Lokales FD 04.09.2026

Gedenken an Opfer des Luftkriegs in Fulda vom 11. September 1944

Fulda (pm/st) – Zum 82. Mal jähren sich in diesem Jahr die verheerenden Luftangriffe auf die Stadt Fulda im Bombenkrieg 1944/45. In Zusammenarbeit zwischen der Stadt Fulda sowie der katholischen und evangelischen Kirche findet zum Gedenken an die Opfer am Freitag, 11. September, um 18 Uhr eine ökumenische Gedenkfeier in der Stadtpfarrkirche statt. Alle Interessierten sind eingeladen.

Foto: Stadtarchiv Fulda

Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt Fulda zwischen Juli 1944 und März 1945 Ziel von Luftangriffen der alliierten Bomberflotte. Hierbei starben insgesamt etwa 1600 Menschen, das älteste Opfer war 86 Jahre alt, das jüngste zwei Monate. Insgesamt war der Tod von 86 Kindern unter acht Jahren zu beklagen. Auch 362 ausländische Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter waren unter den Toten.

Der erste größere Angriff erfolgte am 11. September 1944. Durch diesen wurde insbesondere der Gemüsemarkt schwer getroffen. Mindestens 341 Menschen verloren an diesem Tag ihr Leben, darunter auch 26 Angehörige des Bischöflichen Knabenkonvikts. Nur 24 Stunden später gab es einen weiteren Luftschlag, dem über 170 Personen zum Opfer fielen. Mit dem Namen „Krätzbachbunker“ ist die verheerendste Bombardierung Fuldas verbunden, die am 27. Dezember 1944 mehr als 700 Menschen das Leben kostete. Sie waren zum Schutz vor den Luftangriffen in einen Tunnel unter den Bahngleisen bei der Firma Mehler geflohen, der notdürftig als Schutz vor den Fliegern diente. Zwei Bombentreffer auf den westlichen Eingang und die Mitte des „Bunkers“ machten diesen zur tödlichen Falle für die Eingeschlossenen. Nach den Forschungen Günter Sagans war die Katastrophe am „Krätzbachbunker“ der verlustreichste Angriff auf eine deutsche Luftschutzeinrichtung während des Zweiten Weltkriegs.

Zur Erinnerung an die Opfer hatten die Familien Mott und Hahner in der Vergangenheit jährlich am 11. September ein Gedenken am Gemüsemarkt organisiert. In größeren Abständen gab es auch eine Kranzniederlegung am Denkmal für die Opfer des 27. Dezember in der Mehlerstraße. Bereits seit 2025 gibt es nun stattdessen eine zentrale Gedenkveranstaltung in Form eines ökumenischen Gottesdienstes in der Stadtpfarrkirche.

In diesem Jahr werden Stadtpfarrer Stefan Buß und Dekan Thorsten Waap den Gedenkgottesdienst am Freitag, 11. September, um 18 Uhr leiten. Geplant sind musikalische Beiträge aus Reihen der Musikschule Fulda sowie Textlesungen von Schülerinnen und Schülern der Richard-Müller-Schule und eine Ansprache von OB Dr. Heiko Wingenfeld. 

Bereits am Mittag des 11. September werden in der Zeit von 13.16 Uhr bis 13.32 Uhr, also genau zu der Zeit, als vor 82 Jahren die Bomben auf Fulda fielen, die Glocken von Stadtpfarrkirche und Christuskirche läuten.