„Angefangen hat es mit ein paar Geistern“, erzählt Sarah Steuer im Gespräch mit der Osthessen-Zeitung. Ihr Onkel Torsten Dücker und dessen Frau Connie stecken hinter der ungewöhnlichen Halloween-Aktion. Der Ursprung liegt allerdings noch ein Stück weiter zurück: „Meine Tante hat amerikanische Wurzeln und war deshalb schon immer ein bisschen von Halloween und Weihnachten angehaucht.“ Zunächst wurde vor allem zu Weihnachten dekoriert. Irgendwann kam dann die Idee auf, dass es doch auch zu Halloween etwas Besonderes geben könnte. Aus einer kleinen Idee wurde über die Jahre eine Tradition – und aus ein paar Geistern ein kompletter Gruselgarten.
Jahr für Jahr kamen neue Figuren, neue Effekte und neue Ideen hinzu. Mittlerweile ist der komplette Garten dekoriert. Überall lauern schaurige Gestalten, und wer durch die Szenerie geht, sollte besser damit rechnen, dass es plötzlich irgendwo raschelt oder sich etwas bewegt. „Das wurde in den vergangenen sechs Jahren immer größer“, sagt Steuer. Und ein Ende des Grusel-Wahns ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: „Wir lassen uns jedes Jahr etwas Neues einfallen.“
Besonders für die jüngeren Besucher gibt es dabei auch etwas zu entdecken – und natürlich etwas Süßes. Denn trotz aller schaurigen Gestalten soll Halloween vor allem eines bleiben: ein gemeinsames Erlebnis für Groß und Klein. „Jeder darf vorbeikommen und ist herzlich eingeladen“, sagt Steuer. Wer möchte, darf natürlich auch verkleidet kommen.
Für den richtigen Schreckmoment sorgt unter anderem Pierre Staubach. Er schlüpft in die Rolle des Horrorclowns – und der kommt nicht unbedingt mit leeren Händen. Im vergangenen Jahr sorgte er unter anderem mit einer Fake-Kettensäge für erschrockene Gesichter. „Mein Cousin verkleidet sich immer als Horrorclown und erschreckt die Besucher“, erzählt Steuer. Das sei bereits im vergangenen Jahr sehr gut angekommen.
Rund 100 Menschen kamen damals über den Abend verteilt vorbei. In diesem Jahr rechnen die Organisatoren mit noch mehr Besuchern. Denn inzwischen ist das Halloween-Haus nicht mehr nur im Ort bekannt. Über soziale Medien wird die Aktion geteilt, auch auf TikTok gibt es mittlerweile Videos vom Gruselgarten.
Hinter dem Spektakel steckt längst ein kleines Team. Insgesamt fünf Personen kümmern sich inzwischen um die Organisation und den Aufbau. Und auch der Nachwuchs ist bereits mittendrin. „Unseren Kleinsten wird das praktisch schon in die Wiege gelegt“, sagt Steuer mit einem Lachen. Ihre zweijährige Tochter sei bereits „Feuer und Flamme“ für Halloween. Auch die anderen Kinder seien mit Begeisterung dabei.
Der Aufbau für das diesjährige Halloween-Spektakel hat bereits begonnen. Schließlich verwandelt sich ein gewöhnlicher Garten nicht von selbst in eine Grusellandschaft. Figuren müssen aufgestellt, Dekoration angebracht und die einzelnen Bereiche vorbereitet werden. Und irgendwo muss schließlich auch der Horrorclown seinen Platz finden.
Dabei geht es den Organisatoren nicht darum, möglichst viel Angst zu verbreiten. Vielmehr soll die Aktion Menschen zusammenbringen und ihnen einen besonderen Halloween-Abend bescheren. „Das hat mit Leidenschaft angefangen“, sagt Steuer. Genau diese Leidenschaft sei es auch, die das Projekt jedes Jahr weiter wachsen lasse.
Wer den Gruselgarten besuchen möchte, findet ihn in Flieden in Richtung Weinberg, am „roten Haus“ in der Elsa-Brändström-Straße. Die Türen stehen jedem offen – gerne auch mit eigener Verkleidung. Und wer nach dem Besuch noch ein bisschen Herzklopfen hat, kann sich zumindest sicher sein: Die nächste Halloween-Idee dürfte bereits irgendwo im Kopf der fünfköpfigen Truppe entstehen.
