Leichtathletik 07.09.2026

Rekord beim Fulda-Marathon: 3199 Starter gehen auf die Strecke

Fulda – Von Silas Messing – Als sich die Läuferinnen und Läufer am Sonntagmorgen auf der Laufbahn im Stadion der Stadt Fulda versammelten, lag spürbare Spannung in der Luft. Noch einmal wurden die Laufschuhe überprüft, sich gedehnt und mit den Mitstreitern gesprochen, ehe es auf die Strecke ging. Wenig später machten sich Tausende auf den Weg durch Fulda – und sorgten beim 31. Fulda-Marathon für einen neuen Teilnehmerrekord: 3199 Starterinnen und Starter gingen an den Start.

Foto: Christine Görlich

Start und Ziel der verschiedenen Läufe befanden sich im Stadion der Stadt Fulda. Von dort aus führte die Strecke die Sportlerinnen und Sportler durch die Stadt und die Fuldaauen, ehe es für viele zurück auf die Laufbahn zum Zieleinlauf ging. Dort warteten nach den zurückgelegten Kilometern erschöpfte, aber glückliche Gesichter, Applaus und die Gewissheit, es geschafft zu haben.

„Rekordzahl – 3199 Starterinnen und Starter“, sagte Jürgen Schuck aus dem Orgateam zufrieden. Für die Verantwortlichen sei der Tag rundum gelungen. Das Wetter habe mitgespielt, die Sicherheitsvorkehrungen hätten funktioniert und auch die Zuschauerinnen und Zuschauer hätten ihren Teil zu einem besonderen Lauftag beigetragen.

„Ein großes Lob hier an die Zuschauerinnen und Zuschauer“, betonte Schuck. Die Läufer seien sicher unterwegs gewesen und hätten auf ihrer Strecke durch die Fuldaer Auen und die Stadt viel Unterstützung erfahren. „Wir sind alle rundum zufrieden. Also es hat alles hundertprozentig geklappt.“

Bei angenehmen spätsommerlichen Temperaturen herrschte nicht nur auf der Strecke beste Stimmung. Während einige Läuferinnen und Läufer um Sekunden und persönliche Bestzeiten kämpften, ging es für andere vor allem darum, die Strecke zu genießen und gemeinsam mit Tausenden anderen Teil eines besonderen Sporttages zu sein.

Bereits vor dem Start gab es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen besonderen Moment: Jana Koch-Zeißig, evangelische Pfarrerin in Fulda, und Paul Kowalski von der Citypastoral segneten die Läuferinnen und Läufer. Anschließend gehörte die Stadt den Sportlerinnen und Sportlern.

Heimatlauf wird zum Traum

Den Sieg über die Halbmarathondistanz sicherte sich Peter Hoehne vom TLV-LT Eichenzell. Der 40-Jährige benötigte für die 21,1 Kilometer 1:14:15 Stunden und setzte sich damit vor Tim Hartmann von SG Athletico Büdelsdorf und Nico Sander durch.

Für Hoehne war es nicht nur ein weiterer Wettkampf, sondern ein ganz besonderer Erfolg vor der eigenen Haustür. „Ich habe heute zum dritten Mal hintereinander jetzt den Fulda-Halbmarathon mitgemacht“, erzählte er nach seinem Sieg. Im vergangenen Jahr sei er aufgrund anderer Wettkämpfe allerdings nur über die kürzere Distanz gestartet.

Sein letzter Wettkampf habe Mitte Juli stattgefunden – mit einer Zeit, mit der er selbst nicht zufrieden gewesen sei. Danach habe er wieder deutlich mehr trainieren können. „Mehr Training, größere Umfänge, Tempo kann man besser halten“, erklärte Hoehne.

Die Vorbereitung habe sich am Sonntag bezahlt gemacht. „Ich stand gut im Saft“, sagte der Läufer mit einem Lachen. Der Sieg beim Fulda-Marathon sei für ihn auch eine wichtige Standortbestimmung gewesen, denn bereits am Montag steht für ihn mit den Deutschen Polizeimeisterschaften im Crosslauf in Rosenheim der nächste sportliche Höhepunkt an.

Doch zunächst überwog die Freude über den Erfolg in der Heimat. „Als Künzeller ist das doch so ein Heimatlauf“, sagte Hoehne. Vor dem Start sei schwer einzuschätzen gewesen, wie stark die Konkurrenz sein würde. Am Ende sei für ihn jedoch alles zusammengekommen.

„Es ist einfach nur ein Traum in Erfüllung gegangen – von der Organisation, von meiner Renneinteilung“, sagte der Sieger. „Ich bin einfach nur mega happy. Mega Rennen, mega Stimmung.“ Sein Fazit fiel entsprechend eindeutig aus: „Ich kann jedem nur raten, hier beim Fulda-Marathon mal mitzumachen. Die Stimmung war grandios.“

Hübel gewinnt bei den Frauen

Bei den Frauen setzte sich Nadine Hübel vom TV Dipperz durch. Sie erreichte nach 1:21:13 Stunden als schnellste Frau das Ziel. Stefanie Lofink und Johanna Heinbuch folgten auf den weiteren Plätzen. Dabei war für Hübel lange Zeit gar nicht sicher gewesen, ob sie überhaupt würde starten können. Die Läufe seien bereits ausgebucht gewesen und sie sei mit ihrer Anmeldung spät dran gewesen. „Ich bin erst mal froh, dass ich überhaupt starten konnte“, sagte die Dipperzerin nach ihrem Sieg. Umso mehr freute sie sich darüber, bei einem Lauf in der Heimat dabei sein zu können.

Auch sie lobte die Bedingungen am Sonntag. „Das Wetter war super, die Leute an der Strecke haben toll angefeuert“, sagte Hübel. Und mit einem Blick auf die zurückgelegten Kilometer und der verkürzten Strecke im vergangenen Jahr fügte sie schmunzelnd hinzu: „Es waren wirklich diesmal auch 21 Kilometer.“ Ihr Fazit: „Großes Lob an den Veranstalter.“ Mit ihrer eigenen Leistung zeigte sich Hübel ebenfalls zufrieden: „Ich bin sehr zufrieden.“

Wingenfeld genießt Fulda aus einer anderen Perspektive

Auch Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld zog am Sonntag die Laufschuhe an und ging selbst auf die Strecke. Für ihn zeigte der Fulda-Marathon einmal mehr, wie abwechslungsreich und schön die Stadt aus der Perspektive eines Läufers sein kann. „Glückwunsch an die Organisatoren. Ich finde, die Laufstrecke ist hervorragend ausgewählt“, sagte Wingenfeld. Besonders gefalle ihm die Verbindung von Stadt und Natur.

„Man sieht die Schönheit Fuldas mit Blick auf die Natur in den Fuldaauen, aber eben auch die wunderschöne Fuldaer Innenstadt“, erklärte der Oberbürgermeister. Wer Fulda einmal auf eine andere Art erleben wolle, dem könne er die Strecke nur empfehlen. „Wer Fulda einfach mal erleben möchte, dem kann ich nur empfehlen, diese Strecke zu joggen oder gemütlich zu spazieren“, sagte Wingenfeld.

Für ihn selbst sei der Lauf vor allem ein Genuss gewesen. „Ich habe mich einfach ein bisschen an anderen Läufergruppen orientiert und hab das einfach genossen“, sagte er. Auch das Wetter habe seinen Beitrag zu einem gelungenen Lauftag geleistet: „Fantastisch.“

Werner und Filip über elf Kilometer vorn

Neben dem Halbmarathon standen am Sonntag auch ein Lauf über elf Kilometer sowie die Fünf-Kilometer-Distanz auf dem Programm. Über die elf Kilometer setzte sich bei den Männern Manuel Werner vom Hünfelder SV durch. Er gewann in 38:51 Minuten vor Gunter Eidmann und Theo Kersten. Bei den Frauen war Linda Filip die Schnellste. Sie benötigte 47:05 Minuten. Cathrin Möller von der Hochschule Fulda folgte auf dem zweiten Platz, Juliane Medler von der DJK SSV Großenlüder wurde Dritte.

Bergmann und Sattler gewinnen über fünf Kilometer

Auch auf der Fünf-Kilometer-Strecke ging es um jede Sekunde. Bei den Männern setzte sich Hanno Bergmann vom Marianum Fulda durch. Der 17-Jährige gewann in 17:45 Minuten vor Thomas Walter und Nils Milde vom Hünfelder SV. Bei den Frauen sicherte sich Hannah Sattler vom Hünfelder SV den Sieg. Sie erreichte nach 22:38 Minuten das Ziel. Paulina Palacz und Sophia Best belegten die weiteren Plätze.

In der Teamwertung über fünf Kilometer setzte sich bei den Männern und Mixed-Teams die Urologische Gemeinschaftspraxis Fulda durch. Das Quartett mit Thomas Heider, Sophia Best, Melanie Schremmer und Franziska Rehm kam auf eine Gesamtzeit von 1:46:23 Stunden. Die Frauenwertung gewann das Team des Marianums mit Cosima Auth, Sabine Kreß, Katharina Leitsch und Ricarda Flicker-Auth.

Doch so unterschiedlich die Ziele der insgesamt 3199 Starterinnen und Starter auch gewesen sein mögen, am Ende einte sie alle dasselbe Erlebnis: der Weg zurück ins Stadion, die letzten Meter auf der Laufbahn und der Zieleinlauf.

Der eine jubelte über eine neue Bestzeit, die andere freute sich einfach darüber, die Distanz geschafft zu haben. Wieder andere genossen den gemeinsamen Lauftag mit Freunden, Kollegen oder der Familie. Genau diese Mischung machte den 31. Fulda-Marathon aus.

Für das Orgateam um Jürgen Schuck blieb am Ende vor allem ein positives Fazit. Der neue Teilnehmerrekord, die sommerlichen Bedingungen, die Unterstützung entlang der Strecke und die vielen sportlichen Leistungen machten den Sonntag zu einem besonderen Tag für den Laufsport in Fulda.

3199 Starterinnen und Starter – so viele wie noch nie zuvor beim Fulda-Marathon.

Eindrücke vom Fulda-Marathon im Stadion – Teil 1. Fotos: Christine Görlich.