Oberliga
Willkommen zurück, SG Johannesberg: Die Frauen sind nach einer bärenstarken Landesliga-Runde wieder in die Oberliga aufgestiegen – und wollen bleiben, wie Abteilungsleiter Achim Aland deutlich macht: „Die älteren Spielerinnen sind zum Großteil an Bord geblieben, und dazu haben wir uns aus dem eigenen Nachwuchs verstärkt und ein paar in die erste Mannschaft hochgezogen“. Oberstes Ziel sei damit der Klassenerhalt, und die SGJ könne – wenn alle fit bleiben – „eine starke Mannschaft stellen“. Lediglich auf eine Spielerin muss die SGJ dieses Jahr verzichten: Zuspielerin Julia Schawag tritt aus privaten Gründen kürzer.
Die jungen Spielerinnen würden sich bereits seit Längerem im gemeinsamen Training mit der ersten Mannschaft befinden, die auch weiterhin von Aleksandar Dimovski trainiert wird. „Wir sind optimistisch, dass wir das hinkriegen“, ergänzt Aland – wohlwissend, dass es in der Oberliga neue Herausforderungen geben wird. „Aber viele Teams verändern sich von Jahr zu Jahr. Da sind wir eine der Ausnahmen, denn wir können ja nicht im großen Stil von Nachbarvereinen abschöpfen. Zumal unsere zweite Mannschaft auch die zweithöchst spielende in der Gegend ist. Da muss man die Qualität selbst hochhalten“. Dafür hat die SGJ in den vergangenen Jahren viel im Nachwuchsbereich gemacht und möchte die Nachwuchsarbeit auch weiterhin „stabilisieren“, so Aland. Die SGJ wolle sich in der Oberliga „herantasten“ und zeigte in einem Vorbereitungsturnier schon gute Ansätze. Zum Start wartet am Samstag um 19 Uhr das Duell bei der TG Wehlheiden. „Wenn der Anfang gut läuft, dann fällt vieles leichter. Von daher wollen wir schon einen guten Start hinlegen“, betont der Abteilungsleiter, der beim Gegner auch einen kleinen Umbruch in der Pause ausgemacht hat. In jedem Fall wird es ein interessantes Auftaktspiel für Johannesberg – und aus Sicht der Osthessen gibt es natürlich einen klaren Titelfavoriten in der Oberliga: Den VC Wiesbaden III als mit Abstand größter Name in Hessen. Der Bundesliga-Nachwuchs aus der Landeshauptstadt, so Aland, „ist unglücklich abgestiegen und wird alles dafür tun, dass sie direkt wieder aufsteigen“.
Als amtierender Vizemeister startet derweil die TG Rotenburg wieder in die Oberliga – doch nach zwei ganz knapp verpassten Aufstiegen in die Regionalliga (einmal, weil kein Platz frei wurde, und einmal sportlich) steht bei der TGR nicht der dritte Anlauf im Vordergrund, wie Trainerin Heide Aust vorweg sagt: „Dieses Jahr müssen wir tatsächlich die Ambitionen anders ausrichten“. Mit Kapitänin Kim Gerlach fällt eine wichtige Spielerin mit einem Kreuzbandriss aus den Aufstiegsspielen wohl die gesamte Saison aus, dazu hat die TGR mit Außenangreiferin Loretta Paul eine weitere Stütze nach Mainz verloren. „Damit fehlt der etatmäßige Außenangriff“, so Aust. Auch Rotenburg versuchte, Spielerinnen aus der Jugend oben einzubauen. „Aber das geht nicht von heute auf morgen“, betont Aust, und somit sei der Klassenerhalt in der Oberliga erstmal ein realistisches Ziel – und vielleicht ist es unter diesen Vorzeichen auch besser, nicht Regionalliga zu spielen. „Es wird eine Übergangssaison, und der Klassenerhalt wäre ein mega Erfolg. Wir wollen unter allen Umständen den höherklassigen Volleyball hier erhalten“.
Anfang Juni startete die TGR in die Vorbereitung, hat seither ein straffes Programm durchgezogen – samt Trainingslager und Vorbereitungsturnier in Mörfelden. „Ich denke, wir sind bestmöglich vorbereitet. Man hat schon gute Ansätze gesehen, aber auch noch Schwachstellen. Gerade die Abstimmung in der Abwehr. Wir werden sehen, wie es unter Druck läuft, und wissen noch nicht wirklich, wo wir stehen“. Aufschluss darüber wird es am Samstag geben, wenn um 19 Uhr zum Saisonstart das Heimspiel gegen die TG Bad Soden II ansteht. „Sie spielen solide und mit Auge – aber es ist keine Übermannschaft“, sagt Aust, die wie gehabt zusammen mit Elli Rauch das Trainerteam bildet. Auch für Aust ist der Absteiger aus Wiesbaden klarer Titelfavorit, die Spiele – auswärts schon am zweiten Spieltag – werden aber auch Highlights: „Früher als Volleyballerin hat man immer gedacht: Ach du meine Güte, Wiesbaden… Aber es ist auch ‚nur‘ die dritte Mannschaft“. Außerdem wird es zum Aufsteiger DSW Darmstadt eine ebenfalls lange Fahrt für die TGR später in der Saison geben. Das erste osthessische Duell steigt am 28. November in Johannesberg.
Landesliga
Einen weiteren Meister neben Johannesberg brachte die Region Osthessen in der vergangenen Saison hervor: Der TSV Hilders war das Nonplusultra in der Bezirksoberliga Nord und realisierte den Aufstieg in die Landesliga Nord. Für die Mädels aus der Rhön ist es das erste Landesliga-Abenteuer, wie Abteilungsleiterin Paulin Keßler berichtet, die auch selbst im Team spielt: „Es wird ein von Herausforderungen geprägtes Jahr. Wir sammeln alle die ersten Erfahrungen in der Landesliga, und der Kader ist soweit bestehen geblieben, wie bisher“. Aus der eigenen Jugend kam Lara Winter zu den Frauen hinzu.
Der TSV Hilders hatte vor zwei Jahren knapp den Aufstieg verpasst, im vergangenen Jahr war dann das Ziel, den Sprung nach oben ins Auge zu fassen, erinnert sich Keßler zurück: „Da muss natürlich alles passen, und wir hatten am Saisonende noch zusätzlich Ausfälle durch Verletzungen und hatten dann doch noch etwas Bedenken, ob es klappt. Aber wir sind natürlich froh, dass es gelungen ist“. Nun sei selbstverständlich der Klassenerhalt das einzige Ziel, wobei zehn Mannschaften in der Landesliga Nord spielen und daher drei Teams fix absteigen. Dazu gibt es einen Relegationsplatz. „Wir müssten Platz sechs belegen, um sicher drinzubleiben. Das wird sehr anspruchsvoll, aber das ist uns bewusst“, betont Keßler. Der TSV hatte vor zwei Wochen am Vorbereitungsturnier in Gießen teilgenommen und lernte schon die ersten Gegner der Landesliga kennen, dazu sei Bad Arolsen noch aus früheren BOL-Zeiten ein Begriff, aber mittlerweile in der Landesliga etabliert. Doch während die ersten Teams am Wochenende schon spielen, hat Hilders noch frei: Der TSV startet am Samstag, 12. September, um 16 Uhr beim USC Gießen II ins Abenteuer. Und eine wichtige Personalie ist auch neu im Verein: Tristan Müller, der gebürtig aus Hilders stammt, war zuletzt in Thüringen unterwegs und nun nicht nur die Frauen des TSV Hilders übernommen, sondern parallel auch noch die zweite Mannschaft und das Männerteam.
