Bischof Dr. Michael Gerber hatte Mitglieder der Fraktionen im Bischofshaus eingehend über den Bericht der Unabhängigen Aufarbeitung unterrichtet, die getroffenen Maßnahmen des Bistums erläutert und den Kommunalpolitikern in einem vertrauensvollen Rahmen Rede und Antwort gestanden.
Das Bistum Fulda wird angesichts der bitteren Geschehnisse unter kirchlicher Verantwortung in der Vergangenheit weiterhin seiner Verpflichtung nachkommen, mit entschlossenen und gezielten Maßnahmen zur Prävention und Intervention alles zu tun, damit Kirche ein sicherer Ort ist, an dem es keinen Raum für sexualisierte Gewalt gibt.
Aus dem Abschlussbericht der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bistum Fulda hatte das Bistum den Auftrag abgeleitet, die dort benannten strukturellen und institutionellen Fragen dauerhaft aufzugreifen. Eine konkrete Konsequenz war die Einrichtung der Fachstelle Prävention, Intervention und Aufarbeitung (PIA). Sie bündelt Verantwortung in diesen Bereichen und soll dazu beitragen, dass die Erkenntnisse aus der Aufarbeitung dauerhaft in die Kultur und die Strukturen des Bistums hineinwirken. In diesem Jahr haben beispielsweise bereits 46 weitere Präventionsschulungen stattgefunden, an denen mehr als 650 Hauptberufliche und Ehrenamtliche teilgenommen haben.
Erinnerungskultur sichtbar machen
Zum verantwortungsvollen Umgang mit dieser Geschichte gehört für das Bistum zudem auch ein sichtbarer Ort der Erinnerung an die Betroffenen sexualisierter Gewalt. Der Fuldaer Dom hat dafür als zentraler und symbolträchtiger Ort eine besondere Bedeutung. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe entwickelt deshalb derzeit Vorschläge für einen würdigen Erinnerungsort und setzt sich zugleich mit der Frage eines differenzierten Umgangs mit den Bischofsgräbern auseinander. Das Bistum begrüßt, dass auch ein Vertreter der Stadt Fulda in dieser Arbeitsgruppe mitwirkt.
