Als „leider ein bisschen ins Wasser gefallen“, bezeichnete Michael Hofmann vom gleichnamigen Brillenstudio, Vorsitzender des Gewerbevereins Eiterfeld, den Matthäusmarkt 2026. Doch das bedeutete nicht, dass die Verantwortlichen nicht zufrieden sein durften: „Wir planen ja seit einem halben Jahr, und auch die Schausteller wissen: Am dritten Sonntag im September geht es nach Eiterfeld“. Einige hätten zwar absagen müssen, was Hofmann aufgrund des Wetters und der aktuellen Spritpreise nachvollziehen konnte.
Doch auch mit den rund 35 Ständen, die in der Bahnhofstraße und rund um das Rathaus vor Ort waren, war für ein breites Angebot gesorgt: „Wir achten darauf, dass es immer ausgewogen ist. Wir möchten alle Bereiche abdecken und es möglichst vielfältig halten“, so Hofmann. Von Imbiss- und Getränkeständen, über Kinderspielzeug, Pflanzen, Kräutern und Honig bis hin zu Deko-Artikeln gab es viel zu entdecken. Lokale wie auswärtige Händler hatten vorgesorgt und waren sich für keine Kundschaft zu schade, auch bei Regenwetter beratend zur Seite zu stehen. So auch Hofmann, der in seinem Brillenstudio in der Fürstenecker Straße unter anderem auf die modernen Brillensysteme mit Hörgeräte-Technik aufmerksam machte.
Bei gutem Wetter würde der Herbstmarkt etwa 5000 bis 8000 Besucher anlocken, diesmal rechnete der Gewerbeverein am frühen Nachmittag mit etwa 3000 – und hoffte, dass sich abends das Wetter noch einmal bessert. Denn bei der Eröffnung zum Fassanstich mit Bürgermeisterin Dana Hauke hatte der Regen eine Pause eingelegt, der Orchesterverein Eiterfeld unterhielt die Besucher. Ebenso umrahmten der Musikzug Eiterfeld-Arzell und Rhönroyal den Markt. Später stand noch die Prämierung des Stadtradelns mit der Bürgermeisterin auf dem Programm, außerdem wurden die Gewinner der Apfel-Schnitzeljagd gezogen und Tickets für die Kartbahn in Bad Hersfeld verlost.
Insgesamt stand der Matthäusmarkt dieses Jahr im Zeichen des Apfels. Das war auch in Arzell zu sehen, wo das Schuhhaus Zentgraf traditionell seien Türen öffnete und im Café Schnürsenkel allerlei Leckereien bereithielt. Das Café war – wie auch das Kaffee- und Kuchen-Angebot im alten Amtsgericht der Vereinsgemeinschaft Eiterfeld – ein Hotspot des Marktes, denn hier konnten die Besucher natürlich geschützt sitzen und sich in gemütlicher Atmosphäre unterhalten, für die der Regen draußen sorgte. Im Schuhgeschäft selbst sind Geschäftsführer Oliver Zentgraf und sein Team wie gewohnt überrannt worden: „Wir haben volle Bedienung in allen Abteilungen. Die Kunden nehmen das immer super an“. Für jeden, ob Groß oder Klein, war etwas dabei. Natürlich auch das passende Schuhwerk für die kalten Tage: „Wir haben die komplette Herbstsaison hier stehen, und auch schon ganz viele Winterstiefel. Die gefütterte Ware ist eingetroffen“, berichtete Zentgraf. Auch Kinderschuhe seien reichlich vorhanden. Mit Blick auf den kommenden Winter sagte er: „Es gibt viele neue, tolle Styles. Aber was angesagt ist, sind sämtliche Brauntöne. Vor allem dunkle, satte Brauntöne“. Für die Kids wurde außerdem Kinderschminken angeboten, während die Hüpfburg wegen des Wetters nicht aufgestellt werden konnte. Doch dass konnte das Schuhhaus aufgrund des großen Ansturms sicher verkraften. Auch der Alte Laden nebenan hatte natürlich geöffnet.
Trotz der geringeren Besucherzahl als in Jahren, in denen der September sich golden statt grau präsentierte, war der Eiterfelder Gewerbeverein nicht unzufrieden: „Die Verweildauer auf dem Markt ist nicht so, wie sonst. Es regnet mal mehr, mal weniger, das ist schade. Aber: Die Leute kommen“, so Michael Hofmann. Den Markt wollten sich auch im Regen viele Gäste nicht entgehen lassen. ergänzte: „Es bündelt sich nicht so, wie üblich. Aber wir können es nicht ändern. Wir sagen nichts ab, nur weil das Wetter schlecht ist“. Das Stammpublikum dankte es und erschien in wetterfester Kleidung, aber mit guter Laune.
