„Die sportliche Voraussetzung haben wir zu 100 Prozent erfüllt. Und jetzt geht der demokratische Akt los“, sagt General Manager Frank Zinkand-Schreiner. Für die Saints beginnt damit die Phase der Lizenzierung. Finanzielle Nachweise, Trainerlizenzen und weitere organisatorische Anforderungen müssen erfüllt und nachgewiesen werden.
Headcoach Jonas Heck nennt dabei auch konkrete Zahlen. Bis zum Ende des Monats müssten die Saints 15.000 Euro auf ein separates Konto einzahlen. Das Geld dient als Liquiditätsnachweis und darf nicht für den laufenden Betrieb verwendet werden. Auch auf der Trainerseite gibt es Vorgaben: An jedem Spieltag muss mindestens ein Trainer mit B-Lizenz zur Verfügung stehen.
Parallel dazu geht es um die Rahmenbedingungen für die Heimspiele. „Die Stadt muss uns schriftlich zusichern, dass wir die Heimspiele im Stadion spielen dürfen“, erklärt Heck. Für den GFL2-Spielbetrieb brauche es unter anderem eine geeignete Anzeigetafel, Sitzplätze und einen entsprechenden Pressebereich. „Das wäre unsinnig außerhalb“, sagt der Headcoach mit Blick auf mögliche alternative Spielstätten.
Besonders bei den Field Goals besteht nach Angaben der Saints Handlungsbedarf. Die bislang vorhandenen Anlagen reichen für die Anforderungen des neuen Ligabetriebs offenbar nicht aus. Benötigt werden entsprechende Field Goals, die fest über Hülsen im Boden verankert werden können. Die Stadt sei über die notwendige bauliche Veränderung nach Angaben des Vereins bereits seit März informiert.
Auch organisatorisch kommt einiges auf die Saints zu. Für jedes GFL2-Spiel muss der Verein unter anderem einen Livestream mit zwei Kameraperspektiven und zwei Kommentatoren auf die Beine stellen. Hinzu kommen die weiteren Anforderungen des Lizenzierungsverfahrens.
„Wir müssen uns jetzt um die Liga Lizenz kümmern“, sagt Heck. Gleichzeitig gibt sich der Headcoach mit Blick auf den eigenen Verein optimistisch: „Alles, was die Fulda Saints angeht, bin ich optimistisch.“ Bei Punkten, die von anderen Beteiligten abhängen, habe der Verein allerdings nur begrenzten Einfluss. „Wir schauen mal, ob den Worten Taten folgen.“
Auch Zinkand-Schreiner blickt auf die kommenden Wochen. Bereits am kommenden Samstag steht in Dresden ein Treffen der Liga an. Dort sollen wichtige Informationen zu den Rahmenbedingungen der kommenden Saison ausgetauscht werden. Für die Saints ist der Termin ein weiterer Schritt auf dem Weg in die neue Liga.
Bei der Frage nach der Spielstätte wird es allerdings besonders spannend. Nach Angaben der Saints müssen Spielstätten bestimmte Anforderungen erfüllen. Für einen Spielbetrieb seien 5000 Punkte notwendig, die bisherige Spielstätte in Johannesberg habe lediglich 3600 Punkte erreicht. Deshalb rückt das Stadion als Wunschlösung in den Mittelpunkt.
„Perfekt wäre allerdings das Stadion“, sagt Zinkand-Schreiner. Theoretisch könnten auch Lehnerz oder die Anlage von Germania Fulda eine Option sein. Auch das Waldstadion in Petersberg wurde als mögliche Alternative genannt. Gespräche darüber habe es bislang allerdings noch nicht gegeben.
Die Stadt Fulda bestätigt auf Anfrage der Osthessen-Zeitung derweil, dass sie sich im regelmäßigen Austausch mit dem Verein befindet. Eine konkrete Anfrage der Saints zur Nutzung des Stadions für die kommende Saison liege allerdings erst seit wenigen Tagen vor und habe noch nicht vertieft geprüft werden können. Dies solle nun in den kommenden Wochen geschehen. Dabei sollen auch die Erfahrungen mit American-Football-Spielen auf städtischen Anlagen aus der Vergangenheit einfließen.
Eine abschließende Entscheidung gibt es damit noch nicht. Auch konkrete Aussagen zu notwendigen baulichen Anpassungen oder möglichen Maßnahmen kann die Stadt zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht treffen. Gleichzeitig zeigt sich die Stadt zuversichtlich, „dass eine tragfähige Lösung gefunden werden kann“.
Sportdezernent und Bürgermeister Dag Wehner gratuliert den Saints ausdrücklich zum Aufstieg. „Hier zeigt sich, welche sportlichen Erfolge möglich sind, wenn alle im Verein mit Herzblut bei der Sache sind und an einem Strang ziehen, und wenn man auf eine nachhaltige und langfristige Strategie setzt, die auch eine konsequente Nachwuchsarbeit einschließt“, sagt Wehner gegenüber der Osthessen-Zeitung. Die Stadt Fulda unterstütze den Verein in seinem Konzept und biete ihre Unterstützung „für die organisatorischen und logistischen Herausforderungen der kommenden Saison“ an.
Für die Saints beginnt damit ein Wettlauf gegen die Zeit. Während der Verein seine finanziellen, personellen und organisatorischen Hausaufgaben für die GFL2-Lizenz erledigen muss, wartet bei der wichtigsten Infrastrukturfrage noch eine Entscheidung. Der Wunsch der Footballer ist klar: Heimspiele im Fuldaer Stadion. Ob dieser Wunsch Realität wird, soll sich in den kommenden Wochen zeigen.
