Handball 07.09.2026

Bundesliga – Drosten sichert MT einen Punkt in Gummersbach

Gummersbach (pm/pf) – Die MT Melsungen hat sich am Samstagabend ein 31:31 (18:16)-Unentschieden beim VfL Gummersbach erkämpft. Florian Drostens Siebenmeterwurf sicherte den Nordhessen in der Handball-Bundesliga am Ende der rassigen Partie einen verdienten Punkt.

Foto: Rieger/MT

Da war Feuer drinnen. Das war das verdiente Topspiel der Opel Handball-Bundesliga am Samstagabend. Die MT Melsungen hat sich im Oberbergischen eine wahre Handballschlacht geliefert. 60 Minuten Vollgas, Schweiß und Zweikampfstärke, aber am Ende kein Sieger.

Vor dem Duell der beiden punktgleichen Teilnehmer am internationalen Wettbewerb war viel über das Duell der beiden Dujshebaev-Brüder gesprochen worden, doch letztendlich war es der Schlagabtausch Aaron Mensing gegen Nikola Roganovic – und beide Fanlager sollten nicht enttäuscht werden.

Dabei machte die Anfangsphase gleich Lust auf mehr. Nationalspieler Johannes Golla wurde am Kreis direkt mustergültig freigespielt und brachte die Nordhessen in Front. Eine Balleroberung später markierte Dimitri Ignatow per Konter das 2:0 (2. Minute).

Ärgerlich nur, dass die Rot-Weißen den VfL in der Folge durch zwei technische Fehler in Front gehen ließen, denn in der Abwehr fand das MT-Team noch nicht den Zugriff und das hatte einen Grund: Nikola Roganovic, der bis zur Halbzeit allein zehn Tore für den VfL beisteuern sollte. Das schwedische Handballtalent dürfte MT- Trainer Roberto Garcia Parrondo am Samstagabend viele Nerven gekostet haben.

Nach einer guten Viertelstunde fand die MT ihre Stabilität in der Abwehr. Vorne sorgte die Hereinnahme von Erik Balenciaga direkt für jede Menge Spielkontrolle und Aaron Mensing glänzte mehrmals mit seiner Wurfgewalt von neun Metern. Erst knallte er den Ball zum 9:10 (16.) in den Winkel und markierte nur wenig später in ähnlicher Manier den 10:10-Ausgleich.

Der European-League-Sieger blieb jetzt am Drücker und zwang VfL-Coach Gudjon Valur Sigurdsson – nach zwei schnellen Kontertreffern von Ingatow und Dani Dujshebaev zum 13:11 – zur ersten Auszeit der Partie. Melsungen ließ sich aber davon nicht aus der Ruhe bringen. Balenciaga und Mensing sorgten mit ihrer Routine für das zwischenzeitliche 17:14, ehe Gummersbach zur Pause auf 16:18 verkürzte.

Die zweite Hälfte begann für die MT verheißungsvoll und Drosten hätte für die Nordhessen sogar auf einen Vier-Tore-Vorsprung stellen können, doch der Siebenmeterwurf landete am Pfosten. In der Folge schmolz der knappe MT-Vorsprung wie das Eis in der Sonne. Nach Miro Schluroffs 18:19-Anschlusstreffer (36.) war alles wieder offen.

Auf dem Feld blieb es hitzig: Viele Zeitstrafen, ständige Zweikämpfe und eine Schwalbe Arena am Siedepunkt, die ihr Übriges dazu beitrug. Unter Zeitspieldruck setzte Kristopans seinen Wurf aus der Ferne nur an die Latte und der VfL kam per Siebenmeter zum 22:22-Ausgleich (42.).

Die Partie wogte nun hin und her, ohne dass eines der beiden Teams die Entscheidung zu forcieren vermochte. Als Melsungen zwischenzeitlich mit zwei Spielern weniger auf der Platte stand, vereitelte Nebojsa Simic mit all seiner Routine gegen den völlig blanken Mathis Häseler. Vorne sorgte Mensing mit einem Stemmwurf unter Zeitspieldruck für die erneute Zwei-Tore-Führung beim 27:25 (52.).

Doch der VfL Gummersbach wusste sich auch von diesem Rückschlag zu erholen und zwang die MT in eine haarsträubende Crunchtime, in der die Begegnung nur zwei Minuten vor dem Ende völlig auf Messers Schneide stand. Nach Kay Smits 31:30 flog Stepan Zeman nach Videobeweis mit der dritten Zeitstrafe vom Feld, sodass Gummersbach die Partie in Unterzahl beenden musste.

In der Schwalbe Arena hielt es nun niemanden mehr auf den Sitzen. Balenciaga ließ den Ball schnell laufen, ging mit maximalem Einsatz in die Abwehr und zog den Strafwurf. Drosten trat gegen Bertram Obling an und markierte den 31:31-Ausgleich für die MT. Der letzte Wurf von Schluroff landete in den Händen von Simic.

Für die MT Melsungen geht es bereits am Donnerstag mit der nächsten besonderen Begegnung weiter: Die Nordhessen empfangen Vardar Skopje zum Start der Ligaphase in der EHF Champions League.