Fußball 17.09.2026

A-Liga – Trägler vor Top-Duell gegen Motten: „Im Spiel bin ich Spieler“

Weyhers/Motten (pf) – Es ist vielleicht der Knaller der Hinrunde in der Fußball-A-Liga Ost: Am Freitagabend (19 Uhr) empfängt der TSV Weyhers den SC Motten, in einer wahren Spitzenspiel-Konstellation: Beide sind noch ohne Niederlage, Motten gar noch ohne Punktverlust. Dennoch geht der TSV als Tabellenführer in den Spieltag und bleibt es auch, weil er schon drei Spiele mehr absolviert hat als der Verfolger.

Wer hat am Freitag Grund zum Jubeln – der TSV Weyhers oder Motten? Archivfotos: Görlich Media

Der neue Spielertrainer des TSV Weyhers, Marcel Trägler, ist in seiner Karriere schon viel rumgekommen. Doch die A-Liga macht auch ihm bisher großen Spaß: „Es ist natürlich nicht das gleiche, wie die Hessenliga. Aber die Spiele machen mega viel Spaß, die Zuschauer sind da. Und am Freitag unter Flutlicht – ich denke, es gibt nichts Geileres“. Sowohl Weyhers als auch Motten verloren bisher noch nicht, die Tabelle ist jedoch arg verzehrt, da der TSV schon drei Spiele mehr gespielt hat und bereits fünf Punkte vor dem Verfolger liegt.

Motten untermauerte seine Ambitionen zuletzt aber ebenso mit einem 4:0-Erfolg gegen Steinau/Steinhaus, doch Trainer Michael Jäger bleibt auf dem Teppich und nimmt das Topspiel realistisch: „Weyher ist die Topmannschaft der Liga, sie sind erst mit Pech abgestiegen und haben jetzt noch einen überragenden Spielertrainer bekommen. Wir freuen uns einfach, sind aber auch selbst gut drauf. Es wird ein offenes Spiel“. Nach einigen verrückten Ergebnissen wie 5:3 oder 6:3 bekam Motten auch die Defensive zuletzt stabilisiert und spielte zweimal zu Null, was den Coach natürlich freute: „Das sind immer geschlossene Mannschaftsleistungen. Auch die Jungs, die es gut verteidigen, dürfen in der Presse stehen“, schmunzelt Jäger und spielt damit auf die große Aufmerksamkeit an, die Torjäger Jannik Müller derzeit bekommt: Schon 15 Mal traf er in dieser Saison (in sechs Spielen!) und führt damit die Torschützenliste an. Übrigens vor Marcel Trägler, der auf 14 Treffer kommt. „Natürlich ist Jannik gerade sehr kaltschnäuzig vor dem Tor. Aber nicht nur er ist gut drauf, sondern auch die anderen, die keine Tore schießen“, so Jäger.

Damit fällt aber das Augenmerk vieler auch am Freitag auf das Duell der Ballermänner. Doch auch Trägler möchte nicht zu sehr im Fokus stehen, wie er betont: „Jeder lebt von jedem auf dem Platz. Es tragen alle ihren Teil bei, auch wenn die Stürmer dann immer die gefeierten sind. Aber am anderen Ende muss es auch stimmen. Ich würde keinen einzelnen loben, wenn es nicht die ganze Mannschaft ist. Jeder hat seine Aufgaben, und nur wenn jeder sie macht, kann ein Stürmer auch glänzen“, gibt er die Lorbeeren weiter. Trotzdem fühlt sich der Offensivmann aber in Weyhers und beim TSV bisher pudelwohl: „1a – ich kann den Jungs nur ein Kompliment machen. Einfacher als hier kann man sich den Einstieg eigentlich nicht vorstellen“. Wenngleich sich Trägler auch auf dem Feld nicht als reiner Trainer sieht: „Im Spiel bin ich selbst Spieler, aber versuche natürlich, den Jungs zu helfen und ihnen etwas abzunehmen. Trainer bin ich vielleicht kurz in der Halbzeit, wenn wir analysieren, und nach dem Spiel wieder“.

Er habe seine Rolle also gefunden – und Jäger und der SC Motten dürften sich auch auf die Torgefahr von Trägler vorbereiten. Doch was beide Trainer eint, ist der Blick in die Zukunft: „Wir gucken nicht nach einem möglichen Aufstieg oder so etwas, sondern haben letztes Jahr gesehen, dass es immer an Kleinigkeiten hängt. Wir freuen uns erstmal auf dieses Spiel“. Und Marcel Trägler ergänzt: „Wir wollten von Anfang an nur von Spiel zu Spiel schauen. Jetzt kann man natürlich schon von einem Topspiel sprechen, aber bevor wir zu weit in die Ferne gucken, müssen wir unsere Hausaufgaben machen. Das haben wir meistens gemacht, nur das Unentschieden in Künzell war sehr unnötig“.

Dass in der A-Liga Ost alles möglich ist, ist nicht erst seit dieser Saison bekannt. Wenn am Freitag aber in Weyhers das Flutlicht angeht, steht ein völlig unberechenbares Spitzenspiel an, in dem einer von beiden womöglich die erste Niederlage der Runde kassieren wird. Bitter für Motten, dass sich Christian Leibold jüngst im Training schwerer verletzte und länger fehlen wird, dazu muss der Gast auch noch auf den zweiten Keeper Linus Schreiner und wohl auch Alexander Mametov verzichten.