Handball 21.09.2026

Bundesliga – MT Melsungen bezwingt Deutschen Meister Magdeburg

Melsungen (pm/pf) –Bärenstarker Auftritt der MT Melsungen: Die Mannschaft von Trainer Roberto Garcia Parrondo feierte vor 4118 Zuschauern einen 37:34 (19:14)-Sieg gegen den SC Magdeburg. Die Kasseler Rothenbach-Halle glich phasenweise einem Hexenkessel.

Aaron Mensing beim Wurf. Foto: Kohlhausen/MT

Den besseren Start erwischten eindeutig die Gastgeber, die ohne einen Linkshänder im Rückraum, aber dafür mit einem Affenzahn loslegten. Nach knapp fünf Minuten traf Dimitri Ignatow, der am Sonntag sein 200. Bundesliga-Spiel bestritt, zur 5:1-Führung der MT. Das war großes Kino, was das Parrondo-Team auf die Platte zauberte.

Die Deckung der Nordhessen machte dem Deutschen Meister das Leben extrem schwer. Und vorn, da trat die MT nicht nur effizient, sondern auch sehr variabel auf. Ob Johannes Golla vom Kreis, Aaron Mensing aus der Distanz oder Reynir Thor Stefansson, der den am Fuß verletzten Dainis Kristopans prima im rechten Rückraum vertrat, per ansatzlosem Schlagwurf zum 8:4 (11. Minute) – das war kaum auszurechnen und Grund genug für SCM-Trainer Bennet Wiegert, den Auszeit-Buzzer zu drücken.

Wesentlich besser wurde es für seine Mannschaft danach aber nicht. Im Gegenteil. Die MT baute ihren Vorsprung nach David Mandics Treffer zum 15:8 (24.) sogar auf sieben Tore aus. Bei Magdeburg traf in der Schlussphase der ersten Hälfte eigentlich nur noch Felix Claar. Zum Vergleich: Fünf verschiedene Torschützen hatte der SCM im ersten Durchgang, bei der MT waren es derer zehn. Völlig verdient gingen die Nordhessen mit einer 19:14-Führung in die Kabine.

Wer nun geglaubt hat, der Favorit aus Sachsen-Anhalt würde eine Aufholjagd starten – denkste! Die Hausherren blieben am Drücker. Sie zogen den Magdeburgern regelrecht den Zahn. Zumal MT-Keeper Nebojsa Simic ebenfalls zum Faktor wurde. Wahnsinn seine Doppelparade in der 37. Minute. Seine Vorderleute leisteten ohnehin beeindruckende Arbeit.

Und die Offensive wirbelte weiter, dass sich der eine oder andere MT-Fan womöglich die Augen reiben musste. Mensing bediente Golla zweimal mustergültig, der zum 25:19 und dann zum 26:20 verwandelte (40.). Danach demonstrierte Mensing selbst mehrfach, welchen Wumms er im Arm hat – mit seinem sechsten Treffer erhöhte er auf 32:24 (48.), was die ohnehin schon prächtige Stimmung zusätzlich steigerte.

Spätestens nach Ignatows Tor zum 34:25 (51.) dürfte auch der letzte Zweifler realisiert haben: Ja, die MT hat den Deutschen Meister nicht nur bezwungen, sondern phasenweise sogar vorgeführt. Dass der am Ende noch ein bisschen Ergebniskosmetik betrieb – geschenkt. An dem bärenstarken Auftritt der MT änderte das nichts. Der bestens aufgelegte Erik Balenciaga machte mit seinem achten Tor zum 36:32 (58.) endgültig den Deckel drauf. Und die MT-Fans sangen: Oh, wie ist das schön.

Groß feiern ist aber nicht. Bereits am Dienstag empfängt die MT die Rhein-Neckar Löwen zur zweiten Pokalrunde in der Rothenbach-Halle. Anwurf ist um 19 Uhr. Tickets gibt es online im MT-Ticketshop (mt-ticket.de) und in den bekannten Vorverkaufsstellen.