Lokales FD 04.09.2026

Die Instrumentalisierung von Heimat in der Zeit des Nationalsozialismus

Fulda (pm/st) – Zu einem Vortrag unter dem Titel „Die Instrumentalisierung von Heimat in der Zeit des Nationalsozialismus – Der Fuldaer Heimatbund“ lädt der Fuldaer Geschichtsverein am Donnerstag, 10. September, um 19 Uhr, in das Forum Kanzlerpalais, Unterm Heilig Kreuz, ein. Referent ist der ehemalige Fuldaer Kulturamtsleiter und langjährige Stadtarchivar Dr. Thomas Heiler. Er zeichnet aufgrund des reich überlieferten Archivmaterials die Vereinsgeschichte nach. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der städtischen Volkshochschule statt. Der Eintritt ist – wie immer beim Geschichtsverein – frei.

Foto: Stadtarchiv Fulda

Der im Februar 1941 gegründete Fuldaer Heimatbund hatte sich zum Ziel gesetzt, alle kulturellen Aktivitäten von der Archäologie bis hin zu Ausstellungen zeitgenössischer Kunst zu bündeln und die maßgeblichen Akteure unter einem Dach zu vereinen. Unter der Leitung des aus Lauterbach stammenden Lehrers und Museumsfachmanns Karl Maurer (1890-1975) wurden hierzu zwangsweise der Fuldaer Geschichtsverein, der Verein für Naturkunde in Osthessen und der Verein für Familien- und Wappenkunde in die neue Organisation überführt. Der Heimatbund entfaltete in den vier Jahren seines Bestehens eine umfangreiche Tätigkeit. Für den Verein wirkten höchst seriöse Fachvertreter wie der Bibliothekar Dr. Joseph Theele und der Archäologe Prof. Dr. h.c. Joseph Vonderau neben fanatischen Nationalsozialisten wie dem Lehrer Dr. Karl Bell. Letztlich diente der Fuldaer Heimatbund mit seiner sehr speziellen Interpretation heimatkundlicher und regionalgeschichtlicher Arbeit der nationalsozialistischen Blut- und Bodenideologie. Insofern war es nur folgerichtig, dass er im April 1946 aufgelöst wurde.