Campus 03.09.2026

50 Jahre Partnerschaft: Khakzar und Gremmels in Wisconsin

Wisconsin/Fulda (pm/jah) – Gemeinsam mit dem hessischen Wissenschaftsminister Timon Gremmels und Vertretungen mehrerer hessischer Hochschulen besuchte der Fuldaer Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar und die Leiterin des International Office der Hochschule Fulda, Julia-Sophie Rothmann, die Partneruniversitäten in Madison und Milwaukee. Anlass war das 50-jährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen Hessen und dem nordamerikanischen Bundesstaat Wisconsin.

Während einer Delegationsreise mit dem hessischen Wissenschaftsminister Timon Gremmels (vorne, Vierter von rechts) zum 50-jährigen Bestehen der Landespartnerschaft zwischen dem amerikanischen Bundesstaat Wisconsin und dem Bundesland Hessen, besuchte der Fuldaer Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar (Dritter von rechts) und die Leiterin des International Office der Hochschule Fulda, Julia-Sophie Rothmann, (Zweite von rechts) unter anderem auch die renommierte Partneruniversität in Madison. Foto: Hochschule Fulda

Älteste Landeskooperation zwischen Deutschland und einem Bundesstaat in den USA

Die Landeskooperation zwischen Hessen und Wisconsin ist die erste und älteste zwischen einem Bundesland in Deutschland und einem Bundesstaat in den USA. Der langjährigen Zusammenarbeit im Hochschulbereich kommt dabei eine besondere Bedeutung bei, von der auch die Hochschule Fulda und ihre Studierenden stark profitieren. Üblicherweise liegen die jährlichen Studiengebühren für internationale Studierende je nach Standort zwischen rund 20.000 und bis zu rund 45.000 Dollar und wären für viele Studierende der Hochschule Fulda nicht erschwinglich. Dank der Partnerschaft ist es für Studierende der Hochschule Fulda möglich, ohne Studiengebühren ein Semester an einer der 13 staatlichen Universitäten in Wisconsin zu studieren und wertvolle Auslandserfahrungen zu sammeln. Im Gegenzug zu den kostenlosen Studienplätzen in Wisconsin bietet die Hochschule Fulda Studierenden aus Wisconsin freie Studienplätze in ihren Studiengängen und Programmen an, zum Beispiel der International Summer University, einem vierwöchigen Intensivkurs für internationale Studierende. 

Die 13 staatlichen Universitäten in Wisconsin sind unter dem Dach des sogenannten „University of Wisconsin System“ zusammengeschlossen. Auf dem Programm der hessischen Delegation standen die beiden größten und forschungsstärksten staatlichen Hochschulen von Wisconsin mit den Standorten Madison, der Landeshauptstadt Wisconsins, und Milwaukee, der größten Stadt im Bundesstaat. Die Delegationsmitglieder erhielten interessante Einblicke in die University of Wisconsin (UW) Madison, der wohl renommiertesten staatlichen Universität in Wisconsin. Dabei fand ein intensiver Austausch über aktuelle Hochschulthemen, wie dem Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Lehre oder der Förderung von Existenzgründungen aus der Hochschule heraus, statt. Darüber hinaus gab es auch die Gelegenheit, viele wertvolle Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der anderen Hochschulstandorte in Wisconsin zu führen, die extra in die Landeshauptstadt gereist waren. 

University of Wisconsin Milwaukee wichtige Partnerhochschule für Fulda

Weiter ging es an der University of Wisconsin Milwaukee, eine der wichtigsten Partnerhochschulen für die Hochschule Fulda. Im Rahmen der Vorstellung der Universität gaben zwei Studierende aus Hessen Einblicke in ihre Erfahrungen während ihres Aufenthalts in Milwaukee. Die Großstadt am Michigansee hat jungen Studierenden einiges zu bieten. Entsprechend positiv fielen die Erfahrungsberichte der Studierenden aus. Die Gesprächspartner aus Wisconsin betonten immer wieder die sogenannte „Wisconsin Idea“ ihrer Hochschulen. Neben der Bildung für junge Menschen und der Forschung stehe der Nutzen für die Region und ihrer Menschen im Mittelpunkt der Mission der Hochschulen, ein Leitgedanke, der in besonderem Maße auch für die hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften – wie der Hochschule Fulda – zutrifft. 

Ein Thema zog sich durch fast alle Gespräche: die aktuell sehr schwierigen politischen Rahmenbedingungen für Hochschulen in den USA. Durch die amtierende Trump-Regierung leiden nach Aussagen der Hochschulvertretungen auch die Partneruniversitäten in Wisconsin unter finanziellen Einschnitten im Hochschulwesen und Angriffen auf die Wissenschaftsfreiheit. Die Hochschulen in den USA versuchen sich nach eigenen Angaben so gut wie möglich mit der Situation zu arrangieren. Man war sich einig, dass ein Austausch zu aktuellen Entwicklungen enorm wertvoll sei und diskutierte mögliche Kooperationsformate unter anderem zu den Themen „Demokratieforschung“ und „Resilienz des Wissenschaftssystem“ unter sich verändernden schwierigen politischen Umständen.

Wertvolle Erfahrung fürs Leben

Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar resümiert: „Unsere Kolleginnen und Kollegen aus Wisconsin schauen mit Spannung auf die anstehenden Wahlen im November auf Bundes- und Staatenebene. Da die Besetzung der Hochschulleitungen in Wisconsin ganz wesentlich von der Politik bestimmt wird, hat diese Wahl auch richtungsweisenden Charakter für die Hochschulen. Wir konnten bei dem Besuch in Wisconsin ein eindrucksvolles Stimmungsbild aus erster Hand erhalten, eine wichtige Erfahrung angesichts möglicher politischer Entwicklungen auch in Deutschland.“ Julia-Sophie Rothmann, die Leiterin des Fuldaer International Office, sagte: „Dass wir auch offen über solch sensible Themen sprechen konnten, ist nicht selbstverständlich und beweist, wie vertrauensvoll und intensiv unsere Verbindungen inzwischen sind.“ Sie fügt hinzu: „Ich kann nur allen Studierenden sehr ans Herz legen, sich für einen Studienaufenthalt in Wisconsin zu bewerben. Die Chancen sind gut und der Bundesstaat hat viel zu bieten: sehr gute Universitäten, tolle Natur, herzliche Menschen und eine unvergessliche, wertvolle Erfahrung fürs Leben.“ 

Ausgehend von der Partnerschaft zwischen Hessen und Wisconsin vor 50 Jahren wurde im Dezember 1998 das erste Abkommen für den Bereich der Hochschulen zwischen dem Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) und dem „University of Wisconsin System“ abgeschlossen. Bisher sind unter dem Dach der Landespartnerschaft 16 bilaterale Kooperationen zwischen Hochschulen entstanden. Seit der Unterzeichnung des Abkommens waren etwa 1.200 Studierende aus Wisconsin zu Gast in Hessen, und knapp 700 Studierende aus Hessen haben studiengebührenfrei an Universitäten in Wisconsin studiert. An die Hochschule Fulda kamen 111 Studierende aus Wisconsin, 39 unserer Studierenden haben ein Semester in Wisconsin verbracht. 

2028 gibt es dann wieder etwas zu feiern: 30 Jahre Hochschulpartnerschaft Hessen – Wisconsin!