Zu einem emotionalen Festakt anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Rhönflug Gersfeld e.V. konnte der Vorsitzende Dirk Weseloh zahlreiche Vereinsmitglieder und Ehrengäste begrüßen. Als Redner des Abends fungierte Markus Kurz, der in einer Doppelfunktion sowohl als Vizepräsident der Gesellschaft zur Förderung des Segelfluges auf der Wasserkuppe (GFS) als auch in Vertretung von Landrat Bernd Woide und Gersfelds Bürgermeister Dr. Steffen Korell sprach. Kurz nahm die Anwesenden mit auf eine Zeitreise zu den Anfängen des Vereins vor über siebeneinhalb Jahrzehnten, als mutige Pioniere mit einfachen Mitteln den Wiederaufbau des Segelflugs auf der Wasserkuppe einleiteten. „Diese Begeisterung, diesen Enthusiasmus und auch diesen Pioniergeist – davon leben und den tragen wir heute noch in uns“, betonte der Redner unter dem Beifall der Gäste.
Im Zentrum der Ansprache stand ein leidenschaftliches Plädoyer für das ehrenamtliche Engagement und den generationenübergreifenden Charakter des Luftsports. Das Fliegen stehe Menschen jeden Alters ab dem 14. Lebensjahr offen; wer diese Leidenschaft auf der Wasserkuppe einmal erlebt habe, den lasse sie nicht mehr los. Gleichzeitig mahnte Kurz an, dass der Segel- und Motorflugsport eine reine Mannschaftsleistung sei. Niemand könne ein Flugzeug allein in die Luft bringen oder den Flugzeugpark erhalten, weshalb Kameradschaft, gegenseitiger Respekt und das Übernehmen von Verantwortung die unverzichtbaren Säulen des Vereinslebens bildeten. Aus seiner eigenen Jugendzeit berichtete er schmunzelnd von seinen Anfängen als Rückholwindenfahrer, bei denen er früh gelernt habe, aufmerksam aufeinander zu achten.
Mit Blick auf die Zukunft und die reiche Geschichte von Flugzeugtaufen sowie Großveranstaltungen schlug Kurz eine ambitionierte Initiative vor. Da im kommenden Jahr auch die GFS ihr 75-jähriges Bestehen feiert, forderte er den Rhönflug Gersfeld dazu auf, die Kräfte zu bündeln und einen neuen Rhönwettbewerb ins Leben zu rufen. Ob als Großereignis unter Einbindung von Modell- und Gleitschirmfliegern oder als kleinerer Wettbewerb aller Rundflugvereine: Ein solches Event sei die ideale Gelegenheit, um der Bevölkerung die lebendige Gemeinschaft öffentlich zu präsentieren. Kurz schloss seine Rede mit dem Wunsch, dass bereits am Abend aus den Gesprächen die ersten sprudelnden Ideen für dieses Vorhaben entstehen mögen.
Diese Anregung wurde von Andreas Scheibelhut, der im Namen des Landessportbundes gratulierte, aufgenommen. Im Gespräch mit Markus Kurz regte er an, beim neuen Rhönwettbewerb auch das Sportabzeichen abzunehmen. Im Anschluss an die unterhaltsamen Reden wurde in dem vollbesetzten Clubraum des Vereins ausgiebig gefeiert und gefachsimpelt. Dabei wurde die bisher ungedruckte, sehr umfangreiche und vielseitig bebilderte Chronik des Vereins von vielen als Anlass genommen, sich der umfangreichen Vereinsarbeit zur Förderung der Wasserkuppe als „Berg der Flieger“ zu erinnern. Andreas Jahn vom benachbarten „Weltensegler“ bot extra zum Jubiläum hochprozentiges „Flugbenzin Typ Williams“ an – „Nur für Piloten mit stabiler Fluglage“ und einzig „zugelassen für Sichtflug am Tresen“.
