Lokales FD 25.09.2026

„Gesundheit und Bewegung“ – Nachhaltigkeitstag an der Zuse-Schule

Hünfeld (pm/gü) – Unter dem Motto „Gesundheit und Bewegung“ fand jüngst der fünfte BNE-Nachhaltigkeitstag der Konrad-Zuse-Schule statt. Im Mittelpunkt stand das Sustainable Development Goal (SDG) Nr. 3 „Gesundheit und Wohlergehen“. Der Aktionstag verband Bewegung, Gesundheitsförderung, Prävention und nachhaltiges Handeln mit praktischen Erfahrungen und persönlicher Reflexion.

Fotos: Dirk Jonas, BNE-Team

Ein besonderer Bestandteil war die Schulweg-Challenge für die gesamte Schulgemeinde. Unter dem Motto „Wer schafft es, möglichst nachhaltig zur Schule zu kommen?“ waren Schülerinnen und Schüler, Studierende, Lehrkräfte und Mitarbeitende eingeladen, möglichst umweltfreundlich zur Schule zu kommen – zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Bus und Bahn oder in einer Fahrgemeinschaft. Die Angaben zu den gewählten Verkehrsmitteln wurden im Laufe des Tages im Bistro gesammelt. Auf dieser Grundlage sollte eine CO2-Bilanz der Schulwege der Schulgemeinde erstellt werden. Gleichzeitig reflektierten die Klassen ihre individuellen Schulwege und überlegten, ob umweltfreundlichere Alternativen möglich gewesen wären und welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Verkehrsmittel mit sich bringen.

Das Workshopprogramm bot ein breites Spektrum rund um Gesundheit und Bewegung. Auf dem Programm standen unter anderem Yoga-Meditation, Judo und Selbstverteidigung, Rückenschule, Zumba und die Bike School. Ergänzt wurden die Bewegungsangebote durch Themen wie Mental Health, Suchtprävention, Ernährung, Rauchen und Alkohol sowie Gesundheit und Hitzeschutz. Darüber hinaus konnten sich die Teilnehmenden mit nachhaltigen Lernstrategien, einem Fahrsimulator und dem schulischen Schutzkonzept gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch beschäftigen. Angebote wie „Gesund kochen“ und ein „Klimafrühstück“ stellten zudem den Zusammenhang zwischen Ernährung, Gesundheit und Nachhaltigkeit her.

„Und wie geht es euch?“, „Wie oft fühlst du dich gestresst oder erschöpft?“ – Im „Grenzenlos“-Workshop von Ahmad Sajjad Shekib, einem afghanischen Gaststudenten an der Hochschule Fulda, ging es in dem „Grenzenlos“-Workshop des World University Service Wiesbaden um das Thema „Frauen und Mädchen in Afghanistan“. Nach einem eindrucksvollen Vortrag des Referenten über psychische Gesundheit, erarbeitete die Klasse E1a Strategien zum besseren Umgang mit gesundheitlichen Herausforderungen. Ein „Erste-Hilfe-Koffer für die Seele“, ein „Social-Media-Post“ für junge Menschen sowie die Idee für eine Smartphone-App, die es afghanischen Mädchen sicher und anonym ermöglicht mit Psychologinnen zu sprechen – all das waren zum Workshopthema passende Handlungsprodukte der Schülerinnen und Schüler.

Ein wesentlicher Bestandteil des Tages war die verbindliche Arbeit mit dem persönlichen Reflexionsportfolio. Die Schülerinnen und Schüler hielten nach den Workshops fest, was sie bereits wussten, was für sie neu war und welche Fragen oder Themen sie weiter beschäftigen. Besonders wichtig war dabei der Transfer in den eigenen Alltag: Zu jedem Workshop formulierten sie einen persönlichen nächsten kleinen Schritt – etwas, das sie konkret ausprobieren, verändern oder beibehalten möchten.

Den Abschluss des Portfolios bildete eine persönliche Gesamtreflexion. Dabei setzten sich die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung ihrer Lehrkräfte mit der Frage auseinander, was sie vom BNE-Tag für ihr eigenes Leben mitnehmen, ob und wie sich ihr Blick auf Gesundheit und Wohlergehen verändert hat und was sie künftig in ihrem Alltag bewusster machen möchten. Drei konkrete nächste Schritte sowie ein persönliches Fazit rundeten die Reflexion ab. Das Portfolio blieb bewusst bei den Schülerinnen und Schülern, da es auch persönliche oder sensible Inhalte enthalten konnte. Das Teilen persönlicher Gedanken in den gemeinsamen Reflexionsphasen war freiwillig.

Der fünfte BNE-Nachhaltigkeitstag machte damit deutlich, dass Gesundheit und nachhaltige Entwicklung eng miteinander verbunden sind. Durch die Kombination aus Bewegung, Gesundheitsbildung, nachhaltiger Mobilität, gemeinsamer Aktivität und individueller Reflexion wurde das SDG 3 nicht nur thematisiert, sondern im schulischen Alltag konkret erlebbar. Zugleich erhielten die Schülerinnen und Schüler Impulse, die über den Aktionstag hinauswirken und sie dazu anregen sollen, Gesundheit und Wohlergehen auch im eigenen Alltag bewusster zu gestalten.

 

Hintergrund 

„Hessische Umweltschule - Lernen und Handeln für unsere Zukunft" ist eine Auszeichnung, die vom Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen und dem Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat für das besondere Engagement einer Schule in der Umsetzung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) verliehen wird. Schülerinnen und Schüler können durch die Durchführung der konkreten Projekte Kompetenzen entwickeln, die sie für die Gestaltung eines zukunftsfähigen Lebensstils benötigen. Seit dem Schuljahr 2017/2018 sind die hessischen Umweltschulen Teil der Dachmarke „Nachhaltigkeit lernen in Hessen“. Diese stellt ein breites Netzwerk verschiedener schulischer Auszeichnungen dar, die die Umsetzung der BNE an hessischen Schulen würdigen. Die Konrad-Zuse-Schule ist seit Oktober 2024 „Umweltschule“ mit der Auszeichnung „Lernen und Handeln für unsere Zukunft“ und seit August 2026 rezertifiziert. Weitere Informationen unter kultus.hessen.de/presse/90-schulen-als-hessische-umweltschulen-ausgezeichnet.

 

Nachhaltigkeitstag an der Konrad-Zuse-Schule. Fotos: Fotos: Dirk Jonas, BNE-Team