„Ich bin schon seit Sonntag heiß wie Frittenfett“, sagt Ignatow mit einem Lachen. An der Vorbereitung habe sich zwar im Vergleich zu anderen Spielen eigentlich nichts verändert, doch die besondere Bedeutung der Partie ist auch für den 27-Jährigen deutlich spürbar.
Für den Rechtsaußen, der in der Region aufgewachsen ist und bereits in der Jugend das Trikot der MT trug, erfüllt sich mit der Champions-League-Premiere ein lang gehegter Wunsch. Ignatow hatte sich für seine Profikarriere eine persönliche Liste mit Zielen angelegt – eines davon war ein Einsatz in der Königsklasse des europäischen Handballs. „Den Punkt kann ich jetzt abhaken“, sagt er augenzwinkernd.
Zum Auftakt der Gruppenphase wartet mit dem HC Vardar 1961 allerdings ein Gegner, den die MT aus den vergangenen Jahren bereits gut kennt. In den beiden zurückliegenden Spielzeiten trafen die Nordhessen in der European League auf den Klub aus der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje. Dabei konnte die MT zwei der bislang vier Duelle für sich entscheiden. Im Oktober 2024 gelang zunächst ein deutlicher 34:18-Heimsieg, ehe sich die Nordhessen eine Woche später in Skopje mit 32:30 durchsetzten. In der vergangenen Saison gingen dagegen beide Begegnungen an Vardar: In Melsungen gewann der nordmazedonische Klub mit 34:25, zu Hause setzte sich Vardar mit 37:33 durch.
Für Ignatow sind diese Ergebnisse jedoch nur bedingt aussagekräftig. „Aber das kannst du nicht vergleichen“, sagt der Rechtsaußen, der von Fans und Mitspielern meist nur „Dimi“ genannt wird. Vardar habe sich personell gut verstärkt und wolle sich nach längerer Abwesenheit wieder auf der großen europäischen Bühne präsentieren. „Vardar war lange nicht mehr dabei. Die wollen sich gut präsentieren.“
Besonders warnt Ignatow vor dem Tempospiel der Gäste. Für die MT geht es zum Auftakt deshalb nicht nur darum, die eigene Champions-League-Premiere zu genießen, sondern auch direkt ein Zeichen zu setzen.
Denn auch wenn die Melsunger ihre historische Teilnahme an der Königsklasse erst einmal genießen wollen, haben sie sportlich weitere Ziele. „Manchmal kann ich es immer noch nicht fassen, dass wir wirklich Champions League spielen“, sagt Ignatow. Die Atmosphäre der besonderen Spiele wolle er aufsaugen – und im besten Fall soll für die MT nach der Gruppenphase noch nicht Schluss sein.
Zunächst aber zählt nur der Donnerstagabend. Vor heimischer Kulisse wollen die Nordhessen mit einem Erfolg in das Abenteuer Champions League starten. „Wir wollen mit unseren Fans im Rücken erfolgreich in die Champions League starten“, sagt Ignatow.
Die Partie in der Rothenbach-Halle beginnt um 20.45 Uhr. Die Halle öffnet bereits um 19.15 Uhr. Eintrittskarten sind im MT-Ticketshop, an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie an der Abendkasse erhältlich. Der Streamingdienst Dyn beginnt seine Live-Übertragung um 20.35 Uhr. Als Schiedsrichter sind die Dänen Mads Hansen und Jesper Madsen angesetzt. EHF-Delegierter ist Beat Nagel aus der Schweiz.
