusspiel, dennoch kam die Niederlage äußerst unglücklich zustande – im Elfmeterschießen zeigten die Hausherren jedoch zum ungünstigsten Zeitpunkt Nerven: In Maximilian Fröhlich und Luca Uth vergaben die ersten beiden Hünfelder Schützen, für den FSV trafen alle vier angetretenen Spieler – der Regionalligist zog ins Viertelfinale ein, der HSV musste sich trotz einer couragierten Leistung mit dem Ausscheiden abfinden. „Man weiß gar nicht so richtig, was man denken soll. Eigentlich muss der Stolz überwiegen, dass wir es ins Elfmeterschießen geschafft und den FSV am Rande einer Niederlage hatten“, befand Benjamin Fuß: „Wenn man so knapp verliert, ist es natürlich enttäuschend. Aber so ist der Fußball, es geht weiter.“

Die Gäste brachten angesichts des 0:2-Pausenrückstands zu Beginn der zweiten Halbzeit in Filip Pandza und Corvin Bock frische Kräfte, was sich direkt auszahlen sollte: Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld stand Emmanuel-Godwin Mc Donald in der Mitte zu frei und nagelte den Ball aus der Drehung unter die Latte – der Anschluss nach einer knappen Stunde (57.). Das 1:2 hatte sich abgezeichnet und verlieh dem FSV Aufwind, die Bornheimer waren nun die spielbestimmende Mannschaft und drängten auf den Ausgleich, wenngleich Hünfeld trotz schwindender Kräfte diszipliniert verteidigte – und auch immer wieder Akzente nach vorne setzte: So hatte der eingewechselte Petr Paliatka das 3:1 auf dem Fuß, sein Lupfer ging jedoch über den Kasten (76.). Stattdessen fiel der Treffer auf der anderen Seite: Wieder war es Mc Donald, den die Hünfelder zu frei stehen ließen – der Ausgleich wenige Minuten vor dem Ende, sodass nun alles auf das Elfmeterschießen hindeutete. „Wir kassieren früh das 2:1, wenn wir das noch ein bisschen hätten rausschieben können, gehen wir hier mit etwas Glück als Sieger vom Platz“, analysierte Fuß.

Von einer klaren Rollenverteilung war zu Beginn der Partie wenig zu spüren – ganz im Gegenteil: Der HSV legte los wie die Feuerwehr und spielte die Gäste aus der Bankenmetropole in den ersten Minuten phasenweise schwindelig. Keine 120 Sekunden waren gespielt, als David Costa Sabate die Elf von Benjamin Fuß erstmals anmeldete, jedoch zu wenig Druck hinter seinen Schuss brachte. Und es ging genauso weiter: Der agile Max Lindemann bediente Maximilian Fröhlich, wieder war FSV-Keeper Lucas Becker zur Stelle (12.) – genauso wie gegen Jemal Kassa im Eins-gegen-Eins wenig später. Der HSV dominierte den sichtlich verunsicherten Regionalligisten zu diesem Zeitpunkt nach Belieben. Wiederum nur drei Minuten später verpasste Costa Sabate das lange Eck um Zentimeter, ehe Luca Uth mit per Traumtor für das überfällige 1:0 sorgte. Diesmal bereitete Costa Sabate vor, Uth ließ FSV-Schlussmann Becker mit einem herrlichen Heber ins lange Eck nicht den Hauch einer Chance (16.).

Mit der Führung im Rücken nahmen die Hausherren anschließend den Fuß etwas vom Gaspedal, ohne die Frankfurter jedoch zu Großchancen kommen zu lassen – und wenn doch, stand mit Jannis Maul ein sicherer Rückhalt im Hünfelder Kasten: FSV-Torjäger Cas Peters hatte in Durchgang eins zwei Mal den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte jedoch jeweils am stark reagierenden HSV-Keeper (26., 37.) – und musste nach einem Zusammenprall mit Nicolas Häuser wenig später verletzt ausgewechselt werden. Der HSV dagegen legte zum psychologisch enorm wichtigen Zeitpunkt kurz vor der Pause sogar noch den zweiten Treffer nach: Diesmal glänzte Torschütze Uth als Vorbereiter und bediente Maximilian Fröhlich per Freistoß von der Mittellinie in der Mitte – und der 31-Jährige hämmerte das Spielgerät volley mithilfe des Innenpfostens in die Maschen (45.+3). Jemal Kassa hätte sogar noch das 3:0 nachlegen können, verpasste mit seinem Schlenzer die vermeintliche Vorentscheidung aber um Millimeter (45.+5). „Wir hätten 3:0 führen können“, haderte Benjamin Fuß: „Allerdings hatte auch der FSV Chancen, und in der zweiten Halbzeit konnten wir kaum noch für Entlastung sorgen. Insgesamt war das heute aber Werbung für den Fußball.“

Hünfelder SV: Maul; Kemmerzell, Häuser, Dücker, Uth, Fröhlich, Kümmel (64. Witkowski), Lindemann, Costa Sabate (67. Paliatka), Banh, Kassa (76. Zentgraf)

FSV Frankfurt: Becker; Ehlich, Kemper, Breir, Iorga (51. Pandza), Mc Donald, Peters (42. Harnafi), Gottwalt, Doktorczyk, Deger (80. Suljic), Obiogumu (51. Bock)

Schiedsrichter: Tim Waldinger (Rauschenberg)

Tore: 1:0 Luca Uth (16.), 2:0 Maximilian Fröhlich (45.+2), 2:1 Emmanuel-Godwin Mc Donald (57.), 2:2 Emmanuel-Godwin McDonald (85.)

Zuschauer: 700