„Ich nahm an einer Typisierungsaktion teil, ganz nach dem Motto: Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein“, erzählt Bertz. Danach geriet das Thema für ihn zunächst in den Hintergrund. Sieben Jahre lang hörte er nichts von der Stammzellspenderdatei.
Das änderte sich in diesem Jahr. Bertz erhielt die Nachricht, dass seine Stammzellen möglicherweise zu einem Patienten passen könnten. „Ich musste das erst einmal sacken lassen. Einige Tage später wurden meine Werte kontrolliert“, berichtet der Fuldaer.
Um den möglichen Empfänger zu schützen, folgten weitere Untersuchungen und Vorbereitungen. Schließlich kam die entscheidende Nachricht: Bertz konnte als Spender zur Verfügung stehen. Von diesem Zeitpunkt bis zur tatsächlichen Entnahme vergingen rund sechs Wochen.
Die eigentliche Spende empfand der Fuldaer als unkompliziert. „Eigentlich musste ich nur meinen Arm hinhalten“, sagt Bertz. Ein wenig aufgeregt sei er dennoch gewesen. Gleichzeitig habe für ihn schnell festgestanden, dass der Aufwand in keinem Verhältnis zu dem möglichen Nutzen steht: „Wenn ich weiß, welchen Erfolg meine Spende hat, steht der Aufwand nicht in Relation.“
Auch die Betreuung während der Entnahme habe ihm die Nervosität genommen. „Ich war von einem sehr professionellen Team umgeben“, berichtet Bertz. Nach der Spende überwog bei ihm die Freude. „Neben der Geburt meiner Kinder und dem eigenen Haus stand das emotional weit oben“, sagt der Fuldaer.
Besonders der Gedanke, einem anderen Menschen möglicherweise zusätzliche Lebenszeit geschenkt zu haben, bewegt ihn. „Wenn es gut läuft, habe ich jemandem noch ein paar gute Jahre verschafft“, sagt Bertz.
Eine Heldengeschichte möchte er aus seiner Spende trotzdem nicht machen. Vielmehr will Bertz darauf aufmerksam machen, dass eine Stammzellspende mit vergleichsweise wenig Aufwand verbunden sein kann. „Mit wenig Aufwand kann man viel Gutes tun“, sagt er und möchte damit vor allem Menschen erreichen, die bislang noch nicht als Stammzellspender registriert sind.
Wer sich über die Voraussetzungen und Möglichkeiten einer Typisierung informieren möchte, findet Informationen bei der Deutschen Stammzellspenderdatei. Eine Typisierung ist unter anderem auch mit einem Kit für zu Hause möglich.
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