Zum 82. Mal jährten sich in diesem Jahr die schweren Luftangriffe auf Fulda während des Zweiten Weltkriegs. „Während die Medien heute von den Ereignissen dieses Tages aus New York berichten, hat dieser Tag in Fulda noch eine ganz andere Bedeutung“, betonte Stadtpfarrer Stefan Buß. Der Angriff am 11. September richtete sich unter anderem gegen den Bereich des Gemüsemarkes, nur einen Tag später folgte ein weiterer Luftangriff, bei dem mehr als 170 Menschen ums Leben kamen. Auch der 27. Dezember 1944 gehört untrennbar zur Erinnerung an den Luftkrieg in Fulda, wie Buß betonte. Mehr als 700 Menschen starben damals beim Angriff auf den Krätzbachbunker. „Wenn wir Erinnerungen wachrufen, dann ist das auch ausweisend, um in die Zukunft zu blicken“, so der Stadtpfarrer. Daraus erwachse ein klarer Auftrag: „Das Einsetzen für Frieden, Gerechtigkeit und Demokratie, damit sich diese Ereignisse nicht wiederholen.“
Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld betonte, „dass es unser Auftrag ist, heute vor dem Vergessen zu bewahren.“ In einer Zeit, in der wir mitten in Europa wieder Krieg hätten, müssten wir umso mehr feststellen, dass Frieden und Freiheit nicht selbstverständlich seien, sondern „immer wieder neu errungen werden müssen.“ So solle unsere Geschichte dafür als „Kompass und Ansporn dienen“, betonte Wingenfeld.
Auch junge Menschen gestalteten die Gedenkfeier aktiv mit: Schülerinnen und Schüler der Richard-Müller-Schule lasen Erfahrungsberichte von Zeitzeugen vor und brachten damit die persönlichen Erinnerungen der damaligen Generation in die heutige Zeit. Musikalisch wurde die Veranstaltung von Beiträgen aus den Reihen der Musikschule Fulda begleitet.
