Darin fordern Timo und Melanie Zimmermann eine erneute Prüfung der Rückforderungen und eine aus ihrer Sicht fairere Lösung für hessische Handwerksbetriebe. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen hätten während der Pandemie erhebliche Belastungen getragen und müssten nun Jahre später erneut mit finanziellen Forderungen umgehen.
Die beiden verweisen in ihrem Schreiben auf die besondere Situation des Friseurhandwerks während der Corona-Pandemie. Die Betriebe seien aufgrund staatlicher Anordnungen geschlossen worden und hätten sich damals an sämtliche Vorgaben gehalten. Die Soforthilfen seien in einer außergewöhnlichen Situation beantragt worden – auch im Vertrauen darauf, dass der Staat den betroffenen Unternehmen in dieser Zeit zur Seite stehe.
Umso schwerer sei es für viele Unternehmer nachzuvollziehen, dass sie nun Jahre später mit Rückforderungen konfrontiert würden. „Wir wenden uns heute als hessische Unternehmer an Sie, weil uns der Umgang mit der Rückforderung der Corona-Soforthilfen zunehmend enttäuscht und auch wütend macht“, schreiben Timo und Melanie Zimmermann an den Minister.
Zwar begrüßen die beiden die inzwischen vom Land Hessen beschlossenen Erleichterungen beim Rückmeldeverfahren. An der grundsätzlichen Kritik an der aktuellen Handhabung ändere dies aus ihrer Sicht jedoch nichts. „Dennoch bleibt für uns die grundsätzliche Frage bestehen, ob die jetzige Handhabung gegenüber den betroffenen Unternehmen tatsächlich gerecht ist.“
Dabei gehe es ihnen ausdrücklich nicht darum, sich ihren Verpflichtungen zu entziehen. „Es geht uns dabei nicht darum, uns unseren Verpflichtungen zu entziehen. Es geht um Fairness und Wertschätzung gegenüber denjenigen, die seit Jahrzehnten Verantwortung für dieses Land übernehmen“, heißt es in dem Schreiben.
Die Zimmermanns betonen dabei die Rolle kleiner und mittelständischer Handwerksbetriebe. Diese beschäftigten Menschen, bildeten junge Menschen aus und trügen durch Steuern und Sozialabgaben kontinuierlich zum Gemeinwesen bei. Gerade deshalb empfänden sie es als enttäuschend, wenn Betriebe Jahre nach einer historischen Ausnahmesituation erneut finanziell belastet würden.
In ihrem Brief verweisen Timo und Melanie Zimmermann zudem darauf, dass andere Bundesländer unterschiedliche Wege im Umgang mit den Corona-Soforthilfen und daraus resultierenden Rückforderungen gefunden hätten. Deshalb solle auch Hessen prüfen, ob vergleichbare Lösungen übernommen werden könnten.
Konkret bitten die beiden Wirtschaftsminister Mansoori darum, die Möglichkeiten für weitere Reduzierungen oder Erlasse der Rückforderungen erneut zu prüfen. Insbesondere langjährig bestehende Unternehmen, die ausbildeten und Arbeitsplätze sicherten, sollten dabei aus ihrer Sicht stärker berücksichtigt werden. „Wir wünschen uns eine Politik, die den Mittelstand und das Handwerk nicht nur in Worten als Rückgrat unserer Wirtschaft bezeichnet, sondern dies auch in ihren Entscheidungen erkennen lässt.“
Ihr Anliegen sei dabei keineswegs nur ein persönliches. Viele Kolleginnen und Kollegen aus dem Friseurhandwerk teilten die Enttäuschung und hätten den Eindruck, dass die enormen Belastungen der Branche während und nach der Pandemie bei den heutigen Entscheidungen kaum noch ausreichend berücksichtigt würden. Die Zimmermanns bitten Mansoori deshalb, das Thema nicht lediglich als Einzelfall zu betrachten, sondern als Anliegen zahlreicher kleiner und mittelständischer Betriebe.
„Wir möchten auch in Zukunft gerne Unternehmer in Hessen sein, Menschen beschäftigen, jungen Menschen eine Ausbildung ermöglichen und unseren Beitrag zur Gesellschaft leisten“, schreiben Timo und Melanie Zimmermann. Dazu gehöre für die Betroffenen aber auch „das Gefühl, dass Leistung, Eigenverantwortung und jahrzehntelanges unternehmerisches Engagement von der Politik gesehen und wertgeschätzt werden“.
