Oberliga Nord
Vieles ist neu bei den Frauen des TV Hersfeld – vor allem an der Seitenlinie: Nach dem Abstieg aus der Regionalliga verabschiedete sich Trainerin Sabine Teichmann, übernommen hat mit Sinja Fabijanic ein bekanntes Gesicht: Die neue TVH-Trainerin coachte vor einigen Jahren bereits die HSG Großenlüder/Hainzell und übernahm im August das Ruder. Vor dem Saisonauftakt am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) bei der HSG Twistetal II ist Fabijanic zuversichtlich: „Wir hatten eine gute Vorbereitung mit Turnieren und Testspielen. Wir konnten viele Dinge ausprobieren und sind entsprechend zufrieden.“ Der Kern des Teams ist trotz des Abstiegs zusammengeblieben, unter anderem läuft Leistungsträgerin Luisa Teichmann weiterhin für den TVH auf. „Dazu kommen noch einige junge Spielerinnen. Wir haben eine gute Mischung in der Mannschaft.“ Entsprechend wollen die Festspielstädterinnen auch in der Oberliga eine gute Rolle spielen, der direkte Wiederaufstieg sei jedoch keine Pflicht, betont Fabijanic: „Wir wollen natürlich erfolgreich sein, ein Platz im oberen Bereich der Tabelle ist das Ziel. Wir hatten einen kleinen Neustart, die Mannschaft muss sich erst finden.“ Generell sei die Liga vor dem Saisonstart schwierig einzuschätzen, wie die neue Trainerin sagt: „Ich denke, im Verlauf der Saison wird sich das zeigen, wer ganz oben mitspielen kann.“
Neben dem TV Hersfeld geht auch die HSG Großenlüder/Hainzell wieder in der Oberliga Nord an den Start – und nach dem neunten Platz in der Vorsaison und einer guten Vorbereitung soll es in der aktuellen Spielzeit eine bessere Platzierung sein. „Das wäre schon optimal“, sagt Pavel, der den Fokus aber auch in diesem Jahr primär auf die Entwicklung der Spielerinnen legt – vor dem Start beim SV Fritzlar II allerdings zuversichtlich ist: „Die Vorbereitung ist gut gelaufen, die Trainingsbeteiligung war hoch und die Mädels haben super mitgezogen. Wir konnten richtig gut arbeiten.“ Auf dem Programm standen neben Testspielen auch ein Turnier in Bebra, wo die HSG den dritten Platz belegte. „Wir haben einiges umgestellt in diesem Jahr, vor allem in Sachen neue Spielzüge und Schnelligkeit“, betont Pavel. Auf letzteres werde es bereits im ersten Spiel bei der Fritzlarer Reserve besonders ankommen, vermutet der HSG-Coach: „Das ist eine junge, dynamische Mannschaft. Die spielen einen sehr guten, schnellen Handball. Da müssen wir versuchen, mitzugehen.“ Pavel erinnert sich an die Duelle aus der letzten Saison: In der heimischen Lüdertalhalle gelang der HSG ein Unentschieden gegen Fritzlar, auswärts setzte es eine knappe 27:28-Niederlage. „Wir hoffen, dass wir ein gutes Resultat holen zum Start. Personell gestaltet sich die Lage allerdings schwierig“, gibt Pavel einen Einblick in die Kadersituation: „Es werden viele Spielerinnen fehlen, die einfach schon länger andere Termine hatten. Das ist nachvollziehbar. Mit voller Kapelle wäre ich mutig gewesen und hätte gesagt, wir holen die zwei Punkte, so wird es etwas schwieriger.“
Oberliga Süd
In das Abenteuer Oberliga startet der TV Flieden unter Coach Holger Hölzinger. Der amtierende Meister der Bezirksoberliga Offenbach-Hanau geht allerdings durchaus ambitioniert in die neue Spielzeit und hat sich im Sommer prominent verstärkt: Vom Hünfelder SV wechselten Celine Fiedler, Lena Lindiger und Sophia Lomb ins Königreich, dazu kamen Luisa Yasar (Hochland Fischborn) und Chiara Hilb (Altenhaßlau). „Wir haben alles dafür getan, um gut in die Saison zu starten. Natürlich kommen wir in eine super starke Liga, in der es Aufsteiger traditionell schwer haben, die Klasse zu halten. Dazu sind wir noch in der Findungsphase, es hat sich ja einiges getan – das braucht Zeit, und die geben wir den Mädels auch“, betont Hölzinger: „Wir wollen eine gute Saison spielen – was das am Ende heißt, wissen wir selbst noch nicht genau.“ Zu den Favoriten auf die Meisterschaft zählt der TVF-Trainer neben Zwingenberg, Dietzenbach und der neuformierten FSG Walldorf/Egelsbach auch Auftaktgegner Bürgstadt/Kirchzell. „Es ist schon ein großer Kreis an Favoriten“, sagt Hölzinger. Der Spielplan hat es mit dem Aufsteiger obendrein nicht sonderlich gut gemeint, immerhin müssen die Fliedener zu Beginn gleich drei Mal auswärts ran – und neben Einfachstrecken von bis zu 140 Kilometern geht es neben Bürgstadt/Kirchzell am ersten Spieltag (Samstag, 18 Uhr) direkt am Folgewochenende zur TuS Zwingenberg, ehe nach einem Gastspiel bei der HSG Fürth/Krumbach die HSG Dietzenbach in der Fliedener Kreissporthalle gastiert. „Das wird eine harte Nuss“, weiß Hölzinger: „Aber wir gehen das positiv an, auch wenn es direkt zum Start gegen Titelfavoriten geht. Es gibt sicherlich einfacherer Programme, aber wir nehmen es wie es kommt.“
Vor dem Auftakt in die neue Spielzeit sorgt außerdem die anstehende Strukturreform des Hessischen Handballverbandes für Unsicherheiten bei den hiesigen Vereinen: Die Reform sieht vor, die Oberligen zu splitten und zwischen Oberliga und BZO Landesligen einzuführen – was dazu führen könnte, dass nach Saisonende etwa die Hälfte der Mannschaften in eine der dann neuen Landesligen absteigen würde. Die genauen Ausfertigungen der Reform befinden sich jedoch noch in der finalen Abstimmung und müssen noch durch die zuständigen Arbeitsgruppen verabschiedet werden, wie der Verband auf Nachfrage erläutert. Mit einer Veröffentlichung wird jedoch bis Ende September gerechnet – allerdings werden auch dann keine genauen Platzierungen, die zu Auf- und Abstieg führen, in der Ausarbeitung enthalten sein. Diese lassen sich nicht festlegen, da durch Abstiege aus höheren Ligen und Mannschaftsrückzügen zur Saison 2027/28 eine gewisse Flexibilität notwendig sein wird.
