„Es ist sehr, sehr enttäuschend“, brachte es Benjamin Fuß nach dem Abpfiff auf den Punkt: „Das war die bislang schlechteste Saisonleistung von uns, und überhaupt nicht absehbar, weil wir sehr gut trainiert haben unter der Woche. Aber wir haben völlig verdient verloren – und das ist es, was es so bitter macht“, konstatierte der HSV-Coach. Bereits im Vorfeld hatte Fuß die Themen Intensität und Restverteidigung als Knackpunkte ausgemacht und nach der Niederlage am Mittwochabend gegen Kassel II genau diese Dinge von seinem Team gefordert – der HSV konnte es in Nordhessen aber nicht wie erhofft umsetzen.
Zum Matchwinner für die 03er schwang sich der ehemalige Profi Alban Meha auf: Der 40-Jährige, der für den SC Paderborn 18 Mal in der Bundesliga auflief, sorgte bereits in der ersten Halbzeit für die Führung der Gastgeber und am Ende auch für den späten Siegtreffer. Nach einem langen Ball stimmte die von Fuß angesprochene Restverteidigung bei den Hünfeldern nicht, Meha war auf und davon und konnte von Jakob Göbel nur noch durch eine Notbremse gestoppt werden. „Wir stehen dann einfach nicht gut, und dann muss es ein 18-Jähriger Jakob Göbel richten“, nahm Fuß seinen Youngster in Schutz: „Überhaupt keinen Vorwurf an ihn. Aber es ist bitter, dass wir dann doppelt bestraft werden.“
Göbel musste nach der Notbremse folgerichtig vom Platz, konnte Meha aber immerhin noch vor dem Strafraum aufhalten – was allerdings keinen Unterschied machen sollte: Der Kosovare trat zum fälligen Freistoß selbst an und hämmerte das Spielgerät aus etwas mehr als 16 Metern unhaltbar für HSV-Keeper Jannis Maul in die Maschen. „Er schweißt den dann natürlich brutal ein“, gestand Fuß: „Wenn diese Restverteidigung nicht stimmt, verlierst du solche Spiele eben, vor allem gegen Gegner die extrem tief stehen und auf Konter lauern.“
Dabei hatte die Partie für die Gäste eigentlich gut angefangen: Hünfeld legte los wie die Feuerwehr, konnte schon in den ersten zehn Minuten vier gute Chancen verbuchen und hatte nach kurzer Zeit obendrein schon vier Ecken – aus dem Nichts fiel dann allerdings das Tor auf der anderen Seite. „Wir starten gut rein, verpassen das Tor, lassen uns von einem langen Ball aushebeln und sind danach komplett von der Rolle“, haderte Fuß, der den Blick jedoch bereits wieder nach vorne richtete: „Es ist erstmal enttäuschend, irgendwann musst du aber auch die Fehler analysieren und nach vorne schauen. Denn der nächste Gegner kommt.“ Für den HSV ist das in diesem Fall Rot-Weiß Hadamar.
CSC Kassel: Gingel; Urban, Koch, Meha, Simoneit, Prieto, Stendera, Geisler, Mehmeti, Sommer, Kniepen
Hünfeld: Maul; Kemmerzell (82. Göbel), Häuser, Dücker, Paliatka, Uth, Fröhlich, Lindemann, Costa Sabate (80. Witkowski), Banh, Kassa (58. Kümmel)
Schiedsrichter: Mirko Radl (Biebesheim)
Tore: 1:0 Alban Meha (18.), 1:1 Maximilian Fröhlich (34.), 2:1 Alban Meha (86.)
Zuschauer: 80
Rote Karte: Jakob Göbel (Hünfeld, 85.) wegen Notbremse
