Lokales FD 17.09.2026

Chaos vor Sozialkaufhaus – Schwab: Strukturelles Problem

Fulda (st) – Kleidung, Müll und aufgerissene Tüten – es ist kein schöner Anblick, der sich immer wieder vor dem Sozialkaufhaus „Jedermanns“ in der Robert-Kircher-Straße bietet. Wenn der Laden des DRK Fulda geschlossen hat, werden Sachspenden teils einfach davor abgestellt. Christoph Schwab, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Fulda, sagt, dass sich die Mitarbeitenden regelmäßig darum kümmern würden, das Grundproblem jedoch struktureller Natur sei.

Fotos: privat.

„Das ist permanent so und wenn man genau hinschaut, ist da sogar menschlicher Kot“, schildert eine Anwohnerin aus dem Bereich, die sich über die Zustände ärgert und sich an Osthessen-Zeitung gewandt hat: „Das ist eine Zumutung.“ Insbesondere an den Wochenenden würden die Säcke vor die Tür des Ladens geworfen. Auch hinter dem Haus sehe es schlimm aus. Der Müll würde rund um die großen Tonnen liegen und diese würden auch nicht immer zu den Abholzeiten an die Straße gestellt. „Es wird nichts dagegen getan“, klagt die Anwohnerin.

Dem DRK Fulda ist die Situation bekannt und es geht davon aus, dass es sich bei den meist in den Abendstunden, nachts oder an Wochenenden vor der Tür abgestellten Dingen überwiegend um Sach- und Kleiderspenden handle, die für das Sozialkaufhaus gedacht seien. „Durch den bundesweiten Abbau vieler Altkleidercontainer werden die wenigen verbliebenen Annahmestellen, darunter unser Sozialkaufhaus, stark frequentiert“, erklärt Schwab: „Außerhalb der Öffnungszeiten werden regelmäßig Kleidersäcke, Möbel und andere Sachspenden vor dem Gebäude abgestellt. Dadurch entsteht teilweise der Eindruck von Müll oder Sperrmüll.“ Die Mitarbeitenden würden sich regelmäßig um die Situation kümmern, versichert Schwab und betont: „Das Grundproblem ist jedoch struktureller Natur: Es fehlen ausreichend Möglichkeiten zur geordneten Abgabe von Altkleidern und Sachspenden. Hier sehen wir politischen Handlungsbedarf.“ Das DRK habe die Problematik auch bereits gegenüber der Stadt angesprochen und auf die zunehmenden Auswirkungen des Wegfalls vieler Altkleidercontainer hingewiesen.

Bezüglich der Müllproblematik hinter dem Haus stellt Schwab klar, dass die dortigen Müllcontainer nicht zu dem Laden gehören, sondern ausschließlich den im Haus wohnenden Mietern zugeordnet seien. Entsprechend seien auch die Hausbewohner oder der Vermieter dafür zuständig. Abschließend weist das DRK Fulda darauf hin, dass das Sozialkaufhaus „Jedermanns“ einen wichtigen Beitrag für bedürftige Menschen und zur Nachhaltigkeit leiste. „Die hohe Nachfrage und Spendenbereitschaft zeigen, wie wichtig dieses Angebot für viele Menschen in Fulda ist“, so Schwab.