Lokales FD 21.09.2026

Caritas Fulda setzt auf kreative Methoden in der Seelsorge

Fulda (pm/sim) – Musik, Kunst und Literatur können in der Seelsorge neue Wege des Trostes und der Orientierung eröffnen. Mit der Frage, wie solche ästhetischen Ausdrucksformen in der Begleitung von Menschen eingesetzt werden können, beschäftigte sich am Donnerstag, 17. September, ein eintägiger Seminarkurs bei der Caritas Fulda. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Dekanat Fulda unter dem Titel „Schöpferische Seelsorge: Kreative Methoden für die Praxis der Begleitung“ statt.

Mitarbeitende aus verschiedenen Einrichtungen der Caritas im Bistum Fulda haben den Seminarkurs zum Thema „Musik, Kunst und Literatur in der Seelsorge” erfolgreich abgeschlossen. (v. l. n. r.: Diakon Dr. mult. Meins G. S. Coetsier (Bistum Fulda), Dekanatsreferentin Dipl. Theol. Dorothea Coetsier-Fuhrmann (Bistum Fulda), Diakon Franz Meyer (Seelsorgebeauftragter der Caritas) und die Kursteilnehmer/-innen. Fotos: Caritas Fulda

Unter der Leitung von Diakon Dr. mult. Meins G. S. Coetsier und Dekanatsreferentin Dipl.-Theol. Dorothea Coetsier-Fuhrmann erhielten die Teilnehmenden eine praxisnahe Einführung in musikalische, künstlerische und literarische Zugänge in der Seelsorge. Ziel des Seminars war es laut dem Seelsorgebeauftragten der Caritas, Diakon Franz Meyer, „Wege aufzuzeigen, die emotionale Resonanz ermöglichen und spirituelle Begegnungen in der Seelsorgebegleitung vertiefen können“.

Im Mittelpunkt der theologischen Auseinandersetzung stand das Verhältnis zwischen dem eigenen Gottesbild und der seelsorglichen Praxis. Das Leitungsteam plädierte dafür, starre Konzepte aufzubrechen. Ein rein intellektuelles oder dogmatisches Gottesbild, etwa Gott als distanzierter Richter oder abstrakte Energie, greife in Lebenskrisen oft zu kurz und lasse gut gemeinte Worte wie hohle Phrasen erscheinen. Da Seelsorge als dynamisches Beziehungsdreieck zwischen Begleiter, Begleitetem und Gott verstanden werde, erfordere ein lebendiges Gottesbild auch lebendige und bewegliche Ausdrucksformen. Ausgehend vom theologischen Verständnis Gottes als Schöpfer leiteten die Referierenden daraus den Auftrag zu einer „schöpferischen Seelsorge“ ab, die über das gesprochene Wort hinausgeht.

Die Rückmeldungen der Mitarbeitenden aus der Praxis fielen positiv aus. „Es war ein unglaublich tiefgehender Kurs, der gleichzeitig eine ganz neue innere Freiheit geschaffen hat“, resümierte eine Teilnehmerin nach Abschluss der Tagung. Besonders der Wechsel zwischen Theorie und Praxis überzeugte das Fachpublikum. Ein weiterer Teilnehmer betonte: „Die theologische Reflexion und das praktische Arbeiten haben unsere Kompetenzen für die tägliche Arbeit noch einmal spürbar erweitert.“

Auch der persönliche und berufliche Blickwinkel spielte eine Rolle. „Dieser andere Blick auf das Leben, den Glauben und die Arbeit ist erfrischend. Wir durften hier schöpferisch mitgestalten, um den Menschen in der Seelsorge noch besser und offener entgegenzukommen“, sagte ein weiterer Teilnehmer.

Im Rahmen des Kurses erwarben die Teilnehmenden grundlegende Kompetenzen für ihren Arbeitsalltag. Neben einem vertieften Verständnis für ästhetische Zugänge stand die Sensibilisierung für die Wirkung von Musik, Kunst und Literatur in Begleitprozessen im Mittelpunkt. Zudem erhielten die Teilnehmenden konkrete Orientierungshilfen, wie kreative Impulse reflektiert, verantwortungsvoll und wirksam in die eigene Praxis integriert werden können. Die Einheiten gaben darüber hinaus Anregungen zur Selbstreflexion, um die eigene seelsorgliche Haltung zu überprüfen und weiterzuentwickeln.

Nach einem intensiven und lehrreichen Tag schlossen alle Teilnehmenden die Ausbildungseinheit erfolgreich ab und erhielten ihr Zertifikat vom Seelsorgebeauftragten der Caritas.