Begrüßt wurden die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher von Christian Auth, Leiter des Projekts WeltRaum Frauenberg. Dabei handelt es sich um ein Projekt von antonius : gemeinsam Mensch, das junge Menschen aus verschiedenen Ländern dabei unterstützt, gut in Deutschland anzukommen und beruflich Fuß zu fassen. Die Teilnehmenden absolvieren einen Freiwilligendienst bei antonius und wohnen dabei auf dem Frauenberg. Anschließend beginnen sie eine Berufsausbildung im sozialen Bereich.
Veranschaulicht wurde das Konzept durch die erste Aktion des Gottesdienstes: Auf einer großen Weltkarte wurden vier Fotos befestigt. Die erste Person brachte ein Foto von einem Rucksack an: „Jeder von uns bringt seine eigene Geschichte mit – aus einem anderen Land, einer anderen Kultur, mit eigenen Erfahrungen und Hoffnungen.“ Das zweite Foto zeigte ein Buch: „Wir bekommen die Chance, unsere Fähigkeiten zu entdecken und einen Beruf zu erlernen.“ Die dritte Person brachte ein Foto von einem Herz mit: „Vielfalt ist mehr als Unterschiede. Sie lebt von Respekt, Offenheit und der Bereitschaft, einander zu begegnen.“ Das vierte Foto zeigte eine Kerze: „Gemeinsam können wir Licht füreinander sein.“ Zum Schluss brachte eine Person eine Wimpelkette an: „Zusammenhalt entsteht dort, wo Menschen einander begegnen, kennenlernen und miteinander leben.“
Neben kultureller Vielfalt war der Gottesdienst auch von sprachlicher Vielfalt geprägt. Das Weltklänge Orchester beeindruckte mit Musikstücken in unterschiedlichen Sprachen, von deutsch bis armenisch. Auch die Fürbitten sprachen die Vortragenden erst in ihrer Muttersprache und anschließend auf deutsch. Im Schlusswort des Gottesdienstes stellte sich Fethi aus Algerien den Besuchern vor. Er kam durch das Projekt WeltRaum nach Deutschland und begann nach dem Bundesfreiwilligendienst eine Ausbildung als Heilerziehungspfleger bei antonius. Inzwischen ist er im dritten und letzten Ausbildungsjahr und lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in Fulda. „Die erste Zeit war nicht immer einfach. Trotzdem habe ich mich hier von Anfang an willkommen und akzeptiert gefühlt“, blickte er zurück und bedankte sich abschließend beim Projekt WeltRaum und bei den Menschen, die ihn auf seinem Weg unterstützt haben. „Ohne diese Unterstützung wäre vieles für mich nicht möglich gewesen.“
Abschließend waren die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher eingeladen, den Abend auf der Terrasse des Flora Klostercafés entspannt ausklingen zu lassen, und sich dabei auf interkulturelle Begegnung einzulassen.
