Die Versorgung älterer Patientinnen und Patienten vereint kurative, rehabilitative und palliative Ansätze. Angesichts des demografischen Wandels und immer längerer Krankheitsverläufe gewinnen vorausschauende Konzepte sowie eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit kontinuierlich an Bedeutung. „Eine gute palliative Versorgung im Alter gelingt nur gemeinsam. Unser Anliegen ist es, den Menschen mit seinen individuellen Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen. Der Fachtag zeigt, wie entscheidend ein starkes regionales Netzwerk ist, um Patientinnen und Patienten höchste medizinische Qualität zu bieten“, betonte Dr. Sebastian Schiel.
Dr. Maria Haas-Weber, Volker Klug und Silvia Fuß stellten das Expertenteam für Palliative Pflege (EPP) im Main-Kinzig-Kreis vor. Das Konzept zeigt, wie speziell qualifizierte Palliative-Care-Pflegefachkräfte Bewohnerinnen und Bewohner in Senioreneinrichtungen direkt vor Ort unterstützen. In enger Abstimmung mit Ärztinnen und Ärzten, Pflegeteams sowie Angehörigen können gesundheitliche Krisen frühzeitig aufgefangen und vermeidbare Krankenhauseinweisungen reduziert werden.
Prof. Dr. Henrikje Stanze aus Bremen richtete den Blick auf die Zukunft der Palliative-Care-Pflege. Sie betonte die Bedeutung einer stärkeren Akademisierung und Weiterqualifizierung von Pflegefachpersonen. Ziel müsse es sein, Pflege noch stärker als eigenständige Profession mit erweiterten Kompetenzen und mehr Verantwortung in multiprofessionellen Teams zu etablieren.
Einen weiteren Schwerpunkt setzte Dr. Monika Fuchs aus Ulm mit dem Thema Übertherapie und „Futility“ (Sinnlosigkeit) in der palliativen Geriatrie. Anhand eines Fallbeispiels stellte sie das sogenannte FURORE-Tool vor. Die Orientierungshilfe unterstützt Fachkräfte dabei, medizinische und pflegerische Maßnahmen im Team fortlaufend zu hinterfragen: Ist das, was technisch und medizinisch möglich ist, im Einzelfall auch sinnvoll und entspricht es dem Willen der betroffenen Person?
Die Vorträge und anschließenden Diskussionen verdeutlichten, dass eine gelungene palliative Versorgung alter und hochaltriger Menschen stets den ganzen Menschen in seinen individuellen Bedürfnissen sieht. Das Klinikum Fulda – Campus Fulda der Universität Marburg – setzt mit regelmäßigen Fortbildungsangeboten wie diesem auf einen kontinuierlichen Wissenstransfer und die Vernetzung aller Akteure in der Region.
