Judo 29.09.2026

Christian Krüger feiert 300. Turnier mit drittem Gold in Folge

Bochum/Fulda (pm/jah) – Ein besonderer Meilenstein, dazu der dritte Turniersieg in Folge: Für Christian Krüger vom 1. Fuldaer Judo Club hätte die Stadtmeisterschaft in Bochum kaum erfolgreicher laufen können. Der 25-Jährige sicherte sich in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm den Titel – und absolvierte zugleich sein 300. Turnier.

Foto: privat

Der Kontakt zum PSV Bochum war bereits einige Monate zuvor bei einem anderen Wettkampf entstanden. Dort wurde Krüger zur Teilnahme an der Stadtmeisterschaft eingeladen. In seiner Gewichtsklasse waren neben dem Gieseler lediglich zwei weitere Kämpfer am Start. Krüger und sein Betreuer hatten ursprünglich mit einem größeren Teilnehmerfeld und stärkerer Konkurrenz gerechnet. Stattdessen sollte es für den erfahrenen Vielkämpfer ein vergleichsweise entspannter Wettkampfnachmittag werden.

In seinen beiden Kämpfen zeigte Krüger unterschiedliche Techniken und nutzte die Gelegenheit, einige Varianten auszuprobieren. Gleichzeitig blieb er konzentriert – schließlich kann sich ein Judokampf innerhalb kürzester Zeit drehen. Beide Begegnungen entschied der 25-Jährige vorzeitig für sich und sicherte sich damit seinen dritten Turniersieg in Folge sowie den Titel des Bochumer Stadtmeisters.

Damit war der Wettkampftag allerdings noch nicht beendet. Um den beiden Erstplatzierten der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm ihre Platzierungen zu erhalten, wurden von Krügers Betreuer anschließend noch zwei Kämpfe außer Konkurrenz organisiert. Auch dort ging der Jubilar jeweils vorzeitig als Sieger von der Matte. Im Mittelpunkt stand an diesem Wochenende jedoch ein anderer Erfolg: Krügers 300. Turnierteilnahme. Als Erinnerung an diesen besonderen Meilenstein erhielt er neben seiner Goldmedaille von privater Seite zusätzlich einen Pokal.

300 Turniere in 16 Jahren

Die Zahlen hinter dieser Marke sind bemerkenswert: Krüger trat bei 300 Turnieren an 126 verschiedenen Orten in allen 18 Landesverbänden des Deutschen Judo-Bundes an und bestritt dabei insgesamt 826 Kämpfe. Für einen aktiven Judoka ist eine solche Bilanz außergewöhnlich. Nach Angaben des Vereins benötigen selbst sehr aktive Sportler für eine vergleichbare Zahl an Turnierteilnahmen häufig 25 Jahre oder mehr. Krüger erreichte die Marke innerhalb von 16 Jahren.

Dabei sind sogar zwei Pandemie-Jahre in dieser Zeit enthalten, in denen er lediglich an neun Turnieren teilnehmen konnte. Seine Bilanz verdeutlicht damit nicht nur die sportliche Aktivität des 25-Jährigen, sondern auch den zeitlichen Aufwand und die Ausdauer, die er über Jahre in den Judosport investiert hat.

Zu den Höhepunkten zählen sieben Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften der Männer sowie zwei Starts bei Deutschen Meisterschaften der U21. Einen besonderen Reiz haben für Krüger zudem die zahlreichen Privatturniere, bei denen regelmäßig auch erfolgreiche Athleten aus dem nationalen Spitzenbereich antreten.

So traf der Gieseler im Laufe seiner bisherigen Karriere bereits auf 23 deutsche Meister, 13 deutsche Vizemeister und 15 deutsche Meisterschaftsdritte. Hinzu kommen ein Weltmeister und ein Vize-Weltmeister der Veteranenklasse Ü30. Bei internationalen Wettkämpfen bekam Krüger zudem die Gelegenheit, gegen zwei Athleten anzutreten, die 2019 noch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele kämpften und später nach Deutschland flohen.

Auch die eigene Medaillenbilanz kann sich sehen lassen. In seinen 300 Turnieren sammelte Krüger bislang 59 Gold-, 69 Silber- und 49 Bronzemedaillen.

Bekanntheit über die Region hinaus

Aufmerksamkeit erlangte Krüger zuletzt auch über die regionale Judoszene hinaus. Ein Bericht im Fachmagazin „Judo Magazin“ bezeichnete ihn als Vielkämpfer und einen der aktuell aktivsten Judoka. Seitdem wird der 25-Jährige bei Wettkämpfen immer wieder auf seine hohe Zahl an Turnierteilnahmen angesprochen.

Auch Angebote anderer Vereine und Mannschaften hat Krüger nach Vereinsangaben bereits erhalten. Verschiedene Teams aus Ligen und Landesverbänden haben ihn demnach für Einsätze in ihren Mannschaften angefragt.

Ein Beispiel für die außergewöhnliche Wettkampfbilanz lieferte Heiko Köcher aus Werdau in Sachsen. Er berichtete Krüger von mehr als 1800 bestrittenen Kämpfen über einen Zeitraum von mehr als 45 Jahren und wies darauf hin, dass Krüger bei seinem bisherigen Tempo einen bemerkenswerten Durchschnitt vorweisen könne.

An die Marke von 1800 Kämpfen denkt Krüger aktuell allerdings noch nicht. Ein anderes Ziel hat der Gieseler dagegen bereits im Blick: Die Marke von 1000 Kämpfen soll in den kommenden Jahren fallen. Nach seinem 300. Turnier ist die sportliche Reise für den 25-Jährigen damit längst nicht beendet – die nächsten Wettkämpfe stehen bereits bevor.