Eröffnet wurde das Jubiläumsfest von der 1. Vorsitzenden Heike Thiel. In ihrer Ansprache machte sie deutlich, dass Judo für den Verein weit mehr bedeutet als sportliche Betätigung. Freundschaft, Gemeinschaft, Zusammenhalt, Verbundenheit und natürlich jede Menge Freude gehören ebenso zur Vereinsphilosophie.
Fuldas Bürgermeister Dag Wehner ließ es sich nicht nehmen, persönlich zum Jubiläum zu gratulieren und einige Grußworte an die Vereinsfamilie zu richten. Er zeigte sich beeindruckt davon, wie kontinuierlich und engagiert der 1. Fuldaer Judo-Club seine Vereinsarbeit über Jahrzehnte gestaltet. Dabei hob er insbesondere die vielfältigen Aktivitäten des Vereins hervor, die weit über den reinen Sportbetrieb hinausgehen. Dazu gehören unter anderem der seit mehr als 20 Jahren bestehende Simultanaustausch mit Japan sowie die inzwischen 60-jährige Freundschaft mit den Berliner Judo-Freunden. Auch die regelmäßigen Begegnungen mit Gästen aus dem In- und Ausland und deren Begrüßung im Fuldaer Rathaus seien Ausdruck der besonderen Verbundenheit und Offenheit des Vereins. Besonders würdigte der Bürgermeister die zuverlässige Jugendarbeit und zeigte sich erfreut, einen so engagierten und beständigen Sportverein in Fulda zu wissen. Mit einem Augenzwinkern versprach er, gerne in fünf Jahren zum 75-jährigen Vereinsjubiläum wiederzukommen.
Im Anschluss präsentierten die verschiedenen Sportgruppen des Vereins ihr Können. Den Auftakt machte die Aikido-Gruppe unter der Leitung von Anna Andresen. Mit fließenden, kreisförmigen Bewegungen demonstrierten die Sportlerinnen und Sportler, wie es im Aikido darum geht, die Kraft und Bewegung des Gegenübers aufzunehmen und kontrolliert zu führen. Die Vorführung zeigte eindrucksvoll, dass Aikido aufgrund seiner technischen Ausrichtung bis ins hohe Alter ausgeübt werden kann. Für einen spektakulären Auftritt sorgten die Mädchen der Luftakrobatik-Gruppe unter der Leitung von Rada Makovska. Sowohl am Boden als auch in luftiger Höhe am Tuch zeigten sie eine beeindruckende und atemberaubende Performance, die beim Publikum für viel Applaus sorgte.
Den Abschluss der sportlichen Vorführungen bildete die größte Gruppe des Vereins: die Judo-Gruppe. Unter der Leitung von Mike Thiel zeigten die Judokas verschiedene Aufwärmtechniken, Würfe und Kampfsituationen – im Judo Randori genannt. Einen besonderen Höhepunkt bildete die Demonstration einer Kata durch Bastian Michel und Dr. Eric Schlaudraff. Diese traditionelle Form des Judo ist unter anderem Bestandteil der Prüfungen zum nächsthöheren Dan-Grad.
Danach übernahm das Junior-Team des 1. Fuldaer Judo-Clubs das Kommando und lud Kinder, Jugendliche und Erwachsene zur großen Judo-Olympiade auf dem Gelände der Heinrich-von-Bibra-Schule ein. An insgesamt zwölf abwechslungsreichen Stationen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Geschick und ihre Beweglichkeit unter Beweis stellen. Ob Eierlaufen, Nudeln mit Stäbchen sortieren, ein Hindernisparcours durch Judogürtel oder Aktionen auf den beiden Hüpfburgen – für jeden war etwas dabei. Wer zehn der zwölf Stationen erfolgreich absolvierte, durfte sich anschließend über ein kleines Präsent des Vereins freuen.
Ein besonderer Höhepunkt des Jubiläumstages war schließlich die Podiumsdiskussion mit den Ehrenmitgliedern Volker Feuerstein, Horst Schmidt, Bodo Regenthal, Ursula Birkholz, Winfried Herchenhahn und Erhard Schuchert. Gemeinsam blickten sie auf 70 Jahre Vereinsgeschichte zurück und sorgten dabei mit zahlreichen persönlichen Erinnerungen und Anekdoten für so manchen Schmunzler im Publikum. Durch die Gesprächsrunde führte Hubert Spieler, selbst langjähriges Vereinsmitglied und erfahrener Judoka. Mit gezielten Fragen entlockte er den Gästen so manche bislang unbekannte Geschichte: Wie wurde der Verein gegründet? Wie fanden die ersten Mitglieder zum Judo? Welche sportlichen Erfolge sind besonders in Erinnerung geblieben? Und wie liefen Wettkämpfe vor mehreren Jahrzehnten eigentlich ab?
Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurden Volker Feuerstein und Horst Schmidt für ihre außergewöhnliche 70-jährige Vereinszugehörigkeit zum 1. Fuldaer Judo-Club e. V. mit einem mediterranen Präsentkorb ausgezeichnet. Wer noch tiefer in die Geschichte des Vereins eintauchen wollte, konnte sich eine von Manuela Dörr zusammengestellte Diashow ansehen. Die Bilder führten durch sieben Jahrzehnte Vereinsgeschichte und machten eindrucksvoll sichtbar, wie sich der Verein und seine Mitglieder im Laufe der Zeit entwickelt haben.
Bei Kaffee und Kuchen, leckeren Speisen vom Grill und kühlen Getränken blieb ausreichend Zeit für Gespräche und Begegnungen. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen und sich über vergangene und kommende Jahre des Vereins auszutauschen. Schließlich klang das Jubiläumsfest in geselliger Runde aus. Ein rundum gelungenes Fest, das nicht nur die 70-jährige Geschichte des 1. Fuldaer Judo-Clubs würdigte, sondern vor allem eins zeigte: Ein Verein lebt von den Menschen – von denjenigen, die ihn gegründet haben, von denen, die ihn über Jahrzehnte begleitet haben und von den vielen engagierten Mitgliedern, die seine Zukunft gestalten.
