Wenn beide Trainer sich nach Abpfiff Sorgen um ihre eigenen, aber auch die Spieler des Gegners machen, ist es kein gutes Zeichen: Bei der SGS erwischte es Timo Loeser in den Schlussminuten, wie Trainer Andreas Drews berichtete: „Wir wissen erstmal nur, dass er ins Klinikum ist. Sie machen einen CT am Kopf“. Das habe am so späten Freitagabend niemand mehr gebraucht – verständlich, dass Drews bedient war und davon sprach, „dass das für beide scheiße gelaufen ist“.
Denn auch Künzell schickte Grüße an einen Spieler: Michael Wolff musste mit einer Knöchelverletzung ins Krankenhaus, bei ihm passierte es schon vor der Pause. Trainer Jochen Maikranz gab an: „Kein Vorwurf an irgendjemanden, da ist einer unglücklich auf ihn draufgefallen, man hat den Knacks sofort gehört. Wir haben noch keine finale Diagnose, aber eine Knochenabsplitterung soll es auf jeden Fall sein – eventuell ist dazu noch etwas gerissen“. Für Künzell sei das „schwerwiegend“, nachdem Wolff als Neuzugang zuletzt Anteil daran hatte, dass die Stabilität in der Defensive sichtbar war. „Er ist ein absolutes Vorbild“, so Maikranz, der dazu hoffte, „dass sich die Lage beim Schlüchterner Spieler ohne größere Schäden auflöst“.
Sportlich blieb, dass Schlüchtern neben dem Sahne-Tor von Lars Jordan in Hälfte eins keinen Treffer zustande brachte, was Drews gegen seinen Ex-Club mächtig ärgerte: „Wir waren die bessere Mannschaft, aber machen aktuell einfach die Tore nicht. Wenn es 3:0 steht, kann sich Künzell nicht beschweren. Dann verschlafen wir die Viertelstunde nach der Halbzeit“.
Zudem hatte Maikranz mit der Einwechslung von Nikola Naumoski ein gutes Händchen: Er brachte richtig frischen Wind rein und drehte das Spiel im Alleingang. Sein Ersatz in Hälfte eins, Valentin Münzenberg, bekam aber auch ein Lob: „Er hat seine Sache ordentlich gemacht nach längerer Verletzung“. Nach dem Führungstreffer wiederum war es der TSV, der reihenweise Chancen vergab und den Sack nicht zumachen konnte – und sich am Ende bei Keeper Andre Ditzel bedanken musste, dass Schlüchtern nicht noch spät zum Ausgleich kam. Maikranz sprach von „vier, fünf Hochkarätern, die wir teils kläglich liegengelassen haben“. Mit Jannes Schramm trugen die Gäste einen weiteren angeschlagenen Spieler davon, der aber „nur“ etwas in der Hüfte merkte – er war schon angeschlagen ins Spiel gegangen.
Künzell: Ditzel; Schramm (38. Diegelmann), Heinze, Waldmann, Parzeller, Körner, Münzenberg (46. Naumoski), Huder, Kretsch, Wolff (46. Paul), Winkow (Diegelmann, Naumoski, Paul).
Tore: 1:0 Lars Jordan (30.), 1:1 Nikola Naumoski (49.), 1:2 Nikola Naumoski (54.)
Zuschauer: 120
