Tischtennis 11.09.2026

Damen-Regionalliga – Das Abenteuer beginnt: KSG Haunedorf in Kleve

Petersberg-Almendorf (pm/pf) – Die Tischtennis-Damen der KSG Haunedorf spielen ab dieser Punktrunde in der vierthöchsten deutschen Spielklasse. Nach fast 20 Jahren in Hessen- und Oberliga war der Aufstieg in die Regionalliga West ein Meilenstein für den Dorfverein aus der Gemeinde Petersberg. Und die KSG steht nun endlich vor dem Auftakt: Das erste Spiel steigt am Sonntag um 14 Uhr bei der TTVg Kleve.

Die KSG-Damen freuen sich auf das Abenteuer Regionalliga. Foto: Verein

„Unsere neuen Fanschals finden ganz guten Absatz“, schmunzelt Heike Hartmann, langjährige Mannschaftsführerin des Teams. „Im Verein ist schon Euphorie da, das spüren wir. Aber wir sind auch ganz realistisch. Schon der Klassenerhalt wäre ein riesiger Erfolg.“

Mit der 16-jährigen Arzellerin Vivien Litzka konnten sich die Haunedorferinnen in der vergangenen Saison verstärken und direkt die Oberligameisterschaft einfahren. In der Regionalliga West geht es nun gegen etablierte Vereine überwiegend aus Nordrhein-Westfalen und Hessen wie Schwalbe Bergneustadt, TUSEM Essen oder BW Annen – teilweise mit Bundesligavergangenheit. „Da spielen Mannschaften, die über ganz andere Ressourcen verfügen“, erklärt Steffen Weber, Abteilungsleiter Tischtennis bei der KSG. „Dass wir das aus unserer Struktur heraus schaffen, macht uns schon ein bisschen stolz.“

Für die Haunedorfer bedeutet das jetzt auch einen deutlich höheren organisatorischen Aufwand. Der Spielplan führt die Mannschaft direkt am ersten Spieltag bis nach Kleve an die holländische Grenze. Hin- und Rückfahrten von teilweise vier Stunden sind keine Seltenheit. Bei manchen Auswärtsspielen sind auch Übernachtungen notwendig. „Der Aufwand ist schon hoch“, sagt Weber. „Wir reden hier nicht nur von langen Fahrten. Die Mädels müssen privat einiges anders organisieren und deutlich mehr Zeit investieren.“ „Aber nach dem Aufstieg war sofort klar: Wir haben alle Bock auf die Herausforderung“, freut sich Spitzenspielerin Lena Auth, die aber auch Respekt vor dem Level in der Regionalliga hat.

Auf dem Papier sind die Haunedorferinnen klarer Außenseiter in der Spielklasse. Externe Kräfte einzufliegen oder gar für sporadische Einsätze einzukaufen, das kam trotz verschiedener Angebote, die an den Verein herangetragen wurden, nie in Frage. Die KSG Haunedorf ist ein klassischer Breitensportverein mit elf Mannschaften und einem engen Miteinander zwischen Damen, Herren und Jugendlichen.

„Wir haben hier bodenständige Strukturen und eine klare Philosophie, die eine gesunde Weiterentwicklung des Vereins fokussiert. Alles andere passt aktuell nicht zu uns“, davon ist Weber überzeugt. Deshalb gab es auch die ganz bewusste Entscheidung mit der Aufstiegsmannschaft zusammenzubleiben und die Saison zu genießen, ergänzt Auth. Trainiert wird in dieser Punktrunde zusammen als Mannschaft, aber auch immer wieder gemischt mit den Männerteams im Verein. „Wir haben zu den Trainingszeiten immer eine volle Halle. Die Bedingungen sind gut“, freut sich Hartmann.

Der Verein fiebert jetzt dem Saisonstart am kommenden Sonntag entgegen. „Und auch über die Unterstützung von außen sind wir sehr dankbar“, betont Weber. Sogar Bürgermeisterin Claudia Brandes und Ortsvorsteher Matthias Balzer haben sich schon als Fahrer für Auswärtsfahrten angeboten.

Die Sponsorensuche hingegen gestaltete sich nicht ganz so einfach. „Tischtennis ist natürlich kein Fußball. Aber wir sind ordentlich aufgestellt und werden das gemeinsam schaffen“, davon ist Weber überzeugt.

Zum ersten Heimspiel der Saison am 19. September gegen Holzbüttgen freut sich der Verein auf viele Zuschauer. Alle Heimspiele finden wie gewohnt im Dorfgemeinschaftshaus in Almendorf statt. „Wir bleiben mit beiden Beinen auf dem Boden. Die Regionalliga ist ein Abenteuer, das wir gemeinsam erleben wollen“, da sind sich die Verantwortlichen einig.