Lokales FD 21.09.2026

Aktionstag: Von der Erstversorgung bis zur Notaufnahme – Fotos

Fulda (maa/pm) – Was können Menschen und Helfer vor Ort bei einem Herzstillstand tun, bevor der Rettungsdienst eintrifft? Wie sieht eine Rettungskette aus? Anlässlich des weltweiten Tages der Wiederbelebung gestaltete das Klinikum Fulda am Montag einen Mitmach-Aktionstag zum Thema. An einer Station konnten Gäste selbst eine Herzdruckmassage ausüben, an der anderen die Funktionsweisen eines Defibrillators kennenlernen oder zuschauen, wie ein CPR-Gerät das Ganze übernimmt. Höhepunkt des Tages war eine Live-Demonstration der Rettungskette.

Foto: Marilena Alt

Eine volle Eingangshalle mit Schülerinnen und Schüler sowie viele Interessierte, die selbst Hand anlegen durften. Überall wurde sich über die Berufe und Aufgaben der Wiederbelebung informiert. Einige probierten sich selbst an den Stationen aus und frischen Herzdruckmassagen auf.

An einer Station erklärten Pfleger aus der Notaufnahme einiges über Hilfsmittel und Aufgaben: „Medikamente helfen nur in manchen Fällen, wir stabilisieren, nehmen Blut ab und setzen auch Blasenkatheter, wir schauen nach der Wärmeregulation“, erklärte Alfred Meister aus der Notaufnahme. „Nichts machen, tötet. Das Einzige, was man falsch machen kann, ist, gar nichts zu machen“, betonte Meister. Für zukünftige Auszubildende wäre es wichtig, neugierig zu sein und Fragen zu stellen.

Ein Team aus mindestens einem Arzt, zwei Pflegekräften, bei Bedarf auch einem fünfköpfigen Team, arbeitet Patienten standardisiert ab. „Es gibt das ABCDE-Schema“, sagte Ulrich Thummes, Oberarzt am Klinikum Fulda. A stehe dabei für Atemweg: Es wird geschaut, ob dieser frei ist. B für Beatmung, wozu die Messung der Sauerstoffsättigung zähle. C steht für den Kreislauf, der auch den Blutdruck beinhalten würde. „D wäre die Bilanz des Patienten – alles, was mit Bewusstsein zu tun hat. Wir schauen, ob irgendwelche Dinge auffällig sind“, erklärte Thummes. E sei das Environment, also alles was mit Temperatur; Aussehen und Hautveränderung zu tun habe. „Meistens ist es so, dass wir die Angehörigen erstmal bitten, draußen zu warten, bis wir mit der Versorgung fertig sind. Für die ist es eine Black Box, sie haben keinen richtigen Einblick, deshalb wollen wir das System der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und zeigen, was es für Möglichkeiten gibt“, sagte Thummes zum gut besuchten Aktionstag. 

Die Leitformel für die Reanimation beim plötzlichen Herzstillstand lautet: Prüfen, Rufen, Drücken, was am Nachmittag auch während einer Live-Demonstration zu sehen war. Höhepunkt dieser Vorstellung waren die Abläufe während der Rettungskette, die vom Herzkreislaufstillstand über den Anruf bei der 112 bis zur Notaufnahme reichte. Die Leitstelle Fulda leitete den Anrufer Schritt für Schritt an. An einer Puppe wurden die Vorgänge spannend sichtbar gemacht und zeigten einen realitätsgemäßen Ablauf der Rettung. Außerdem wurde ein echter Rettungswagen zur Besichtigung bereitgestellt und die Erstversorgung im Schockraum der Notaufnahme erläutert.

„Letztendlich geht es darum mit dem Tag der Wiederbelebung, Ängste und Hemmungen abzubauen, die mit diesem Thema zu tun haben“, sagte Dr. med. Matthias Kalmbach, Anästhesiologe am Klinikum Fulda. Ziel des Tages war es, Unsicherheiten abzubauen und Wissen aufzufrischen. Interessierte konnten kostenlos an der Veranstaltung teilnehmen.  „Viele Leute haben Angst, was falsch zu machen. Da ist es wichtig, die Berührungsängste zu verlassen“, erklärte Kalmbach.

Ein CPR-Gerät, das die maschinelle Reanimation ausübt, konnte auch angeschaut werden: „Der Arm wird auf dem Brustbein des Patienten aufgesetzt, dieser geht dann hoch und runter, er ersetzt die Herzdruckmassage“, erklärte Dr. med. Robert Schier. Wiederbelebung lebe davon, immer wieder wiederholt zu werden. Auch auf Youtube zeige das Klinikum Hilfestellungen bei der Reanimation.

Aktionstag Wiederbelebung im Klinikum Fulda. Fotos: Marilena Alt