An der Schule seien bereits mehr als 2000 Abschlüsse an Erwachsene aus dem gesamten osthessischen Raum und den angrenzenden Regionen vergeben worden. Die Hälfte der Schülerinnen und Schüler komme aus weit verteilten Ländern. Das Jubiläum wurde mit einem Rahmenprogramm gefeiert, das unter anderem eine offene Bandprobe und einen Yogakurs anbot. Zwischen den Reden spielte die Schulband Lieder auf Deutsch, Englisch und Spanisch.
„Bildung darf nicht auf den ersten Bildungsjahren und auf einen geradlinigen Weg beschränkt sein“, sagte Timo List, Referatsleiter im hessischen Kultusministerium. Erst später rücke der Schulabschluss bei einigen in den Mittelpunkt, weshalb die Flexibilität der Schule gerade für Erwachsene, die Familie und Beruf verbinden müssen, sehr wichtig sei. „Mein besonderer Dank gilt den Studierenden. Es ist nie zu spät, sich neue Ziele zu setzen“, sagte List.
Auch Landrat Bernd Woide bedankte sich für das Engagement und blickte auf den Standort der Schule zurück, der einst als Flüchtlingsunterkunft diente: „Sie hat sich etabliert und einen guten Weg gefunden.“ Thorsten Warnecke, Landrat im Kreis Hersfeld-Rotenburg, gratulierte über ein Video.
Bildung bedeute laut Gereon Dietz vom Landesring der Schulen für Erwachsene mehr, als nur Bildung zu vermitteln: „Es bedeutet, Selbstvertrauen aufzubauen, Menschen zu ermutigen, eigene Ziele zu entwickeln und selbstständig zu denken.“ Für ihn seien zweite Chancen dort eine erste Chance für die Zukunft. Gerade das erlebte auch Karoline Klaus, eine ehemalige Schülerin und nun Mitglied des Fördervereins VEFF: „Die Schule verändert wirklich was im Leben“, freute sie sich.
Der ehemalige Schulleiter Thomas Bös blickte auf die Entstehung der Abendschule zurück und präsentierte wichtige Ereignisse. Im Anschluss nannte der jetzige Schulleiter und Oberstudiendirektor Dr. Bernd Wiegand seinen Leitspruch: „Zusammen lernen für ihre Zukunft.“ Er beleuchtete auch die geringere Anzahl der Studierenden an der Abendschule und appellierte an die Politik, die Bildung voranzutreiben und in eine politische Diskussion zu kommen. „Lasst uns den zweiten Bildungsweg pushen und vorantreiben“, sagte Bös.
