Lokales FD 07.09.2026

75 Jahre Marianum Fulda – Schulgemeinde feiert mit 5000 Besuchern

Fulda (pm/pf) – Schon am frühen Morgen herrschte am Samstag Hochbetrieb am Marianum in Fulda: Zum 75-jährigen Jubiläum kamen etliche Gäste von Nah und Fern, um ihre Glückwünsche zu überbringen und gemeinsam zu feiern.

Fotos: Schule

Begonnen hatte der Tag mit einem Open-Air-Gottesdienst bei bestem Wetter. Den festlichen Rahmen schufen das Jugendblasorchester sowie der Mädchen- und Knabenchor, deren gemeinsame Performance die Gäste beeindruckte. Hauptzelebrant der Messe war Pater Hans Eidenberger, der eigens für diesen besonderen Tag aus Österreich angereist war. In seiner Predigt betonte er: „Wir sind eine große Familie“. Am Beispiel von Pater Chaminade zeigte Eidenberger, der der Ordensgemeinschaft der Marianisten angehört, dass man gerade in der heutigen Zeit für Gerechtigkeit und Barmherzigkeit einstehen müsse. Diese christlichen Werte seien in der Schulgemeinschaft spürbar.

Dieser Gemeinschaftsgedanke wurde zum Leitbild des Tages. So erläuterte auch Schulleiter Steffen Flicker zu Beginn des Festaktes, dass das Fest den Charakter einer Geburtstagsfeier in einer Großfamilie habe. Man kenne sich untereinander und viele seien auf verschiedenste Weise mit dem Marianum verbunden. „Unsere Schule hat in den letzten 75 Jahren starke Wurzeln geschlagen und so Generationen miteinander verbunden“, so Flicker. „Das ist das Verdienst vieler Menschen, die das Marianum geprägt und sich im Sinne einer Weggemeinschaft engagiert haben.“ Am Marianum stehe der Mensch im Mittelpunkt. Ein Kerngedanke, der gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spaltung bedeutsam ist.

Ebenso wandte sich Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld an die Festgemeinde und gratulierte dem Marianum im Namen der Stadt Fulda. Als ehemaliger Schüler ließ er seine eigene Schulzeit Revue passieren. Damals, als Schüler, sei es ganz selbstverständlich gewesen, dass es das Marianum gibt. Doch bei der Betrachtung der bewegten Geschichte des Marianum, die stark von der Nachkriegszeit geprägt war, könne man erkennen, dass die große Hingabe der damaligen Initiatoren ein „Glücksfall“ sei. „Persönliche Schule“, so Wingenfeld, „ist nicht nur ein Slogan, sondern wird hier durch das vielfältige liebevolle Engagement erlebbar.“

Auch Michael Brand, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium und Mitglied des Bundestags, übermittelte seine Glückwünsche. Das Marianum sei eine Schule mit einem außergewöhnlichen „Spirit“. Er zitierte in seiner Festansprache Nelson Mandela und erläuterte, dass Bildung die mächtigste Waffe sei, etwas auf der Welt zu verändern. Bildung sei „der Rohstoff in diesem Land“. Er appellierte an die anwesenden Schülerinnen und Schüler: „Nutzt das und übernehmt Verantwortung! Es lohnt sich, in unserem Land zu leben, aber man muss sich für Werte einsetzen.“

Thomas Renze, Domkapitular im Bistum Fulda, überbrachte Glück- und Segenswünsche im Namen des Bistums. „Wir haben eine Seele, die uns ausmacht. Das ist auch Leitbild des Marianum.“ Zuletzt gratulierte Benedikt Wenzel aus Wien, Bildungsbeauftragter der Marianisten. Das Marianum sei keine abstrakte Institution, sondern werde von Menschen gelebt. Die Schulgemeinde solle offen für den Himmel sein und die Herzen öffnen für die

Gemeinschaft. Diese inspirierenden Gedanken schufen den Rahmen für ein Fest, in dem genau diese Werte und die Verbundenheit miteinander sichtbar wurden.

Nachdem Schulleiter Steffen Flicker das Fest offiziell eröffnet hatte, entwickelte sich schnell ein kunterbuntes Treiben. Die gesamte Schülerschaft hatte sich bereits wochenlang mit viel Einsatzbereitschaft auf das Fest vorbereitet. So organisierten einige Klassen eigenständig ausgefallene Essensstände, sodass man gestärkt über den Sportplatz schlendern konnte, auf dem es viel zu entdecken gab. Neben Escape-Room, Handballabzeichen und Kinderschminken wurde die neue Fahrrad-AG des Marianum feierlich eröffnet. Hierzu war Gerhard Brink, Präsident der Deutschen Verkehrswacht und Landesverkehrswacht Hessen, angereist. Das Projekt, das unter anderem durch Spenden finanziert wurde, begeisterte Klein und Groß.

Ein weiteres Highlight war die atemberaubende Seifenkistenbahn, die eigens für das Fest von Elias Müller sowie ehemaligen und aktuellen Schülerinnen und Schülern erbaut wurde. Der Andrang war riesig, schließlich wollten zahllose Kinder die rasante Fahrt selbst erleben. In Erinnerung bleiben wird sicherlich auch die Sportabzeichen-WeLe, die von der Fachschaft Sport initiiert worden war. Zum 75-jährigen Jubiläum wollte man 750 Sportabzeichen am Marianum erzielen. Dieses Ziel wurde sogar übertroffen, da sich über 870 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte der Herausforderung stellten. Das bedeutete für Realschulleiter Johannes Frohapfel sowie den stellvertretenden Schulleiter und Studienleiter Christian Heil, dass sie ihren Wettinsatz einlösen mussten. Vor den Augen der belustigten Schüler mussten sie in einem Wassercontainer baden gehen.

Über den ganzen Nachmittag hinweg traten zudem Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte in einer Art Open-Stage-Format auf der Festbühne auf und präsentierten klassische und moderne Stücke. Die tollen Talente schufen den richtigen Rahmen für das darauffolgende Comeback der Lehrerband. Die Schulgemeinde hatte großen Spaß dabei, ihre Lehrer anzufeuern. Ein Höhepunkt des Tages war schließlich die stimmungsvolle Show der MamboKingx. Die Band, die in der ganzen Region bekannt ist, besteht aus ehemaligen Schülern des Marianum, die sich sehr gefreut haben, nun dahin zurückzukehren, „wo alles begann“. Zum Schluss blieb niemand mehr auf seinen Plätzen. Die MamboKingx verwandelten den prall gefüllten Schulhof in eine ausgelassene Party. Zahlreiche Ehemalige, die sich zu Klassentreffen verabredet hatten, feierten nun zusammen mit den Lehrkräften, Mitarbeitenden und den Schülerinnen und Schülern. Schulleiter Steffen Flicker zeigte sich erfreut: „Alle haben viel Einsatz gezeigt. Es war wieder einmal der marianistische Spirit spürbar.“

75 Jahre Marianum Fulda. Fotos: Schule