„Elektromobilität ist ja längst angekommen“, sagte Schadt zur Eröffnung. Wie schnell sich die Branche allerdings weiterentwickle, zeige sich bereits daran, was sich innerhalb eines Jahres verändert habe. Mit der E-Zukunftsmesse wolle man deshalb einen Rahmen schaffen, in dem sich die elektrische Community trifft – ausdrücklich aber nicht als geschlossener Kreis.
Im Gegenteil: Die erfahrenen E-Mobilisten sollen ihre Erfahrungen weitergeben und zeigen, wie Elektromobilität im Alltag funktioniert. „Wir wollen halt hier zeigen, dass es funktioniert“, erklärte Schadt. Gerade Menschen, die angesichts hoher Preise an der Tankstelle über Alternativen nachdenken, könnten von den Erfahrungen derjenigen profitieren, die bereits seit Jahren elektrisch unterwegs sind.
Dazu kommen zahlreiche Hersteller und Aussteller auf dem Gelände. Probefahrten sollen den Besuchern die Möglichkeit geben, verschiedene Fahrzeuge selbst kennenzulernen. Gleichzeitig geht es auf der Messe nicht ausschließlich um Autos. Auch erneuerbare Energien, deren Nutzung und Speicherung sowie weitere Zukunftstechnologien gehören zum Programm.
Besonders wichtig ist Schadt dabei der Austausch. „Noch bessere Beratung kommt von den Leuten, die in der Praxis das halt alltäglich erleben“, sagte er. Genau diese Mischung aus Herstellern, Experten und privaten E-Mobilisten soll die Messe ausmachen.
Dass Fulda erneut Austragungsort ist, ist dabei kein Zufall. Nach Stationen unter anderem bei der Messe Hannover und auf dem Zechengelände in Hamm kehrt die Veranstaltung bereits zum zweiten Mal nach Fulda zurück. Das Gelände des Messingwerks habe sich im vergangenen Jahr bewährt. „Wir haben halt hier ein tolles Gelände“, sagte Schadt.
Auch die Stadt Fulda begrüßte die erneute Veranstaltung. Stefan Graul, ehrenamtliches Magistratsmitglied, vertrat bei der Eröffnung Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld und sprach sich dafür aus, die Messe dauerhaft in Fulda zu etablieren. Auf dem Gelände würden sich Ideen, Innovationen und Zukunftsvisionen für Mobilität und Energie bündeln.
Graul verwies dabei auch auf die Entwicklung der Elektromobilität und der Ladeinfrastruktur. Aus eigener Erfahrung als Fahrer eines Elektroautos könne er die Entwicklung gut beurteilen. Für seine persönlichen Fahrgewohnheiten gebe es derzeit nichts Besseres als ein E-Auto, sagte er.
Ein weiterer Schwerpunkt der Messe liegt auf dem Blick über das heutige Elektroauto hinaus. Dr. Mario Herger, Zukunftsforscher und Buchautor aus dem Silicon Valley, gab bei der Eröffnung bereits einen Vorgeschmack auf seinen Vortrag am Samstag. Dabei soll es unter anderem um autonome Fahrzeuge, Robotaxis und humanoide Roboter gehen.
Herger lebt seit rund 25 Jahren in der San Francisco Bay Area und beschäftigt sich dort mit neuen Technologien. Er berichtete von seinen Erfahrungen mit autonomen Fahrzeugen und Robotaxis. Mehr als 300 Fahrten habe er bereits mit solchen Fahrzeugen absolviert. Auch in Deutschland werde das Thema seiner Einschätzung nach in den kommenden Jahren deutlich an Bedeutung gewinnen.
Neben den Vorträgen stehen am Wochenende zahlreiche weitere Programmpunkte auf dem Plan. Mehr als 30 Content Creator aus den Bereichen YouTube, Twitch und Social Media sind angekündigt. Dazu kommen Meet & Greets, Aussteller, Probefahrten und Angebote für Familien und Kinder.
Eine besondere Attraktion wartet auf dem Offroad-Gelände. Dort soll am Samstag ein Cybertruck aus Norwegen für Mitfahrgelegenheiten zur Verfügung stehen. Auch Besucher mit eigenem Elektroauto können das Gelände nutzen und ihr Fahrzeug abseits der Straße ausprobieren.
Für Schadt ist dabei besonders wichtig, dass die Messe nicht nur aus Ausstellern und Vorträgen besteht. Mehr als 1000 E-Mobilisten werden nach Angaben des Veranstalters mit ihren privaten Fahrzeugen erwartet. Sie bilden den sogenannten Enthusiastenparkplatz und sollen mit ihren persönlichen Erfahrungen ebenfalls zum Austausch beitragen.
„Die beste Informationsquelle ist natürlich der E-Mobilist, der in der Nachbarschaft anzutreffen ist“, sagte Schadt. Vielleicht könne so auch der eine oder andere, der bislang noch fest auf den Verbrennungsmotor gesetzt habe, neue Erfahrungen sammeln.
Neben der Elektromobilität soll auch das Gemeinschaftsgefühl nicht zu kurz kommen. Am Freitagabend stand nach der offiziellen Eröffnung ein E-Mobilitäts-Barbecue auf dem Programm. Am Samstagabend folgt unter anderem eine große Tesla-Lightshow. Zudem ist ein E-Auto-Camping auf dem Gelände vorgesehen.
Die E-Zukunftsmesse läuft noch bis Sonntag. Am Samstag und Sonntag stehen die Vorträge und Diskussionen mit Experten im Mittelpunkt. Der Eintritt für alle drei Tage kostet einmalig zehn Euro, ermäßigt fünf Euro. Kinder bis zwölf Jahre haben freien Eintritt.
