Lokales FD 27.09.2026

Fuldaer Weiher geht das Wasser aus – Stadt sind Hände gebunden

Fulda (jah) – Der kleine Weiher zwischen dem Feuerwehrmuseum und dem neuen Minigolfplatz in den Fuldaauen hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verändert: Wo im Sommer Seerosen das Wasser bedeckten und Enten sowie ein Schwan unterwegs waren, ist inzwischen nur noch ein kleiner Rest des einstigen Wasserkörpers übrig. Besorgte Leser haben sich deshalb an Osthessen-Zeitung gewandt. Der Stadt Fulda ist die Problematik bekannt – allerdings sind Handlungsmöglichkeiten aktuell kaum vorhanden.

Fotos: Silas Messing

„Der derzeit niedrige Wasserstand der drei Teiche ist auf die anhaltende Trockenheit der vergangenen Wochen zurückzuführen“, teilt die Pressestelle der Stadt Fulda auf Nachfrage mit. Die bisherigen Niederschläge hätten nicht ausgereicht, um die Wasserverluste auszugleichen. Gleichzeitig sorgten die weiterhin relativ hohen Temperaturen für eine erhöhte Verdunstung. Für die Gewässer gibt es grundsätzlich eine zusätzliche Wasserquelle: Die Wasserversorgung erfolgt nach Angaben der Stadt unter anderem über einen örtlichen Brunnen. Doch auch dessen Wasserstand ist inzwischen niedrig. „Dessen Wasserstand ist ebenfalls niedrig und reicht derzeit nicht aus, um die Teiche auf ihr ursprüngliches Niveau aufzupegeln“, heißt es aus dem Stadtschloss.

Leser sorgt sich um Tiere

Für die Familie, die sich mit ihrer Beobachtung an Osthessen-Zeitung gewandt hat, geht es dabei nicht allein um das Erscheinungsbild des Weihers. Nach ihren Angaben lebten dort zahlreiche größere Fische, außerdem Enten und seit mehreren Monaten ein einzelner Schwan. Gerade der Schwan sei bei Spaziergängen zu einem vertrauten Anblick geworden. Inzwischen sei der Wasserstand so weit gefallen, dass der Schwan an Stellen im verbliebenen Wasser stehen könne, an denen er zuvor geschwommen sei. Auch die zahlreichen Seerosen, die den Weiher im Sommer geprägt hätten, seien von der Entwicklung betroffen.

Die Leser hatten deshalb bereits vor einigen Wochen Kontakt zur Stadt aufgenommen. Dabei sei auch die Idee angesprochen worden, Wasser aus der nur wenige Meter entfernten Fulda in den Weiher zu leiten. Die Stadt habe diesen Vorschlag abgelehnt. Der Grund dafür ist laut Magistratspressestelle allerdings nicht eine fehlende technische Möglichkeit, sondern die derzeitige Rechtslage. „Eine Entnahme von Wasser aus der Fulda zur Auffüllung der Teiche ist derzeit nicht zulässig“, erklärt die Stadt. Zwar sei die Trinkwassernotstandsverordnung inzwischen aufgehoben worden. Das geltende Wasserentnahmeverbot aus öffentlichen Gewässern und Flüssen bestehe jedoch weiterhin. Maßgeblich seien dabei die Vorgaben des Landkreises Fulda.

Stadt kontrolliert Wasserstand

Die Stadt hat nach eigenen Angaben außerdem untersucht, ob möglicherweise eine undichte Stelle für den sinkenden Wasserstand verantwortlich sein könnte. „Hierbei wurden keine entsprechenden Auffälligkeiten festgestellt“, teilt die Pressestelle mit. Auch für die Fische sieht die Stadt derzeit noch keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Im großen Teich sei der Wasserstand aktuell noch ausreichend, um das Überleben der dort vorhandenen Fische zu gewährleisten. „Tote Fische wurden bislang nicht festgestellt. Eine Umsetzung des Fischbestands ist daher nach aktuellem Stand noch nicht erforderlich“, heißt es. Die Situation soll weiter beobachtet werden. Sollte der Wasserstand weiter sinken, will die Stadt prüfen, welche Maßnahmen erforderlich werden könnten. Kurzfristig sind die Möglichkeiten allerdings begrenzt. Eine zusätzliche Wasserzufuhr aus dem vorhandenen Brunnen sei wegen dessen niedrigem Wasserstand derzeit nur eingeschränkt möglich. Wasser aus der Fulda darf aufgrund des weiterhin geltenden Verbots nicht entnommen werden.

Regen als entscheidender Faktor

Damit bleibt zunächst vor allem der Blick auf das Wetter. „Für eine Erholung des Wasserstands sind ausreichende Niederschläge erforderlich“, erklärt die Stadt. Entscheidend sei, dass die Niederschlagsmenge die derzeitigen Verluste durch Verdunstung und die natürliche Wasserabgabe ausgleichen könne. Sollte der Regen weiterhin ausbleiben und der Wasserstand weiter zurückgehen, will die Stadt die Situation erneut bewerten. „Sollte ausreichend hohe Niederschläge weiterhin ausbleiben und sich der Wasserstand entsprechend weiter reduzieren, wird die Stadt prüfen, welche Maßnahmen unter den dann geltenden wasserrechtlichen Rahmenbedingungen möglich und erforderlich sind.“

Für den kleinen Weiher bedeutet das vorerst: Der Wasserstand bleibt abhängig von den Niederschlägen und den Möglichkeiten der Stadt, zusätzlich Wasser zuzuführen. Die Sorge der Leser um den Schwan, die Enten und den übrigen Tier- und Pflanzenbestand bleibt damit zunächst bestehen. Die Stadt betont ihrerseits, die Entwicklung fortlaufend zu beobachten.