Basketball 04.09.2026

Derby verschoben – Heberle neu bei DAFKS – Keine TVH-Herren

Osthessen (pf) – Die neue Basketball-Saison steh vor der Tür! Die beiden Clubs aus Fulda – FT und DAFKS – sollten eigentlich in der Herren-Bezirksliga gleich zum Auftakt das Derby gegeneinander bestreiten. Doch daraus wird erstmal nichts, das heiße Duell ist abgesagt und wird in den Herbst verlegt. Immerhin steigt ein anderes Derby, nämlich das U18-Bezirksliga-Spiel zwischen den FT Red Kites und DAFKS Fulda am Sonntag (10 Uhr) in der Ferdinand-Braun-Halle. Der TV Hersfeld hat sich indes mit den Herren gänzlich zurückgezogen, während FT Fuldas Damen sich an das Abenteuer Landesliga heranwagen werden.

FT Fulda und DAFKS werden sich im Derby zumindest jetzt noch nicht treffen - das Auftaktspiel ist zunächst abgesagt worden. Archivfotos: Christine Görlich

Bezirksliga

DAFKS Fulda verpasste den Aufstieg in die Landesliga im Vorjahr um Haaresbreite – hat sich aber bestens in der Bezirksliga etabliert und will nun wieder angreifen: „Wir haben das Training im Sommer genutzt, als Spaß, aber auch als Arbeit. Die Mannschaft ist definitiv besser in Form als letztes Jahr, dazu hat sich die Entscheidung gelohnt, dass ich die U18 übernehme – so können die Kids auch bei den Herren mitspielen“, sagt DAFKS-Trainer Boris Jurcevic, der als Coach damit in dieser Saison alle Hände voll zu tun haben wird. Außerdem konnte das Team ein „Hammer-Upgrade“ für den Kader erzielen: Michael Heberle wechselte vom Oberligisten MTV Gießen zu DAFKS. Für Jurcevic ein „Traumspieler, da wir sehr gut miteinander klarkommen, auch durch unser 3x3-Projekt mit Fulda Basket“. Verlassen hätten den Verein hingegen kaum Akteure, sodass die Mannschaft erneut stark einzuschätzen ist. Doch Jurcevic bremst etwas: „Ob es am Ende reicht, dass wir oben mitmischen, werden wir sehen. Nach dem sehr ärgerlichen Nicht-Aufstieg sind viele enttäuscht gewesen – wir hatten es verdient, aber manchmal muss man auch mit solchen Situationen umgehen können“. Für ihn sei das Wichtigste, dass sich der Sport in Fulda entwickelt und neue Spieler für den Basketball gewonnen werden.

Ligakonkurrent und Stadtrivale FT Fulda geht derweil mit anderen Ambitionen in die neue Saison: „Es ging letztes Jahr schon gegen den Abstieg, und wir werden beinahe mit einem unveränderten Kader antreten. Aber wir wollen wieder mehr Jugendspieler bei den Herren mit einbinden, um immer möglichst voll besetzt spielen zu können“, sagt Tim Helmke, der zunächst als Ziel ausgibt, „schnellstmöglich die Punktzahl von letztem Jahr zu erreichen und dann nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben“. Die Klasse konnte vergangene Saison gehalten werden – am Ende war es sogar weniger aufregend als gedacht, da im Nachhinein niemand absteigen musste. Tim Samanski aus dem Trainerteam der Red Kites würde aus „freudigen privaten Gründen“ etwas kürzertreten, sodass Helmke selbst zumindest wieder bei der Trainingsleitung helfen wird. Helmke coacht parallel auch die U18 in der Bezirksliga und könne somit immer wieder den Nachwuchs gut mit einbinden. Felix Böhle gehörte in der Vorsaison ebenfalls zum Trainerteam der Herren, bereitet sich aber aktuell aufs Abitur vor. „Er macht auch noch den Schiedsrichterwart“, erklärt Helmke und freut sich nebenbei, dass FT dieses Jahr neun neue Schiris für den Bezirk ausbilden konnte.

Derweil hätte schon am Wochenende der erste Knaller der neuen Saison auf dem Plan gestanden: Das Derby zwischen FT und DAFKS zum Auftakt. Doch die Partie ist bereits abgesagt und muss verlegt werden, nachdem sie zwischenzeitlich schon von Samstag auf Sonntag terminiert geschoben worden war. Helmke erklärt, dass es an Schiedsrichtern für die Spielleitung mangelte und der Bezirk daher eine Neuansetzung vornehmen wolle. Für den FT-Coach sei der Nachbar dennoch der größte Titelaspirant: „DAFKS wird das sicherlich ziehen wollen dieses Jahr, sie haben in den letzten zwei Jahren nur gerade mal zwei Spiele verloren – und das nicht mal sportlich“. Wenn überhaupt, so Helmke, könnte ACT Kassel III mit einer „aus dem Hut“ gezauberten Mannschaft noch oben mitspielen, denn auch in Vellmar habe sich personell etwas verändert. So komme er zu dem Schluss, das DAFKS das „mit Abstand am stärksten“ besetzte Team sei. FT startet damit erst am 13. September bei Treysa II in die Bezirksliga.

Für DAFKS Fulda kommt die Verlegung noch bitterer: Nicht nur das Spiel gegen FT fällt aus, sondern auch das in Bad Hersfeld terminierte Spiel der kommenden Woche, denn die Titans haben ihre Mannschaft zurückgezogen (siehe unten). „Das ist schade, aber es ist nun mal so“, sagt Jurcevic, der nach den Verlegungen des Stadtderbys moniert: „Ich bin nicht in der Lage, den Spielern ständig neue Infos zu geben. Viele haben sich freigenommen oder andere private Angelegenheiten“. DAFKS wolle dem Nachbarn entgegenkommen und nun auf den 21. November verlegen – der Spieltag, an dem FT Fulda das nun spielfreie Wochenende wegen des Spielausfalls gegen Hersfeld hat. „Wir hätten dann zwei Spiele an diesem Wochenende“, merkt Jurcevic an.

 

Damen-Landesliga

Höherklassig ist FT Fulda wiederum wieder im Damenbereich unterwegs: Nach der sehr kleinen Bezirksliga-Runde im Vorjahr hatte sich die Aufstiegsfrage gestellt – und CVJM durfte wegen der ersten Mannschaft nicht, während Hersfeld nicht wollte. FT stellte dann den Antrag, aufsteigen zu dürfen, und bekam Grünes Licht. „Die Mannschaft ist entsprechend schon länger in der Vorbereitung“, merkt Tim Helmke an, der die Damen trainiert. Erfreulich: Lina Weßler, die Schlagzeilen für den Nachwuchs von Eintracht Frankfurt machte, kehrte wieder nach Hause zurück und kann dank einer Doppellizenz für die Red Kites auflaufen. Nebenbei wird sie noch in der Nachwuchs-Bundesliga spielen. Ähnlich bei Natascha Udovicic: Die 2009erin ist nach einem Gastjahr in Gelnhausen zurück, spielt parallel WU18 in Hanau (Oberliga) und läuft für Fuldas Damen auf. All das freut Helmke natürlich auch: „Um die Damen haben wir lange gekämpft – es gab immer nur sporadische Ligen. Jetzt sind wir den Schritt gegangen, wobei es in der Landesliga darum geht, die Saison voll zu genießen und Erfahrungen zu sammeln“. Die Konkurrenz dort sei etabliert und gehöre zum „Haushalt“, während der jungen Fuldaer Mannschaft so eine Entwicklungsperspektive geboten werden soll: „Viele Gegner haben ambitionierte Jugendteams. Im Bezirk Kassel gab es in den letzten Jahren aber kaum einen Spielbetrieb – und wenn, dann nie mit mehr als fünf Teams“, so Helmke: „Wir wissen, woher wir kommen. Es wäre schön, wenn wir hier und da etwas mitnehmen, aber der Blick ist nur auf uns gerichtet“. Das Auftaktspiel bestreiten die FT-Damen am Sonntag um 16 Uhr gegen ACT Kassel I – und damit wartet gleich ein Brocken, denn Kassel ist aus der Oberliga abgestiegen. „Das wird ein Ankommen für uns“. Und es gibt ein Wiedersehen: Die Bezirksvorsitzende Katharina Hau betreut die erste Mannschaft von ACT, wobei Helmke nicht wisse, ob sie selbst beim Spiel in der Ferdinand-Braun-Halle auch auflaufen wird. Unter anderem durch ihren Neffen Mattheo Hau, der für die Red Kites spielt, sei sie aber regelmäßig in der Halle anzutreffen. 

 

Großer Umbruch beim TV Hersfeld

Bei den Hersfelder Titans herrschte eine turbulente Off-Season: Viele Leistungsträger haben sich in Richtung höherklassig spielender Mannschaften verabschiedet. So wird der TVH nach vielen Jahren erstmals ohne Herrenmannschaft in den Spielbetrieb gehen. Dabei sah es noch vor wenigen Wochen gut aus, als klar wurde, dass der Verein trotz des sportlichen Abstiegs noch einen Startplatz in der Bezirksliga ergattern könnt. Doch die Trainingsbeteiligung blieb mau, zudem seien einige Spieler in Richtung Kassel, Göttingen und Marburg weitergezogen. Dann zog Trainer Alai Barite letztlich die Reißleine.

Zuwachs gibt es hingegen bei Barites Damenmannschaft, die nun neun Spielerinnen umfasst und in der Kooperations-Bezirksliga aus den Bezirken Kassel und Gießen an den Start geht. Hier starten die TVH-Damen am 12. September zuhause gegen Gladenbach II.
Erneut in der Landesliga tritt die männliche U18 aus Bad Hersfeld nach erfolgreicher Qualifikation an. Da es für den großen Wurf Oberliga nicht reichte, müssen die Titans unter anderem den Abgang der Leistungsträger Andrej Premovic (NBBL), Eduard Gaspar und Hafid El Kaid (allesamt BG Göttingen) verschmerzen. Somit verändert sich auch die Ausrichtung des Landesligateams. Zuhause gegen Hochheim (Sonntag, 16 Uhr) wartet gleich ein sehr schwerer Gegner für das Team von Alai Barite.

Unter der Leitung von Dogukan Akinci spielt die Hersfelder U14 fast nur mit U12-Spielern und Spielerinnen des Vorjahres, die sich nun umgewöhnen müssen. Sebastian Schumann konzentriert sich derweil voll auf die Jüngsten und die Ältesten im Verein: Er betreut die U12- und U10-Mannschaften. Und die Ü35, die Ende September im Bezirk gegen CVJM Kassel und DAFKS Fulda antritt. Die Ü40 startet ohne Konkurrenz im Bezirk direkt bei den Hessenmeisterschaften im Februar 2027.

Schumann freut sich trotz der turbulenten letzten Wochen auf den Saisonbeginn: „Wir sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen und mussten nun erkennen, dass viele Spieler vor allem eigene Karriereambitionen verfolgen. Das ist auch in Ordnung, auch wenn wir es nicht gewohnt sind Spieler schon während Abiturs zu verlieren. So sahen unsere Kader zwischenzeitig aus wie Flickenteppiche. Wenn diese Spieler wichtige Ämter als Schiedsrichter und Trainer begleiten, schmerzt das doppelt. Wir haben aber das Beste aus der Situation gemacht und streben den Wiederaufbau Stück für Stück an und versuchen, neue Personen auch in Verantwortung zu entwickeln“.

 

Kreisliga und Nachwuchs

In der Herren Kreisliga ist DAFKS mit der zweiten Herrenmannschaft vertreten, die mit vielen neuen Gesichtern auflaufen wird, so Boris Jurcevic. Vor allem aus dem Nachwuchs sind einige aufgerückt, während die älteren Herrenspieler „das Ganze auf dem Feld leiten werden“. Insgesamt sehe sich der Verein im Nachwuchsbereich „auf einem guten Weg“. Die U18 ist in der kleinen Bezirksliga am Start und reist am Sonntagmorgen (10 Uhr) gleich mal zum Derby zu FT Fulda (das im Gegensatz zu den Herren auch stattfindet). „Für viele ist es die erste Saison, daher steht der Spaß am Basketball und das Lernen an der ersten Stelle“, so Jurcevic: „Ich finde es nur schade, dass so wenige Teams in der Liga sind. Man sollte direkt eine Doppelrunde daraus machen – je mehr Spiele, desto besser für alle Beteiligten“. Durch Spiele wird man besser, meint der Coach, der gegen die FT-U18 eine große Aufgabe erwartet: „Sie sind schon jahrelang mit der Jugend unterwegs, wir haben gerade erst angefangen“. Bei den Red Kites trainiert ebenfalls Tim Helmke den Nachwuchs, und freut sich, mit Utku Coban einen Rückkehrer per Doppellizenz zur Verfügung zu haben: „Er spielt Nachwuchs-Bundesliga in Würzburg, und stockt seine Minuten bei uns auf, wenn es passt“. Außerdem ist Bela Witzel per Doppellizenz in Fuldas U16, die Bezirksliga spielt, und in Hanau spielberechtigt. Die U14 von FT Fulda hat die Teilnahme an der Landesliga derweil nicht wahrgenommen, da Lizenztrainer Leonardo Xholi aus beruflichen Gründen wegbricht. Wenn sich genügend Teams finden, würde die Mannschaft in einer Bezirksliga spielen können, so Helmke. Der FT-Coach ergänzt zum Schluss, dass die „Minis“ aus der U12 im Winter in einen internen Spielbetrieb starten werden, in dem der Fokus auf der Entwicklung liege.