Lokales FD 02.09.2026

Ausstellung „Alles bleibt Anders“ – Vergänglichkeit wird zur Kunst

Fulda (maa) – Die Sonderausstellung „Alles bleibt anders“ ist am Mittwochabend im Vonderau-Museum eröffnet worden. Bis zum 25. Oktober können Besucher dort Bilder und Objekte der in Fulda geborenen Künstlerin Katja Wickert sehen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten stehen die Kreisläufe des Lebens und das Prinzip des „Panta rhei“: Alles ist im Fluss und unterliegt stetiger Veränderung.

Künstlerin Katja Wickert vor der Ausstellung. Foto: Marilena Alt

„Es war schon immer mein großer Wunsch, meine Arbeiten im Vonderau-Museum zeigen zu können“, sagte Wickert bei der Eröffnung. Die Künstlerin verbindet eine besondere Beziehung mit ihrem Geburtsort. „Fulda bleibt meine Heimatstadt, egal wo und wie lange ich wo wohne.“ Wickert studierte an der Freien Akademie der bildenden Künste in Essen und war Meisterschülerin von Professor Stephan Paul Schneider. Heute lebt und arbeitet sie in Remscheid.

Natur als Inspiration

Viele Ursprünge ihrer Arbeiten liegen im Dialog mit der Natur und dem Alltäglichen. „Inspiriert von Qualitäten der natürlichen Formen, aber nicht imitiert“, betonte Sabine Klement, die in die Ausstellung einführte. Die Werke würden dabei nicht einfach die Natur abbilden, sondern ihre Eigenschaften und Formen aufgreifen und in einen neuen Zusammenhang setzen. Über die Wirkung der Kunstwerke sagte Klement: „Sie sind emotional berührend für die Flüchtigkeit des Augenblicks.“

Im Fokus stehen Materialien, Fundstücke und deren Historie, Symbolik, Ästhetik und Haptik. Die vielfach aus der Natur stammenden Materialien transformiert Wickert in andere Kontexte und verarbeitet sie in Serien und unterschiedlichen Prozessen. Darunter finden sich Blätter, Fichtennadeln und Zapfen, Federn und Vogeleier. Jedes Material bringt dabei eine eigene Symbolik mit sich. Die Linde etwa steht für den Zusammenhalt in der Gemeinschaft. Klement stellte in ihrer Einführung eine zentrale Frage, die sich durch die Ausstellung zieht: „Gibt es wahre Schönheit nur zum Preis ihrer Vergänglichkeit?“

Zwischen Bewahren und Vergehen

Besonders eindrucksvoll zeigt sich das Spiel mit Vergänglichkeit und Bewahrung bei den Arbeiten mit Zapfen. Wickert goss diese in Wachs ein. „Damit konservierte sie die Baupläne für zukünftige Wälder“, erläuterte Klement. Wachs dient dabei als archivierendes Medium, das einen aktuellen Zustand dokumentiert und bewahrt. Beton wiederum wird als Symbol des Verschlusses eingesetzt. „Den Wandel in einer eindrucksvollen Weise sichtbar machen“, sei eines der zentralen Themen der Kunstwerke, sagte Dr. Frank Verse, Leiter des Vonderau-Museums. Er bezeichnete die ausgestellten Arbeiten als sehr eindrucksvoll.

Die Naturmaterialien werden für die Werke immer wieder neu verarbeitet, kombiniert und in unterschiedliche Zusammenhänge gesetzt. Dabei kreisen die Arbeiten um die großen Themen des Lebens: Wachsen, Werden, Fließen und Vergehen. Die experimentelle und spielerische Herangehensweise verbindet sich mit assoziativen und erzählerischen Elementen. Musikalisch begleitet wurde die Ausstellungseröffnung vom Saxofon-Sextett „four & more“. Wer sich noch intensiver mit Wickerts Arbeiten beschäftigen möchte, kann zudem ihr Buch „Alles bleibt Anders“ erwerben, in dem einige ihrer Werke präsentiert werden.

Ausstellungseröffnung im Vonderau-Museum. Fotos: Marilena Alt